Erfahrungen Alpinestars Tech-Air 5 Plasma Airbag Weste gesucht

Schon überzeugt. Mehrere Lowsider gingen bislang immer glimpflich mit blauen Flecken an der Hüfte aus. Aber man muss ja wegen den paar Euro nicht unnötig sein Glück strapazieren.
 
Ich spür meine gar nicht. Bei mir sind SAS-Tec verbaut.
Ich spüre die auch net. Fühlt sich einfach besser an.
Alternativ gibt es aus dem Offroadbereich auch Protektorenhöschen, kann man auch mal probieren, ob das vielleicht angenehmer ist. Aber über'm Hüftknochen ist praktisch kaum Fleisch, wenn da 'n richtiger Schlag drauf kommt, kann man auch schnell ein paar Wochen im Liegen verbringen.

Bei mir wars ein Aufschlag aus ca. 1 m Höhe auf die Hüfte beim Unfall wo der Linksabbieger meine Guzzi und mich auf den Bürgersteig geschubst hat. Ich trage immer Hüftprotektoren. Ich hatte einen blauvioletten Fleck bis fast runter zum Knie, und viele viele Wochen Schleimbeutelentzündung in der Hüfte. Ich möchte nicht wissen, wie das ohne den Protektor ausgesehen hätte.
 
"Bewusst" finde ich bei einer Airbagweste sowieso sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Es reicht ja schon, dass ich meiner Tuono einen Charakter andichte.
 
Jetzt bin ich aber auf Deine Begründung, Argumentation gespannt 😳
Warum um Gottes Willen sollte ein Airbag aus Deiner Sicht bewusst nicht auslösen 🫣
Die versuchen es zu vermeiden auszulosen bei "Ich bin mit der Karre umgefallen" oder bei "harmloser Vorderradrutscher". Das kann echt passieren, dass die den ersten Aufschlag einfach mal ignorieren. Im Straßenmodus wird schon einiges an "Sperren" abgeschalten, aber die brauchen halt trotzdem noch eine sinnvolle Datenlage um auszulösen, sonst könntest du in den Dingern nichtmal über'n Schlagloch fahren.
 
Die versuchen es zu vermeiden auszulosen bei "Ich bin mit der Karre umgefallen" oder bei "harmloser Vorderradrutscher". Das kann echt passieren, dass die den ersten Aufschlag einfach mal ignorieren. Im Straßenmodus wird schon einiges an "Sperren" abgeschalten, aber die brauchen halt trotzdem noch eine sinnvolle Datenlage um auszulösen, sonst könntest du in den Dingern nichtmal über'n Schlagloch fahren.
Das wären aber wirklich sehr sehr sehr harmlose Situationen.
Und jedem sollte klar sein, das er nicht auslöst wenn du im Stand umkippst.
Die meisten Airbags schalten sich automatisch erst ab einer bestimmten Geschwindigkeit scharf.

Aber den ersten Aufschlag ignorieren nein….

Ich war selbst dabei , Weste von Helite, da hat ein Freund auf der Straße einen vorderradrutscher gehabt, aber relativ schnell abgefangen.
Der Airbag hat aber ausgelöst, da es im ersten Moment eine heftige Bewegung war.

Natürlich kann es auch Algorithmen geben, die es einfach noch nicht genügend gab und einfach nicht programmiert sind.
Im R4f Forum gibt’s so ein Thema wo ein Dainise Airbag nicht ausgelöst hat.
 
Das Problem fängt aber schon bei der Messung an. So 'n Rohsignal von einem Accelerometer ist ziemlich mies. Da kannst du normalerweise auch so Sachen wie die Motordrehzahl, Atmung und Herzschlag drin finden und dann fährst du auch noch durch die Gegend. Drin finden heißt übrigens nicht, dass dir das ins Gesicht springt. Es ist nur einfach irgendwo da und überlagert, was du wissen willst. Also jagst du das durch diverse Filter. Das macht träge, glättet dir aber die groben Ausschläge weg. Du hast zwar nun weniger Rauschen im Signal aber dafür auch weniger Information. Jetzt ist aber doof, dass du am Sensorausgang eigentlich was über die Realität wissen willst, die hast du aber gerade durch ein Sieb gedrückt. Also baust du weitere Sensoren ein, um das auszugleichen und wieder mehr Informationen in deine Daten zu kriegen, jetzt hast du aber mehr Signale, was mehr Rechenaufwand macht. Das wirfst du dann alles in einen Topf, rührst um und liest in der Suppe. Dieser ganze Kram ist gar nicht so einfach für geeignete Werte von richtig. Tatsächlich ist das oft sehr unintuitive Statistik ob das auslöst oder nicht.
Hinzukommt, dass du halt schnell sein musst. Helite gibt 61ms als Auslösezeit an. Das kannst du entweder mit Geld erschlagen, was deine Produktionskosten treibt oder du versuchst das so dumm wie möglich zu halten und machst das auf 'nem ESP32 mit 1kB RAM für 3¢ pro Stück. Der eingangs erwähnte Filter hat dir mindestens schon 10% deiner Auslösezeit geklaut. (Disclaimer: Ich hab nichts zum Versuchsaufbau gefunden. Damit lässt sich die angegebene Auslösezeit nicht objektiv einordnen).

Worauf ich hinaus will: Es ist egal, was du am Sensor misst, und was du damit machst. Du weißt nicht ob es ein Unfall ist, du versuchst einfach mehr oder weniger intelligent zu raten. Mit der Theoriebrille drauf geschaut, bin ich mir nicht mal sicher, ob das wirklich ein Algorithmus ist, das wäre aber auch Korinthenkackerei.

Bsp.: Du bist auf einer Pflasterstraße unterwegs, dein Accelerometer sagt dem Steuerteil "Ey alter, hier sind 2g". Das Accelerometer kennt aber keine Richtung. Könnte ein Schlagloch sein. Also baust du ein Gyro dazu. Das Gyro sagt, "wir fahren rechtsrum". Elektronik fragt sich "Auslösen oder nicht?". 2g kann heißen, du bremst gerade mit dem Gesicht auf der Straße. Was du jetzt willst, ist in die Vergangenheit schauen. Hat mir das Gyro vor der Beschleunigung von 2g große Lageänderungen gemeldet. Wenn ja, dann war es wahrscheinlich ein Unfall, du bist aber schon spät dran, weil das Gesicht bremst ja schon mit 2g. Sorum funktioniert es also nicht.

Du kannst das Spiel so endlos weiterspielen. Das ist Äbstimmungssache, wie beim Fahrwerk. Das passt nicht in jeder Kurve, aber auf die gesamte Runde haut es halt hin oder eben nicht.

Jetzt machen wir noch eine Marketingüberlegung: Grundannahme ist, dass die meisten Kunden ihren Airbag nie brauchen. Der Anteil derer, bei denen er berechtigt auslösen sollte, ist also deutlich geringer. Daraus folgt aber auch, dass der Anteil derer, deren Airbag im Ernstfall nicht ausgelöst hat, noch viel geringer ist. Wenn ich aber eine Gruppe nicht verärgern will, dann ist es die große Käufergruppe. Wenn sich da zehn von denen Beschweren, dass das Ding bei der Fresspause im Schwarzwald ausgelöst hat, ist das aus Marketingsicht wesentlich schlimmer als bei den 2 Überlebenden, bei denen er fälschlicherweise nicht ausgelöst hat. Also legst du das schon prinzipiell recht konservativ aus um nicht unnötig fehlerhaft auszulösen.
Im Rahmen der Klassifikation Unfall oder nicht will ich insgesamt den Anteil meiner Falschklassifikationen vermeiden. Nun hab ich aber großes Bias. Wenn 90% aller Airbags nie Auslösen, dann hab ich schon in 90% der Fälle richtig entschieden, indem ich einfach nie Auslöse, auch nicht wenn es wirklich ein Unfall ist. Macht 90% glückliche Kunden, 8% die nie wieder einen Airbag kaufen und 2% bedauerliche Einzelfälle die entweder zur Konkurrenz gehen oder das Hobby aufgeben. Ja, ist makaber, aber ist leider so.
 
Schon überzeugt. Mehrere Lowsider gingen bislang immer glimpflich mit blauen Flecken an der Hüfte aus. Aber man muss ja wegen den paar Euro nicht unnötig sein Glück strapazieren.
Mach die Dinger wieder rein - unbedingt.
Wenn sie die absolut zu störrisch sind, schau dich um. Es gibt auch deutlich weichere und anschmiegsamere Protektoren zu kaufen. Die sind dann zwar teilweise nur Level 1 , aber immer noch besser, als nichts. Außerdem gibt es die in den unterschiedlichsten Formen und Größen, notfalls kann man sie auch minimal zurechtschneiden, wenn sie zu groß sind.
Ich trage selbst häufig in meiner Motorradjeans auf der Vespa welche, die sind von John Die und sehr angenehm zu tragen.
 
Ich werde mir jetzt nach alternativen Hüftprotektoren umschauen. Die SAS Tech aus dem Büse Leder habe ich jetzt in die Kevlar Jeans 👖 eingesetzt. Da stören die nicht und fürs Leder gucke ich nach welchen die etwas flexibler sind.

Vielleicht diese da:

oder die hier, bequem und atmungsaktiv:

 
@businesskasper
Viel Text und viel Überlegungen/Gednken.
Ich frag mich grad, sind das nur Deine Gedanken oder kannst Du das mit Quellen belegen?
Einige kann ich nachvollziehen.
Aber auch bei den Airbags bleibt die Zeit nicht stehen.

Beim in&motion airbag, den auch sehr viele motogp Fahrer nutzen sind
6 Sensoren, die 1000-mal pro Sekunde (1 kHz) die Position und Bewegung des Fahrers analysieren:
  • 3 Beschleunigungsmesser (Accelerometer): Messen lineare Beschleunigungen und Aufprallkräfte.
  • 3 Gyroskope (Gyrosensoren): Messen Drehgeschwindigkeiten und die Ausrichtung im Raum
Diese Daten werden von prädiktiven Algorithmen abgeglichen und verarbeitet, so dass das System einen Sturz erkennen und gegebenenfalls den Airbag auslösen kann.
Die gesammelten Daten werden verschlüsselt und auf der In&box gespeichert, bevor sie verschlüsselt und anonymisiert an unsere Server zurückgeschickt werden, um die Algorithmen zu optimieren.
Dazu werden alle Daten der Nutzer, die ihre Elektronik regelmäßig mit dem inmotion Server synchronisieren zur Optimierung der Algorithmen herangezogen.

Laut Hersteller:
Diese Verbesserungen basieren auf dem Feedback der Nutzer aus realen Unfall- und Fahrsituationen.
Unsere Technologie stützt sich auf 200 Millionen Fahrkilometer (das entspricht dem Dreifachen des weltweiten Straßennetzes!) und 12.000 Stürze mit Airbag-Auslösung.

Spannendes Thema.
Meine inmotion (Ixon Weste) hat bei einem lowsider am Pan vor 4 Jahren jedenfalls ausgelöst, noch bevor ich Bodenkontakt hatte.

Wie dem auch sei, mit Airbag ist auf alle Fälle sicherer als ohne.
 
Viel Text und viel Überlegungen/Gednken.
Ich frag mich grad, sind das nur Deine Gedanken oder kannst Du das mit Quellen belegen?
Einige kann ich nachvollziehen.
Aber auch bei den Airbags bleibt die Zeit nicht stehen.
So 'n Zeug hab ich studiert. Ist zwar schon 17 Jahre her, aber technologisch hat sich nichts geändert außer die Rechenleistung. Die hilft aber nur bedingt.
Beim in&motion airbag, den auch sehr viele motogp Fahrer nutzen sind
6 Sensoren, die 1000-mal pro Sekunde (1 kHz) die Position und Bewegung des Fahrers analysieren:

Da sind wir bei dem Punkt, warum Rechenleistung kein Allheilmittel ist. Du kannst an jedem Sensor deine Samplingrate praktisch beliebig hoch schrauben. Du kannst auch mit 10kHz messen. Dass macht es selten besser. Dein Problem ist, dass ein einzelner Messwert eines Sensors fast nie gebrauchen ist. Um das aber festzustellen brauchst du mehr Messwerte. Wenn du jetzt aber anfängst einfach öfter zu messen, ist auch wieder kacke, weil du damit den Sensor beeinflusst und eben auch die Messwerte.

Diese Daten werden von prädiktiven Algorithmen abgeglichen und verarbeitet, so dass das System einen Sturz erkennen und gegebenenfalls den Airbag auslösen kann.
Prädiktive Algorithmen gibt es nicht. Das ist ein Marketing-Buzzword. Du kannst ein Programm immer nur mit Daten aus der Vergangenheit füttern. Du kannst nicht in die Zukunft schauen, auch nicht mit Computern, du kannst nur raten, was als nächstes kommt. Das kann man oft gut machen, aber es bleibt raten.

Spannendes Thema.
Meine inmotion (Ixon Weste) hat bei einem lowsider am Pan vor 4 Jahren jedenfalls ausgelöst, noch bevor ich Bodenkontakt hatte.
Ich will auch nicht mehr ohne Airbag. Meine Techair hat mich letztes Jahr auch zweimal vor schlimmerem bewahrt.


Ich will nicht sagen, dass es nicht funktioniert. Im Gegenteil ich würde das Tragen eines Airbags sogar empfehlen. Weil einmal Scheiße geraten und unnötig ausgelöst ist für den Benutzer besser als im falschen Moment gar nicht ausgelöst.

Worauf ich aber hinaus will. Deine Restriktionen bleiben. Beim Sensor sind das physikalische Restriktionen, je mehr du abtastest um so ungenauer werden die Einzelwerte. Da machst du nix dran außer bessere Sensoren bauen, die werden aber dann auch immer teurer. Hier haut dir einfach die Elektrotechnik auf's Maul.

Also baust du mehr Sensoren ein, dann musst du jeden einzelnen Sensor seltener abtasten und hast mehr Messwerte. Musste aber sowieso machen, weil du diese Sensorblöcke schon brauchst zum kalibrieren.

Die Tatsache, dass die nur 2 Arten von Sensoren haben die aber jeweils 3-fach auslegen, lässt darauf schließen, das ca. die hälfte aller Messwerte einfach unbrauchbar sind.
 
Ich finde das spannend. Mein typischster Unfall ist der Lowsider. 4 von 4 Unfällen im Trockenen liefen so ab, dass ich in maximaler Schräglage entweder zuerst das Hinterrad oder das Vorderrad verloren habe und 3 von 4 mal wurde ich dann gemeinsam mit dem Motorrad von der Physik sehr schnell in die 90 Grad Schräglage befördert. Also von 60 Grad runter auf 90 Grad. Immer bin ich auf der Körperseite gelandet. Das Knie hat dagegen gehalten, der Ellbogen den ersten Schlag abgefangen, dann die Schulter, dann die Hüfte. Das vierte Mal war ein Highsider mit allem Pipapo.

Ich frage mich, ob eine Airbagweste so einen Lowsider überhaupt erkennen kann, vor allem rechtzeitig. Eigentlich findet im geschilderten Szenario sehr wenig Bewegung im Körper statt, bevor ich den Asphalt küsse.
 
Das kommt drauf an, wie weit du in die Vergangenheit schauen kannst. So Gyro misst eigentlich nicht Lage, sondern Lageveränderung. Du bist also in der 1. Ableitung unterwegs.

Jetzt fährst du in die Kurve und hast ca. 0,5s 60° Schränglage. Das heißt bei 1kHz und drei Gyros 1500 Messwerte. Davon sind vielleicht 700 brauchbar. Jetzt kommt aber das doofe. 3 Sensoren melden plötzlich abweichende Messwerte. Du weiß, das, das ziemlich wahrscheinlich 2 Messwerte scheiße sind. Was machste mit dem 3?

Also misst du nochmal. Wenn du auf dem Boden angekommen bist, ist zu erwarten, dass die Messwerte konvergieren (für geeignete Werte von Konvergenz). Jetzt ist es hier aber schon zu spät. Hilft also nicht. Was man dann sehr oft macht: Wenn du glaubst alle Messwerte sind komisch, sagst du es ist kaputt und löst aus, egal, was wirklich Sache ist. So hast du eine Chance, fertig zu sein, bevor das Gesicht bremst.
 
Motoplex
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