Bremsbeläge Auswahl

Hebel musste ich schon nachstellen. Bremsflüssigkeit war frisch, zwei Tage vorher gewechselt.

ABS hat nicht geregelt, war auf meiner RS660 auf 1 gestellt. Hatte anfangs noch Probleme das Hinterrad auf dem Boden zu lassen, gegen Ende des Tages brauchte ich mir da dann keine Gedanken mehr zu machen. Ob das wirklich jetzt an der Bremse lag oder ob mein rum probiereren mit meiner Körperposition ( Vier Buchstaben soweit wie möglich nach hinten) da verantwortlich sind, keine Ahnung.

Morgens war es laut nem Kumpel hinter mir zwei drei mal in der Luft, gegen Mittag nur noch entlastet und etwas am „tänzeln“. Wenn man das so nennt.
 
Nun ja, wenn das ABS nicht regelt, hatte der Reifen auf jeden Fall keinen Einfluss auf den Bremsweg, das steht mal fest.
Das an einem warmen Tag der Hebelweg schon mal nachgibt wenn man ambitioniert fährt, ist relativ normal, da würde ich mir keine Sorgen machen, solange sich das im erträglichen Rahmen bewegt.
Zum Thema Bremsstabilität kann man natürlich auch mit der Fahrwerkseinstellung ein wenig entgegenwirken, aber da fehlt mir die Detail Kenntnis, was bei der RS 660 da so möglich ist.
Grundtenor ist da natürlich die korrekten negativ Federwege zu ermitteln und einzustellen.
 
Servus, @bruchpilot.

Ich fahre selbst Brembo Sinter Rot (SA), in den verschiedensten Mopeds, auch in meiner V4-Tuono E4.
Vor allem auf der Straße, so auch bei den üblichen Pässe-Attacke-Kurven-Einsätzen....
Dabei werden alle Bremsscheiben tief-blau und bunt.
Die Bremsanlagen werden, auch wegen meines recht aggressiven Bremsstil, immer sehr heiß und kommen dabei durchaus an ihr "Hitzelimit". Übrigens auch mit den originalen Bremsklötzen der V4.

In der Intensität nicht ganz zu vergleichen, mit einer Rennstreckenbelastung, wo ein Bremstier, beim Anbremsen aus >250, im nächsten engen Eck, alles gibt. Damit einen regelrechten Hitzeschock in den Bremszangen auslöst und somit alles extremer punktueller Hitzebelastung aussetzt.
Aber, ich kenne das durchaus, wenn Sinterbeläge in ihre Hitzschwäche-Phase kommen, ihr Fadding entwickeln und man damit mehrere Pässe lang weiterfährt.
Das Bremsbeläge dabei, "oben raus" etwas nachlassen ist durchaus normal!
Nur explizite Rennstreckenbeläge werden dabei immer bissiger und griffiger, brauchen aber auch unbedingt diese Hitze um überhaupt zu funktionieren.

Aber, so schlimm wie es auch immer war, egal welches Moped, welches mit Brembo Rot ausgestattet war, ich hätte jederzeit mit Verstärkung des Hebeldrucks, das Heck dabei locker abheben lassen können! Wenn nicht der "falsche" ABS-Mode dies verhindert.

Die Brembo-Rot werden bei starker Hitzebelastung etwas schneller "stumpfer, müder", weniger bissig, als die originalen Beläge, ...ja durchaus.....aber das ich dadurch das Heck nicht mehr abheben lassen könnte, bin ich weit davon entfernt.



Meine Erfahrung......wenn es dann nicht mehr geht, das Heck abheben zu lassen:

- der Druckpunkt immer weicher wird --> Luft im System, kein Klötzeproblem.

- der Druckpunkt von Anfang an weich ist ---> siehe oben (Luft) ODER die Radial-Zangen sind nicht optimal parallel angebracht.

- deine Handkraft reicht nicht --> üben (Handtrainer) oder mit 3,4-Fingern bremsen.

- dein Hebelweg ist zu kurz, er kommt zu weit zum Griff, wenn er viel Druck aufbauen soll.
Klemmt bei 2-Finger vllt sogar die restlichen 2 ein --> Hebel deutlich weiter wegstellen, sodass man beim Hebelziehen NUR die vorderen Fingerglieder bewegen muss (die haben am meisten Kraft).
Um so nicht anfangen zu müssen die ganzen Fingen, mit Hand, "einzurollen" bis es ordentlich bremst. Damit verliert man auch jedes Bremsgefühl in der Hand.
Die Finger&Hand krampft sich nur mit Klammergriff an den Hebel.
Der Hebel muss soweit weg, das der Druckpunkt dort anfängt, wo sich nur die vordersten Fingerglieder dafür bewegen müssen.....dann hat man Kraft & Gefühl!



Gehst du öfter und intensiver auf die Rennstrecke, ist es durchaus sinnvoll, sich DAFÜR hitze-affinere Klötze reinzumachen. Dabei sollte man aber darauf achten, ob es sinnvoll ist, die gleichen Scheiben zu verwenden! Oft ist dies NICHT sinnvoll.

Denn was die Brembo-Rot auch noch bei hoher Hitzebelastung entwickeln, --> sie verschleißen recht schnell.......schonen dabei aber ungemein die Scheiben!
 
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Wär mal interessant zu wissen, über was für Zeiten wir beim te überhaupt sprechen. Um das mal ansatzweise einzuordnen. Weil regelmäßig in nen Stoppie zu bremsen ist entweder falsche Bedienung oder schon recht schnell.
Das würde dann auch helfen einzuordnen, woher das Problem kommen könnte. Also ist das Material schon am Ende, oder ist es vlt doch Luft im System. Grade wenn sich Luft im ABS Block gesammelt hat, herkömmlich und nicht penibelst entlüftet wurde und dann durch die Belastung auf der Renne das ABS doch mal kurz aufmacht und die Luft ins restliche System lässt...kann das gut diese Probleme verursachen.
Mit bisschen Zeiten kann man auch besser Beläge empfehlen. Ob SA noch reichen, SR besser wären oder man vorm Event noch was andres reinstecken sollte. Auch ob DOT4 noch reicht, oder rbf660 besser wäre etc kann man so schlecht empfehlen.


@Kurvenguide bin immer wieder über deine Ausführungen beeindruckt, das muss wirklich phänomenal sein was du dir auf deinen Touren da abhälst :D Mir wird ja immer wieder nachgesagt, dass ichs übertreibe, aber von solchen Bremsorgien bin ich weit entfernt :D Gar nicht böse gemeint und ich will das auch nicht in Frage stellen ;)
 
....., oder ist es vlt doch Luft im System. Grade wenn sich Luft im ABS Block gesammelt hat, herkömmlich und nicht penibelst entlüftet wurde und dann durch die Belastung auf der Renne das ABS doch mal kurz aufmacht und die Luft ins restliche System lässt...kann das gut diese Probleme verursachen....

@Kurvenguide bin immer wieder über deine Ausführungen beeindruckt, das muss wirklich phänomenal sein was du dir auf deinen Touren da abhälst :D Mir wird ja immer wieder nachgesagt, dass ichs übertreibe, aber von solchen Bremsorgien bin ich weit entfernt :D Gar nicht böse gemeint und ich will das auch nicht in Frage stellen ;)


Ja, so ein ABS-Block ist ein regelrecht "Luftsammler" im Bremssystem.....da stimme ich dir zu.
Und mit konventionellen Entlüften (Druck aufbauen - Nippel auf/zu - Pumpen - Druck aufbauen....) ist man chancenlos diese Luft dort zu entfernen.
In meinen Augen, geht das nur mit Unterdruck und starken Volumenstrom.
Aber das ist ein anderes Thema, darüber gibt es andere Beiträge.



Zu meinen "Bremsausführungen on Tour"....

Dabei bin ich bestimmt etwas "anders", aber sicher nicht der Einzige! Es gibt durchaus Tourbegleitungen die ähnlich blaue Bremsscheiben haben oder über ähnlich Probleme berichten.

Es ist oft ganz erstaunlich, welche Passstraßen die Bremsen fast unausweichlich an ihre Grenzen führen. Sehen meist unspektakulär aus, klein, verträumt und landschafts-verspielt.
Es muss nur ein Pass sein, der relativ flach abfallend, aber dafür lange den Weg ins Tal sucht. Und in "regelmäßigen" Abständen, enge 1,2-Gang-Kurven hat, die man aus kurzen Geraden (100-200Meter) hart anbremsen muss/kann.
Nichts "ultra schnelles, spektakuläres, mit schnellen, weiten Kurven", nein.
Ein kleiner Pass, der kilometerlang, eine Unzahl von engen Kurven aufbietet, welche man nach kurzen Geraden findet.
Spätestens auf halber Strecke nach unten, merkst du, das deine Bremsanlage anfängt "zu kämpfen".

Ich bin mir auch bewußt, das mein Bremsstil nicht unbedingt "die schnellste Art" ist. Denn, man überreitz und verdirbt damit sehr leicht den Kurveneingang, was dann den Rest der Kurve schwieriger macht.....es wird schnell "unrund".

Wahrscheinlich hat mich meine langjährige SM-Kurventour-Fahrerei, diesbezüglich verdorben.
Supermotos lieben diesen Fahrstil....."Irgendwie, zu spät & hart bremsend in die Kurve, in Schräglage.....neue Richtung -> GAS"....nur das können sie wirklich gut und hat sich bei mir eingebrannt.
Steige ich auf andere Bikes, neige ich dazu, in dieses Muster zurück zu fallen.......obwohl ich es eigentlich nicht will.

Damit müssen meine Bremsanlagen leben und zurechtkommen.
Es ist auch ganz normal, dass ich VR und Bremsklötze vorne, miteinander wechsle. Bei manchen wird das bei den Klötzen oft recht knapp.

So bin ich durchaus anspruchsvoll beim Brems-Verhalten und der -Performance, der Bremsanlage bei Mopeds.
Ich fahre gerne die unterschiedlichsten Mopeds, von 15PS bis 200+!
Funktionieren dort die Bremsen sehr gut und das FW ist OK, bin ich schon fast glücklich, egal was es ist.
Sind die Bremsen nicht gut oder zeigen Probleme, ist in meiner Welt das Gefährt SCHROTT, ich kann und will damit nicht fahren, egal was es ist.
Ein Moped, welches nicht sehr gut vollankern kann, ist für mich eine "gefühlte Katastrophe".

Natürlich, normal ist das nicht......kann aber nicht anders!

Ciao
Patrick
 
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Jetzt bin ich aber wirklich perplex, du tauscht deine brembo SA alle 1500km?? Ne warte, glaube du fährst ja immer Tourensportreifen mit relativ hoher Laufleistung, aber das sind ja bei soner Fahrweise am VR vielleicht 2500km. Bei mir halten die (bin nicht in der Lage mir das ordentlich aufzuschreiben) ca.5tkm und das find ich für Straße schon net grade lang 😅
Ich fahr aber auch echt nimmer so wild mit der Bremse, eher rund und lass gerne reinlaufen. Auch schon mal mit ordentlich Bremsdruck, aber net dass da kein Spielraum mehr für irgendwas ist.

Hab halt die Erfahrung gemacht, dass wenn man sehr gerne sehr schräg fährt, man das auf der Straße nicht noch mit trail braking bis aufs Knie verbinden sollte...dann ist da einfach kaum bis kein Puffer mehr für irgendeine Überraschung...das dann echt lieber aufm Kurs. Vor allem wenn man nicht nur Hausstrecke mit den immergleichen Kurven fährt...und selbst da isses net schlau.
Bremst du dann eher so unfassbar hart und fährst dann mit normalen Schräglagen durch die Kurve? Oder hämmerst du die Bude dann auch bis zum schleifenden Kat ums Eck?
Das würd ich mir echt gern mal anschauen :ROFLMAO:
 
Jetzt bin ich aber wirklich perplex, du tauscht deine brembo SA alle 1500km?? Ne warte, glaube du fährst ja immer Tourensportreifen mit relativ hoher Laufleistung, aber das sind ja bei soner Fahrweise am VR vielleicht 2500km. Bei mir halten die (bin nicht in der Lage mir das ordentlich aufzuschreiben) ca.5tkm und das find ich für Straße schon net grade lang 😅
Ich fahr aber auch echt nimmer so wild mit der Bremse, eher rund und lass gerne reinlaufen. Auch schon mal mit ordentlich Bremsdruck, aber net dass da kein Spielraum mehr für irgendwas ist.

Hab halt die Erfahrung gemacht, dass wenn man sehr gerne sehr schräg fährt, man das auf der Straße nicht noch mit trail braking bis aufs Knie verbinden sollte...dann ist da einfach kaum bis kein Puffer mehr für irgendeine Überraschung...das dann echt lieber aufm Kurs. Vor allem wenn man nicht nur Hausstrecke mit den immergleichen Kurven fährt...und selbst da isses net schlau.
Bremst du dann eher so unfassbar hart und fährst dann mit normalen Schräglagen durch die Kurve? Oder hämmerst du die Bude dann auch bis zum schleifenden Kat ums Eck?
Das würd ich mir echt gern mal anschauen :ROFLMAO:


Ja, Tourensportreifen.
Das VR und Klötze, zwischen 4000 & 7000km.

Die beschrieben "Bremskillerpässe", sind so klein, der Belag unruhig und zu kurvig, das man die nicht mit "Knie auf den Boden" fährt.

Aber.....Trail-Braking ist dabei fast Pflicht, weil die Kurven fast ausschließlich nicht voll einsehbar sind.
Sprich, du solltest im Kurveneingang jederzeit und immer bereit sein, deine Speed und Linie anpassen zu können.
Deshalb ist es sehr gut, wenn die Gabel durch bremsen unten ist (Geometrie ist handlicher) und du die Bremsen schon "in der Hand" hast, um schneller abbremsen zu können.
In diese Kurven, mit Speed "reinlaufen zu lassen".....ist nicht zu empfehlen, hohes Risiko!
Alleine schon, das die Gabel bei diesem Stil im Kurveneingang recht weit oben ist, macht das Fahrverhalten unpassend stabil.
Aber wenn du in diesem Zustand, dann doch ankern musst, rammst du, gefühlt, die Gabel von ganz oben in den Boden, .....die gedachte Kurvenlinie springt instant aus dem Fenster, die weitere Kurve wird zum Abenteuer.
Das Moped "erschrickt" dabei regelrecht und wird supernervös, fast panisch.

Ist die Gabel, durch Trail-Braking, vorgespannt und fast unten, bleibt das Moped bei ungeplanten Bremsmanövern IN der Kurve viel ruhiger. Nur ein kleines Eck in der Linie.
Auch das, durchs Bremsen verursachte, Aufrichten, kann dich dabei viel weniger überraschen, weil du ja eh schon mit gezogener Bremse in Schräglage abgetaucht bist und dies gerade voll kontrollierst....dann drückt es halt etwas mehr hoch, was mit leicht verstärktem Lenkerdruck locker zu beherrschen ist!

So ganz ohne Grund, ist mein Bremsstil nicht.
 
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Da hat der @Kurvenguide, wie der Name schon vermuten lässt, meiner allerbescheidensten Meinung nach, recht. Nicht zu spät ankern, leicht lösen und am Eingang bzw. beim Umlegen gefühlvoll auf der Bremse, ergibt maximale Kontrolle. Vor allem, wenn die Kurve nicht einsehbar ist und man reaktionsschnell sein möchte. Mache ich persönlich auch so.

Übrigens wäre ich für mein Tuono auf der Suche nach Bremsbelägen mit besserem Biss für meine Hinterradbremse. Hat da jemand einen Tipp?
 
Trail Braking beeinflusst ja auch die dynamische Radlastverteilung und den Reifen Latsch ein ganzes Stück.
Wenn man seinen Bremsvorgang bereits vor der Kurve abgeschlossen hat und die Bremse löst wird das Vorderrad entlastet, es findet ein Gewicht Transfer nach hinten statt. Dieser wird dann durch das weit verbreitete „Stützgas“ noch potenziert. Der Grip am Vorderrad nimmt dadurch ab. Nun ist es natürlich im Normal Betrieb so, dass dieser, gerade im Straßenverkehr immer noch völlig ausreicht, und somit keine negativen Folgen auftreten. Anders sieht es natürlich aus, wenn man aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse „improvisieren“ muss. Dann nämlich greift mit allen Folgen, was @Kurvenguide so blumig und Bildhaft beschrieben hat.


Zum Thema Bremsen hinten: das ist ein verkappter Supersportler, der wird nie eine vernünftige Bremsleistung hinten a la GS oder so erreichen. Mach Dir also keine zu große Hoffnung, dass sich etwas mit anderen Belägen signifikant verbessert.
 
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Übrigens wäre ich für mein Tuono auf der Suche nach Bremsbelägen mit besserem Biss für meine Hinterradbremse. Hat da jemand einen Tipp?

Ich fahre, auch hinten, Brembo Sinter Rot (gibt es bei Tante-Louis) und bin zufrieden damit.
Bissiger sind in der Regel auch die EBC-Beläge "for Street-Sport".

Die "Bissigkeit" der HR-Bremse, ist auch sehr Abhängig vom Druckpunkt der HR-Bremse, sprich Menge an Luft, im Bremssystem.
 
Ich habe eine Daumenbremse auf der Tuono. Die Dosierung funktioniert sehr gut, für mich viel besser als mit dem Fußhebel. Ich wünsche ich mir noch mehr Wirkung wenn ich drücke. Deshalb die Frage nach dem Belag. Die EBC Beläge klingen auch gut. Was nehmen?
 
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Moin zusammen,
mittlerweile bin ich wieder ein paar Turns gefahren und bin vielleicht auch etwas schlauer geworden. Mitgenommen habe ich bisher folgendes:
-das nicht abheben des Hinterrads war definitiv fehlende Kraft
-ABS Block muss ich wohl definitiv mal entlüften oder zumindest ansehen, @Kurvenguide wenn alles „kalt“ ist, ist der Druckpunkt schön da
-die SA Beläge verschleißen ja wirklich schnell auf der Renne, nach jetzt 10 Turns sind die fertig

Ich hab diesmal etwas drauf geachtet, ich fahr auf der Parabolika auf ca 230kmh, vom Gas und an die Bremse geh ich an der 150m Markierung.

@Patster Zeitlich fahre ich nur so 2:13er Zeiten, also nicht wirklich schnell.
 
Motoplex
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