Ich klickte natürlich rein, als ich von
@Munky die Post-Überschrift las,
aber ich hab mir über die Jahre angewöhnt, dass ich bei Menschen, welche ich selbst nicht persönlich kenne oder kannte, nur höchst selten einen eigenen Post oder eine Bemerkung dazu schreibe.
So sollte es hier auch sein, dacht ich mir.
Ich kannte Michl nicht, doch merkwürdigerweise haben mich Munkys Zeilen auf eine seltsame und sehr tiefe Art und Weise berührt.
Es ist ja auch so:
Wenn man sich über Jahre in einem Forum rumtreibt, werden einem die Namen und Menschen dahinter doch irgendwie vertraut.
Man bekommt ihre (oft liebenswerten) Macken mit, ihre Vorlieben und manches Mal auch ihre Ängste.
Sie sind einem doch gar nicht so fremd, obwohl der direkte persönliche Bezug fehlt, denn jeder hier hat doch denselben „Nagel“ im Kopf: das Moped, das Motorradfahren, Benzin im Blut – deswegen sind hier ja auch noch viele im V4-Forum, selbst wenn sie – so wie ich – gar keine eigene Aprilia mehr in der Garage stehen haben.
Ich las seine von ihm erst kürzlich geschriebenen Posts über seine letzte Tour mit und dachte mir jedes Mal beim Lesen – so für mich selbst: Siehst, das ist der Grund, warum ich selbst keine Mopedtouren mehr fahren möchte – dieses Dreckswetter, wenn es einen erwischt, diese Arschlochkälte, welche in Füße, Hände, Finger und Körper kriecht, dich steif und unkonzentriert werden lässt – nein, ich brauch es einfach nimmer.
Ich verstand seinen Frust in den Zeilen nur zu deutlich, aber gleichzeitig musste ich ihn aufrichtig bewundern, dass er das so durchzog – Alter, meinen höchsten Respekt, dachte ich mir beim Lesen.
Und jetzt, nach seinem plötzlichen Tod, las ich noch sein Alter.
Mann, gerade mal 65, nur zwei Jahre jünger als ich?!
Ich weiß, was mir aktuell im Kopf noch alles für Blödsinn und so weiter einfällt, was man noch alles so vorhat, noch machen möchte … und überhaupt – keinen Gedanken an ein „Ende“ verschwendet … und wie oft sage ich zu mir: Ach, lass das für heute gut sein, das mache ich dann morgen.
Das Hirn bleibt jung, nur das Gehäuse, das wird alt.
(Meine Frau nennt mich immer einen zwölfjährigen Jungen mit Bart).
Und so wird es dem Michl genauso gegangen sein: den Kopf voller Gedanken, Ideen, voller Zukunftspläne …
Michl, ich wünsche deiner Seele alles Gute und hoffe, dass dort, wo sie jetzt ist, die Sonne für dich scheint, welche dich auf deiner letzten Motorradtour so im Stich gelassen hat.
Deinen Hinterbliebenen wünsche ich viel Kraft … und möge es ihnen ein Lächeln auf die Gesichter zaubern, wenn sie an die vielen schönen gemeinsam erlebten Augenblicke denken.