desMo_
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Es ist Sonntag. Wie dieses Jahr dubioserweise üblich, gibts wieder mal eine Begegnung mit einer Gruppe Flachländern
7 Reisekisten aus Belgien stehen an einer roten Ampel, die unmittelbar in eines meiner Lieblingstäler führt. Schnell drängele ich mich an der stehenden Gruppe vorbei, bevor sie mir als mobile Straßensperre die halbe Strecke vermasselt und düse bei Grün los.
Wenige Meter später im moderaten Tempo leuchtet mir etwas ins Auge. GS-Scheinwerfer tauchen im Rückspiegel auf, dahinter eine Sportler-Kawa aus den 90ern, der Tank mit Leder bezogen. Die vorderen Zwei haben sich von ihrer Gruppe gelöst und wollen sich offensichtlich mit dem Lokalmatador messen. Mein erster Impuls lautet Runterschalten und den dreckigen Ausländern zeigen, wo der Frosch die Locken hat (Sorry, Überdosis Integrationspille
).
Aber der Gedanke fühlte sich falsch an. Dass ich den Jungs davonziehen würde, weil sie im Gegensatz zu mir die Strecke nicht kennen, lag auf der Hand und war wenig reizvoll. Wenn sich einer beim Versuch dranzubleiben am Ende mault und verletzt wäre es echt scheiße. Außerdem würde es den Straftatbestand eines illegalen Straßenrennens erfüllen und sowas tun V4-Fahrer per se nicht.
Hm. Ich schalte um. Vom unfairen Wettkampf zum Tourguide. Mein übliches Tempo schraube ich um 20% runter, so dass ich immer noch Spaß habe und die Jungs genug Reserven, um sich wohlzufühlen und notfalls korrigieren zu können. Kurve um Kurve ziehe ich die Beiden mit und gebe ihnen ein kleines Erlebnis als Einheimischer. Macht irgendwo eine Kurve zu, signalisier ich es. Halten sie in einem schnelleren Abschnitt mit, gibt es den Daumen hoch oder ich warte, bis wieder angeschlossen wird. Ihre Gruppe ist längst Geschichte. Die Kurvenhatz zieht sich über rund 20 Kilometer und endet schließlich auf einem Parkplatz neben der Strecke.
Wir ziehen die Helme ab. Breites Grinsen auf beiden Seiten, hochgestreckte Daumen und Schulterklopfer werden verteilt. Die Fahrer, geschätzt Mitte 30 und Ende 50, sagen mir, dass sie sich sehr darüber gefreut haben, dass zur Abwechslung mal einer nicht sein Ego präsentieren und davondonnern wollte, sondern sich angepasst hat um sie mitzunehmen. Zitat des deutschsprechenden, lachenden Belgiers: "Dass wir hier so schnell durchkommen habe ich nicht gedacht". Ich fühle mich gut. Es ist definitiv die bessere Entscheidung gewesen.
Der Rest der Gruppe kommt an. Wir unterhalten uns, sie zeigen mir die Route, ich gebe Tipps, welche Strecken sie meiden und alternativ nehmen sollen. Wir verabschieden uns, sie biegen rechts ab, ich links. Ich bin happy. Manchmal gewinnt man mehr, wenn man gar nicht versucht zu gewinnen.
Wenige Meter später im moderaten Tempo leuchtet mir etwas ins Auge. GS-Scheinwerfer tauchen im Rückspiegel auf, dahinter eine Sportler-Kawa aus den 90ern, der Tank mit Leder bezogen. Die vorderen Zwei haben sich von ihrer Gruppe gelöst und wollen sich offensichtlich mit dem Lokalmatador messen. Mein erster Impuls lautet Runterschalten und den dreckigen Ausländern zeigen, wo der Frosch die Locken hat (Sorry, Überdosis Integrationspille
Aber der Gedanke fühlte sich falsch an. Dass ich den Jungs davonziehen würde, weil sie im Gegensatz zu mir die Strecke nicht kennen, lag auf der Hand und war wenig reizvoll. Wenn sich einer beim Versuch dranzubleiben am Ende mault und verletzt wäre es echt scheiße. Außerdem würde es den Straftatbestand eines illegalen Straßenrennens erfüllen und sowas tun V4-Fahrer per se nicht.
Hm. Ich schalte um. Vom unfairen Wettkampf zum Tourguide. Mein übliches Tempo schraube ich um 20% runter, so dass ich immer noch Spaß habe und die Jungs genug Reserven, um sich wohlzufühlen und notfalls korrigieren zu können. Kurve um Kurve ziehe ich die Beiden mit und gebe ihnen ein kleines Erlebnis als Einheimischer. Macht irgendwo eine Kurve zu, signalisier ich es. Halten sie in einem schnelleren Abschnitt mit, gibt es den Daumen hoch oder ich warte, bis wieder angeschlossen wird. Ihre Gruppe ist längst Geschichte. Die Kurvenhatz zieht sich über rund 20 Kilometer und endet schließlich auf einem Parkplatz neben der Strecke.
Wir ziehen die Helme ab. Breites Grinsen auf beiden Seiten, hochgestreckte Daumen und Schulterklopfer werden verteilt. Die Fahrer, geschätzt Mitte 30 und Ende 50, sagen mir, dass sie sich sehr darüber gefreut haben, dass zur Abwechslung mal einer nicht sein Ego präsentieren und davondonnern wollte, sondern sich angepasst hat um sie mitzunehmen. Zitat des deutschsprechenden, lachenden Belgiers: "Dass wir hier so schnell durchkommen habe ich nicht gedacht". Ich fühle mich gut. Es ist definitiv die bessere Entscheidung gewesen.
Der Rest der Gruppe kommt an. Wir unterhalten uns, sie zeigen mir die Route, ich gebe Tipps, welche Strecken sie meiden und alternativ nehmen sollen. Wir verabschieden uns, sie biegen rechts ab, ich links. Ich bin happy. Manchmal gewinnt man mehr, wenn man gar nicht versucht zu gewinnen.