RS 660
Ja, vielleicht fahre ich im neuen Jahr eine Facelift-RS 660 probe.
Die Unbenutzbarkeit der Spiegel ab ~125 km/h hatte mich an meiner RS 660 sehr genervt.
Wenn ich es richtig verstanden habe, hat Aprilia den Ölverbrauch von ihr aber nicht in den Griff bekommen, richtig? Bei mehrtägigen Touren alle zwei bis drei Tage einen Liter Öl kaufen und nachkippen zu müssen empfände ich als überaus nervig, alleine schon, weil ich ein passendes Geschäft in der Routenplanung berücksichtigen müsste. Der große Ölverbrauch war für mich der Verkaufsgrund der RS 660.
Meine RSV4 verbraucht bislang übrigens gar kein Öl.
Verspannungen
Bei der RSV4 haben mir zum Saisonende drei Dinge vermerkt Abhilfe verschaffen:
- Tempomat rein bei 60 km/h innerorts oder 110 km/h außerorts
- Dabei stärker vom Lenker aufrichten und den Kopf runter drücken sowie kreiseln
- Nebeneffekt des Tempomattempos ist, dass auf Überbrückungsgeraden der Winddruck auf die Nackenmuskulatur deutlich abgenommen hat
Auch damit waren so sechs Stunden mit guten 400 km anstrengend genug. 8-10 Stunden Fahrzeit und das einige Tage hintereinander, wie es auf der SF 848 oder RS 660 ging, würde ich mir damit auf der RSV4 trotzdem nicht zutrauen. Sie ist einfach körperlich und mental wesentlich anstrengender.
Falls ich sie im Frühjahr nicht verkauft bekomme, werde ich es diesem Ansatz trotzdem nochmal mit mehrtägigen Touren auf der RSV4 probieren.
Mit den Armen hatte ich eigentlich keine großen Probleme auf der RSV4, nur irgendwann mit der Gashand, wofür ich schon bei der RS 660 innerorts und auf Geraden möglichst viel den Tempomaten zur Entlastung genutzt habe. Ich werde bei zukünftigen Touren versuchen, ob ich das Gas lockerer halten kann.
Den Hinweis von businesskasper zu mehr Oberkörpereinsatz hatte ich bei den letzten Touren der Saison auch schon genutzt, um den Kraftaufwand am Lenker zu reduzieren.
Glückwunsch übrigens zur Sofa-Bierathlon-Medaille!
Ergonomie
Die Ergonomie der SF 848 fand ich vor allem in Bezug auf die schmale Taille und den angenehm steilen Sitz sehr angenehm. Trotzdem hat sich die Sitzposition durch den zu hohen Lenker immer unnatürlich angefühlt. Solange ich nur Platz für ein Motorrad habe, kommt daher für mich keine Nackte in Frage.
Alternativen
Motorisch ist die neue Superbike-Klasse wesentlich angenehmer zu fahren, weil sie nicht zwischen Drehmomentloch und maßlosem Leistungsüberfluss schwankt.
Die R9 hat noch tiefere Stummel als die RSV4, hat einen gefühlt ähnlich langziehenden Tank und braucht kaum weniger Lenkkraft. Immerhin ist der Sitzbankwinkel steiler.
Die PV2 890 hat einen sehr angenehm kurzen Tank, aber leider eine absurd geformte Sitzbank (Anstieg vor dem Tank statt nach hinten) und deutlich zu weit nach außen rotierte, sehr breite aber angenehm hohe Stummel. Zudem klingt sie mit originalem Auspuff wirklich bescheiden.
Die Sitzposition PV2 955 war für mich zusammen mit der ersten Daytona 675 die bisher angenehmste, welche ich kennengelernt habe. Die alte PV2 hat aber ein Drehmomentloch bis 8k Umdrehungen. Das finde ich nur nervig, noch lästiger als bei der RSV4, welche immerhin ab 5k Leistung bekommt.
Die RC R habe ich als sehr angenehm handlich empfunden, zudem sie mit schmaler Taille und angenehmem Klang überzeugt hat. Mich stören die Optik, vor allem die hässlichsten aller hässlichen Winglets (fallen in schwarz zumindest nicht ganz so negativ auf) und die Aufpreispolitik, insbesondere für den Tempomaten, aber über letzteres würde ich hinweg sehen.
Touren
nairoIF, großen Respekt für 1.350 km an einem Tag!
Ich bestätige, basierend auf meinen Daten in Calimoto, dass ein Durchschnitt um 70 km/h bei Landstraßentouren gewöhnlich ist.