Verachtung anderer Motorradfahrer

desMo_

fleißig dabei...
Motorrad
Tuono V4 Factory
Modelljahr
2018
Auch wenn es möglicherweise nicht besonders neutral ist, diese Frage in einem Forum zu stellen, das auf einer italienischen Rennmaschine beruht, möchte ich meine Gedanken teilen, die mich selbst stören.

Irgendwann in meiner Jugend, als ich Gott von meiner Freundesliste entfernte und mich dem extremistischen Atheismus verschrieb (Konfliktpotenzial incoming), hatte ich die Freiheit, mir ein eigenes Wertesystem zu basteln. Unter anderem lag ich für mich fest, dass ich jedem Menschen den selben Wert beimessen möchte. Das ziehe ich auch heute mit Anfang 30 noch durch. Ich grüße die Putzkraft der Leihfirma mit dem selben Respekt, mit dem ich auch meine Kollegen oder Vorgesetzte grüße. Keiner ist mehr wert als der andere. Ich versuche immer höflich zu bleiben und Konflikte auf Augenhöhe zu lösen. Manchmal kann ich die Emotionen doch nicht zurückhalten, aber man begegnet vielen Arschlöchern im Leben und schließlich ist eine meiner zwei Kulturen neben Knoblauch auch für ihr Temperament bekannt :> Die Message ist angekommen.

Nirgendwo sollte mir das leichter fallen als unter Motorradfahrern. Wir alle teilen das selbe gefährliche Hobby, die selbe für viele nicht nachvollziehbare Leidenschaft. Wenn auch jeder seinen eigenen Zugang und Umgang damit hat, teilen wir die Faszination für die engste Verbindung zwischen Mensch und Maschine, für die intensivste Form der allgemein zugänglichen Dynamik. Ich genieße es, teil dieser Gemeinschaft zu sein und grüße seit 10 Jahren, sofern die Situation es zulässt. Trotzdem merke ich, wie sich in mir eine regelrechte Abneigung bis Ablehnung gegenüber bestimmte Kategorien entwickelt hat, die ich nicht abschütteln kann. Und die mich selbst zum Arschloch machen. Von schwach nach stark sortiert:


1 - Japanische Motorräder
Man mag darüber streiten, ob eine finanzielle Komponente mitschwingt. Dennoch habe ich bis auf wenige Ausnahmen (R1, H2, MTxx) eine Abneigung dagegen entwickelt. Langweilige Designs, hinkende Technik, "Joghurtbecher", Einheitsbrei aus Reihenzwei- und Vierzylinder... Ich respektiere das Preis/Leistungsverhältnis, ziehe den Hut vor der vielzitierten Zuverlässigkeit und bin prinzipiell beeindruckt von Motoren wie Yamahas CP2. Aber wenn ich mir das letzte Vierteljahrhundert ansehe, gibt es bis auf die R1 kein Motorrad aus Japan, das ich mir anlächeln würde. Japanische Motorräder sind in meinen Augen mittlerweile nicht mehr viel wert. Dabei besaß ich selbst mal eine GSX-R 750 und CBR 600 RR. Gerade letztere hatte mir vor 6 Jahren noch viel Freude bereitet. Erzählt mir aber heute jemand, dass er sich ein neues Motorrad gekauft hat und es entpuppt sich als Japaner, halte ich nur noch die gespielte Freude für ihn aufrecht. Meine bescheuerte Meinung muss seine Laune nicht verderben. Es ist absurd, ich kanns einfach nicht ablegen.

2 - Cruiser
Nope. Nope nope nope nope. Mein erstes Motorrad war auf dem Papier eine Kawasaki Vulkan S. Dass ich vom Kaufvertrag zurückgetreten bin und mir doch eine Street Triple 675 als erstes Moped auf den Hof gestellt habe, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Bis heute ist die Streety in jeder Generation DER Mittelklasse-Naked-Gott für mich. In den Folgejahren habe ich es öfter versucht, bin einige Harleys Probegefahren, darunter Customs, auch japanische Cruiser, Bonneville Bobber Black und Guzzi V9. Das hat zu folgendem Ergebnis geführt:
Cruiser sind für mich Missgeburten auf 2 Rädern. Was für eine ergonomische Scheiße und lustloses Traktorfahren ist das bitte? Wie kann man es nur als angenehm empfinden, die Füße nach vorne zu legen und Schräglage technisch zu verweigern? Zudem in vielen Fällen trotzdem nicht aufrecht, sondern vorgebeugt sitzend? Ein guter Freund von mir kam unter anderem von einer Tuono V4. Die hat ihm irgendwann psychisch so zugesetzt, dass er sie verkaufte und sich nach 10 Jahren der Zweiradkarriere die erste Cruiser zulegte. Nachdem ich dann meine erste Tuono hatte, wurde er kurz schwach, kaufte sich sehr spontan erneut eine Tuono, um sie nach einem Monat doch wieder zu verkaufen und sich von dem Geld eine Harley zu gönnen. Keine Marke verachte ich so sehr wie die überteuerten Krüppeltraktoren aus Milwaukee. Aber ja, ich gebe zu, umgebaut sehen die Kisten megageil aus, für mich ebenbürtig mit europäischen Superduperhyperbikes. Dabei bleibt es aber. Sobald ich merke, dass jemand Motorradfahrer ist und auf die Antwort, was er fährt, sowas kommt, ist das Interesse schlagartig weg und das Gesprächsthema wird langsam gewechselt. Vielleicht würde etwas im Format Diavel mich umstimmen, weiß ich nicht. Aber ich wage die vorlaute These, dass ich mir niemals eine verkackte Cruiser in den Hof stelle. Das man "im Alter" nicht automatisch auf eine Cruiser switcht, beweist das Forum.

3 - Poser
Jetzt reden wir nicht mehr von Abneigung oder Ablehnung. Ich hasse diese Plage. Bei mir im Raum Frankfurt gibt es ganze Gruppierungen, darunter auch eine ziemlich große, die dafür bekannt sind, den heißesten Scheiß a la M1000bla, Panigale, Fireblade-RRRRR etc. zu fahren und sie ausschließlich in der Stadt zu bewegen. Ausschließlich. Ich kenne so viele dieser Kandidaten und sehe sie immer rumstehen und posen, real wie auf Social Media. Gasstöße an den Ampeln, immer in Alltagskleidung, mit gezogener Kupplung am Drehzahlbegrenzer an Menschengruppen vorbei, hier im Cafe, dort in der Bar. Letztens stand ne M1000R mit eckigen Supercorsas vorm Friseur, bei feuchten 13°C und "Angststreifen" die attestieren, dass dieser Lutscher noch nie mehr als 30° Schräglage in seinem Leben gesehen hat. Das höchste der Gefühle sind Aussagen wie "Lass Autobahn ballern Bruder", "Hast du die GoPro aufgeladen??" und "Warte ich zieh mir ne Red Bull". Aber in ihrer Selbstwahrnehmung sind sie die krassesten Biker überhaupt. Ich schrieb diese ganzen Halbstarken regelmäßig an, wenn ich eine Tour mit paar Jungs fuhr und fragte, ob sie mitkommen wollen. Anfangs tatsächlich noch, um ihnen die schönen Seiten des Motorradfahrens zu zeigen. Was für tolle Strecken direkt vor ihrer Haustür liegen. Ihnen Linienwahl und Blickführung näherzubringen. Aber nachdem ein Jahr lang nie einer mitkam, tat ich es im zweiten Jahr nur noch, um mir die Bestätigung abzuholen, was für Pisser sie sind. Wie eine Genugtuung für meine Möchtegern-Erhabenheit. Noch größer als das, noch größer als meine Verachtung, ist mein Mitleid gegenüber den tollen Maschinen, die den siebten Superdupersportreifen aufgezogen kriegen, weil sie es ja wegen der Leistung brauchen...

Apropos Mitleid: Ein alter Klassenkamerad besitzt ein tolles Cafe direkt an unserem Marktplatz, wirklich schön. Seine Wohnung mit Tiefgarage ist 200 Meter entfernt. Manchmal im Sommer, wenn die Sitzplätze vor der Tür richtig voll waren, verschwand er kurz, um seine Ducati 848 anzuschmeißen und von der Tiefgarage über die Straße und quer über den Marktplatz vor sein Cafe zu rollen, um die Kiste vor den ganzen Leuten abzustellen. Natürlich ohne Helm, man soll ihn ja erkennen. Bis es nach Feierabend wieder 200 Meter in die Tiefgarage zurückging. Jedes Mal. 2 Jahre lang. Und die 848 war wirklich wunderschön. Komplett mattschwarz foliert und jede einzelne Schraube gegen eine rote aus Titan ersetzt. Ein Kunstwerk auf 2 Rädern. Irgendwann sah er von sich aus ein, dass es zu schade für die Maschine ist und er verkaufte sie. Sie hat in seinem Besitz keine 1.000 Kilometer gemacht. Das ist der eine Poser in meinem Umfeld, der sich rehabilitiert hat.


Worauf will ich hinaus?
Jetzt hab ich mich ausgekotzt und das Geschriebene durchgelesen. Beim lesen sage ich mir einerseits selbst "JA MAN", aber verstehe andererseits nicht, warum ich so einen Scheiß empfinde. Wo ist das Leben und leben lassen hin? Wo der angebliche gleiche Wert? Wieso stell ich mich über sie? Ich bin froh, mich zu "outen" und schäme mich selbst über meine Worte.

Geht es euch auch so? Empfindet ihr manchmal Ähnliches bei anderen? Paradebeispiel GS-Fahrer? Oder seid ihr doch gelassen genug? Was stimmt nicht mit mir amina koyim. Ist das der Anfang der langen Reise zum grimmigen Rentner?
 
Zuletzt bearbeitet:
Jedem das seine und Dir natürlich auch !
Wenn jemand Freude an seinem Tun hat - Gut ! Weil Freude vs Urteilen Verbissenheit Griesgrämerei Überheblichkeit Schubladendenken usw. gibt’s genug von auf dieser Welt.
 
Ich teile deine Gefühle in fast jeder Hinsicht. Mit einer Einschränkung: Meine weiße R6 RJ15 war nicht nur wunderschön, sondern auch sehr emotional zu fahren. Diese progressive Eskalation ab 10.000 bis 17.000 Umdrehungen ist sowas von geil. Die Ergonomie und Motorauslegung sind so extrem wie nach meinem Wissensstand bei keinem anderen Straßenmotorrad. Du weißt, du sitzt auf einer Waffe, gebaut, um Rennen zu gewinnen. Für die Straße ist sie purer Irrsinn, und genau das macht den Reiz aus.

Warum wir in diesen Dingen gleich ticken? Ich meine aus der Ferne erkannt zu haben, dass wir als Motorradfahrer recht ähnlich sind. Wir haben von Anfang an versucht uns fahrerisch zu verbessern und auf ein ordentliches Niveau zu kommen. Wir interessieren uns für die technischen, physikalischen Gründe, wie und warum das eine Motorrad besser als das andere ist. Wir wissen, dass eine gute Kurvenlinie und Fahrtechnik uns nicht nur schneller, sondern auch sicherer macht. Wir wissen, worauf es ankommt, um alles aus diesem Hobby herauszuholen.
Wer sich eine Chopper holt, hat all das nicht mal im Ansatz begriffen. Der sieht und hört eine Tuono und es ist, als würde Stevie Ray Vaughan einer Schildkröte vorspielen und von dieser erwarten, dass sie sich ein Urteil bilden kann.

Die unausweichliche Konsequenz davon ist, dass wir nicht zufällig bei der Aprilia Tuono V4 gelandet sind. Sie ist technisch, fahrerisch und emotional, die ultimative Offenbarung. Sie genügt unseren kultivierten Ansprüchen in jeder Hinsicht. Wir haben in zahlreichen Nahtoderfahrungen erkannt, wie kurz das Leben ist. Dass man diesen verdammten V4 unter Volllast ausdrehen muss, bis Pipi aus den Augen und Ejakulat aus den Ohren kommt.
 
GS Fahrer die voll aufgerödelt 5km zum Treff fahren. :sick:
Harley Ärsche die so laut sind das der Kaffe aus der Tasse spritzt.🤮
Ich mag sie nicht.🖕
und wenns zuviel wird hau ich ab ins tiefste grün.:love:;)
Gruss Rolf
 
Auch wenn es möglicherweise nicht besonders neutral ist, diese Frage in einem Forum zu stellen, das auf einer italienischen Rennmaschine beruht, möchte ich meine Gedanken teilen, die mich selbst stören.

Irgendwann in meiner Jugend, als ich Gott von meiner Freundesliste entfernte und mich dem extremistischen Atheismus verschrieb (Konfliktpotenzial incoming), hatte ich die Freiheit, mir ein eigenes Wertesystem zu basteln. Unter anderem lag ich für mich fest, dass ich jedem Menschen den selben Wert beimessen möchte. Das ziehe ich auch heute mit Anfang 30 noch durch. Ich grüße die Putzkraft der Leihfirma mit dem selben Respekt, mit dem ich auch meine Kollegen oder Vorgesetzte grüße. Keiner ist mehr wert als der andere. Ich versuche immer höflich zu bleiben und Konflikte auf Augenhöhe zu lösen. Manchmal kann ich die Emotionen doch nicht zurückhalten, aber man begegnet vielen Arschlöchern im Leben und schließlich ist eine meiner zwei Kulturen neben Knoblauch auch für ihr Temperament bekannt :> Die Message ist angekommen.

Nirgendwo sollte mir das leichter fallen als unter Motorradfahrern. Wir alle teilen das selbe gefährliche Hobby, die selbe für viele nicht nachvollziehbare Leidenschaft. Wenn auch jeder seinen eigenen Zugang und Umgang damit hat, teilen wir die Faszination für die engste Verbindung zwischen Mensch und Maschine, für die intensivste Form der allgemein zugänglichen Dynamik. Ich genieße es, teil dieser Gemeinschaft zu sein und grüße seit 10 Jahren, sofern die Situation es zulässt. Trotzdem merke ich, wie sich in mir eine regelrechte Abneigung bis Ablehnung gegenüber bestimmte Kategorien entwickelt hat, die ich nicht abschütteln kann. Und die mich selbst zum Arschloch machen. Von schwach nach stark sortiert:


1 - Japanische Motorräder
Man mag darüber streiten, ob eine finanzielle Komponente mitschwingt. Dennoch habe ich bis auf wenige Ausnahmen (R1, H2, MTxx) eine Abneigung dagegen entwickelt. Langweilige Designs, hinkende Technik, "Joghurtbecher", Einheitsbrei aus Reihenzwei- und Vierzylinder... Ich respektiere das Preis/Leistungsverhältnis, ziehe den Hut vor der vielzitierten Zuverlässigkeit und bin prinzipiell beeindruckt von Motoren wie Yamahas CP2. Aber wenn ich mir das letzte Vierteljahrhundert ansehe, gibt es bis auf die R1 kein Motorrad aus Japan, das ich mir anlächeln würde. Japanische Motorräder sind in meinen Augen mittlerweile nicht mehr viel wert. Dabei besaß ich selbst mal eine GSX-R 750 und CBR 600 RR. Gerade letztere hatte mir vor 6 Jahren noch viel Freude bereitet. Erzählt mir aber heute jemand, dass er sich ein neues Motorrad gekauft hat und es entpuppt sich als Japaner, halte ich nur noch die gespielte Freude für ihn aufrecht. Meine bescheuerte Meinung muss seine Laune nicht verderben. Es ist absurd, ich kanns einfach nicht ablegen.

2 - Cruiser
Nope. Nope nope nope nope. Mein erstes Motorrad war auf dem Papier eine Kawasaki Vulkan S. Dass ich vom Kaufvertrag zurückgetreten bin und mir doch eine Street Triple 675 als erstes Moped auf den Hof gestellt habe, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Bis heute ist die Streety in jeder Generation DER Mittelklasse-Naked-Gott für mich. In den Folgejahren habe ich es öfter versucht, bin einige Harleys Probegefahren, darunter Customs, auch japanische Cruiser, Bonneville Bobber Black und Guzzi V9. Das hat zu folgendem Ergebnis geführt:
Cruiser sind für mich Missgeburten auf 2 Rädern. Was für eine ergonomische Scheiße und lustloses Traktorfahren ist das bitte? Wie kann man es nur als angenehm empfinden, die Füße nach vorne zu legen und Schräglage technisch zu verweigern? Zudem in vielen Fällen trotzdem nicht aufrecht, sondern vorgebeugt sitzend? Ein guter Freund von mir kam unter anderem von einer Tuono V4. Die hat ihm irgendwann psychisch so zugesetzt, dass er sie verkaufte und sich nach 10 Jahren der Zweiradkarriere die erste Cruiser zulegte. Nachdem ich dann meine erste Tuono hatte, wurde er kurz schwach, kaufte sich sehr spontan erneut eine Tuono, um sie nach einem Monat doch wieder zu verkaufen und sich von dem Geld eine Harley zu gönnen. Keine Marke verachte ich so sehr wie die überteuerten Krüppeltraktoren aus Milwaukee. Aber ja, ich gebe zu, umgebaut sehen die Kisten megageil aus, für mich ebenbürtig mit europäischen Superduperhyperbikes. Dabei bleibt es aber. Sobald ich merke, dass jemand Motorradfahrer ist und auf die Antwort, was er fährt, sowas kommt, ist das Interesse schlagartig weg und das Gesprächsthema wird langsam gewechselt. Vielleicht würde etwas im Format Diavel mich umstimmen, weiß ich nicht. Aber ich wage die vorlaute These, dass ich mir niemals eine verkackte Cruiser in den Hof stelle. Das man "im Alter" nicht automatisch auf eine Cruiser switcht, beweist das Forum.

3 - Poser
Jetzt reden wir nicht mehr von Abneigung oder Ablehnung. Ich hasse diese Plage. Bei mir im Raum Frankfurt gibt es ganze Gruppierungen, darunter auch eine ziemlich große, die dafür bekannt sind, den heißesten Scheiß a la M1000bla, Panigale, Fireblade-RRRRR etc. zu fahren und sie ausschließlich in der Stadt zu bewegen. Ausschließlich. Ich kenne so viele dieser Kandidaten und sehe sie immer rumstehen und posen, real wie auf Social Media. Gasstöße an den Ampeln, immer in Alltagskleidung, mit gezogener Kupplung am Drehzahlbegrenzer an Menschengruppen vorbei, hier im Cafe, dort in der Bar. Letztens stand ne M1000R mit eckigen Supercorsas vorm Friseur, bei feuchten 13°C und "Angststreifen" die attestieren, dass dieser Lutscher noch nie mehr als 30° Schräglage in seinem Leben gesehen hat. Das höchste der Gefühle sind Aussagen wie "Lass Autobahn ballern Bruder", "Hast du die GoPro aufgeladen??" und "Warte ich zieh mir ne Red Bull". Aber in ihrer Selbstwahrnehmung sind sie die krassesten Biker überhaupt. Ich schrieb diese ganzen Halbstarken regelmäßig an, wenn ich eine Tour mit paar Jungs fuhr und fragte, ob sie mitkommen wollen. Anfangs tatsächlich noch, um ihnen die schönen Seiten des Motorradfahrens zu zeigen. Was für tolle Strecken direkt vor ihrer Haustür liegen. Ihnen Linienwahl und Blickführung näherzubringen. Aber nachdem ein Jahr lang nie einer mitkam, tat ich es im zweiten Jahr nur noch, um mir die Bestätigung abzuholen, was für Pisser sie sind. Wie eine Genugtuung für meine Möchtegern-Erhabenheit. Noch größer als das, noch größer als meine Verachtung, ist mein Mitleid gegenüber den tollen Maschinen, die den siebten Superdupersportreifen aufgezogen kriegen, weil sie es ja wegen der Leistung brauchen...

Apropos Mitleid: Ein alter Klassenkamerad besitzt ein tolles Cafe direkt an unserem Marktplatz, wirklich schön. Seine Wohnung mit Tiefgarage ist 200 Meter entfernt. Manchmal im Sommer, wenn die Sitzplätze vor der Tür richtig voll waren, verschwand er kurz, um seine Ducati 848 anzuschmeißen und von der Tiefgarage über die Straße und quer über den Marktplatz vor sein Cafe zu rollen, um die Kiste vor den ganzen Leuten abzustellen. Natürlich ohne Helm, man soll ihn ja erkennen. Bis es nach Feierabend wieder 200 Meter in die Tiefgarage zurückging. Jedes Mal. 2 Jahre lang. Und die 848 war wirklich wunderschön. Komplett mattschwarz foliert und jede einzelne Schraube gegen eine rote aus Titan ersetzt. Ein Kunstwerk auf 2 Rädern. Irgendwann sah er von sich aus ein, dass es zu schade für die Maschine ist und er verkaufte sie. Sie hat in seinem Besitz keine 1.000 Kilometer gemacht. Das ist der eine Poser in meinem Umfeld, der sich rehabilitiert hat.


Worauf will ich hinaus?
Jetzt hab ich mich ausgekotzt und das Geschriebene durchgelesen. Beim lesen sage ich mir einerseits selbst "JA MAN", aber verstehe andererseits nicht, warum ich so einen Scheiß empfinde. Wo ist das Leben und leben lassen hin? Wo der angebliche gleiche Wert? Wieso stell ich mich über sie? Ich bin froh, mich zu "outen" und schäme mich selbst über meine Worte.

Geht es euch auch so? Empfindet ihr manchmal Ähnliches bei anderen? Paradebeispiel GS-Fahrer? Oder seid ihr doch gelassen genug? Was stimmt nicht mit mir amina koyim. Ist das der Anfang der langen Reise zum grimmigen Rentner?
Ich bin wohl annähernd doppelt so alt und empfinde bis auf die Japaner recht ähnlich. Meine Erkenntnis zu Japanern ist, ja sie haben mittlerweile optisch stark nachgelassen, sind allerdings was Qualität und somit Langlebigkeit betrifft vielen europäischen Bikes meilenweit voraus und von daher für viele immer noch eine bezahlbare Alternative. Nicht umsonst hat die Z900 in der Zulassungsstastik die olle GS überholt. Von mir aus soll jeder fahren was er möchte, was ich allerdings nicht mag sind Poser und erst recht nicht die, die mit extrem lauten Motorrädern anderen auf den Sack gehen. Wir haben hier so einen Bikertreff mitten im schönen Elm und wenn da so Spezialisten mit ihren Harley's kommen und alle müssen ihr Gespräch kurz beenden, könnte ich jedes Mal 🤮, am besten noch zusätzlich laut Musik an die keiner freiwillig hören möchte. Die Gattung Biker schleicht förmlich über die Landstraße und jedes Mal wenn sie Publikum spüren wird am Hahn gedreht, dass anderen die Tassen aus dem Schrank fallen, natürlich ganz besonders Innerorts. Dazu kommt, dass sie sich fast alle zu einer gefährlichen Gattung dazugehörig fühlen, was ihr Selbstwertgefühl steigen lässt.
Ich fahre am liebsten Kurven und das in der Regel mit mehr als 30 Grad Schräglage, fahre allerdings am liebsten alleine und benötige kein Publikum und je leiser ich den Spaß genießen kann, desto besser für mich und andere.

Für richtig Spaß gibt es ja auch noch Rennstrecken, da geht man auch niemandem wirklich auf den Sack
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Beim lesen sage ich mir einerseits selbst "JA MAN", aber verstehe andererseits nicht, warum ich so einen Scheiß empfinde.
Du beschreibst hier ein menschliches Debakel das ganze Religionen und Divisionen von Philosophen umtreibt.

Schopenhauer hat das mal sehr anschaulich beschrieben:

„Du kannst machen was Du willst. Aber Du kannst nicht wollen was Du willst!“

Im Kern geht es darum, dass wir emotionale Wesen sind, die sich selbst rational vorkommen, aber alles andere als das sind.

Den Ursprung unserer Emotionen ist weitgehend unbekannt und sie sind kaum steuerbar.

Konsequent durchdacht bedeutet das, dass wir im wesentlichen von einer uns unbekannten, kaum beeinflussbaren Kraft gesteuert werden.

Mein Mittel dagegen ist simpel.
Einerseits die Regel zu beherzigen:
„Du darfst nicht alles glauben was Du denkst!“
Das hilft schon enorm gelassener zu bleiben und sich selbst in Frage zu stellen.

Andererseits die Aufforderung an sich selbst, sich gedanklich 2 Meter neben sich zu stellen und sich selbst zu beobachten. Ermöglicht der Ratio verstärkt tätig zu werden.

Ansonsten hilft die Erkenntnis dass Abneigung oder gar Hass, das angefeindete Objekt in den allermeisten Fällen überhaupt nicht bemerkt. Wie soll der Harley Fahrer neben Dir auch wissen was Du denkst. Also existiert das nur in Dir. Ihm ist es unbekannt.

Also wozu der Aufriss. Man kann es dann auch sein lassen und statt zu hassen was fröhliches machen.

Just my 2 Cents!
 
GS Fahrer die voll aufgerödelt 5km zum Treff fahren. :sick:
Harley Ärsche die so laut sind das der Kaffe aus der Tasse spritzt.🤮
Erinnert mich irgendwie an den Treff " Grafmühle" 🤢🤮.
Keine 10 km von mir entfernt und genau aus diesem Grund, schon mindestens 3 Jahre nicht mehr dort angehalten 😔.
 
@desMo_
Ich bin voll Deiner Meinung, was die Poser-Fraktion angeht.
Und auf nen Cruiser will ich mich auch (noch) nicht setzen; bin ja erst 60🤷🏼‍♂️😉. (……flüster: Diavel RS oder Rocket würde ich aber gerne mal erleben).

Aber eigentlich bin ich auch ganz froh, dass es mopedfahrer gibt, die da nen anderen Geschmack haben; das hält die Szene vielfältig ☝🏻.
Wäre halt der Idealfall, wenn das ganze funktionieren könnte, ohne das sich die verschiedenen Fraktionen auf den Sack gehen … da muss man dran arbeiten (ich versuche jedenfalls tolerant zu bleiben, oder die, die nerven, zu ignorieren; kann aber auch Deine Statements zu 98% nachvollziehen)
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch wenn es möglicherweise nicht besonders neutral ist, diese Frage in einem Forum zu stellen, das auf einer italienischen Rennmaschine beruht, möchte ich meine Gedanken teilen, die mich selbst stören.

Irgendwann in meiner Jugend, als ich Gott von meiner Freundesliste entfernte und mich dem extremistischen Atheismus verschrieb (Konfliktpotenzial incoming), hatte ich die Freiheit, mir ein eigenes Wertesystem zu basteln. Unter anderem lag ich für mich fest, dass ich jedem Menschen den selben Wert beimessen möchte. Das ziehe ich auch heute mit Anfang 30 noch durch. Ich grüße die Putzkraft der Leihfirma mit dem selben Respekt, mit dem ich auch meine Kollegen oder Vorgesetzte grüße. Keiner ist mehr wert als der andere. Ich versuche immer höflich zu bleiben und Konflikte auf Augenhöhe zu lösen. Manchmal kann ich die Emotionen doch nicht zurückhalten, aber man begegnet vielen Arschlöchern im Leben und schließlich ist eine meiner zwei Kulturen neben Knoblauch auch für ihr Temperament bekannt :> Die Message ist angekommen.

Nirgendwo sollte mir das leichter fallen als unter Motorradfahrern. Wir alle teilen das selbe gefährliche Hobby, die selbe für viele nicht nachvollziehbare Leidenschaft. Wenn auch jeder seinen eigenen Zugang und Umgang damit hat, teilen wir die Faszination für die engste Verbindung zwischen Mensch und Maschine, für die intensivste Form der allgemein zugänglichen Dynamik. Ich genieße es, teil dieser Gemeinschaft zu sein und grüße seit 10 Jahren, sofern die Situation es zulässt. Trotzdem merke ich, wie sich in mir eine regelrechte Abneigung bis Ablehnung gegenüber bestimmte Kategorien entwickelt hat, die ich nicht abschütteln kann. Und die mich selbst zum Arschloch machen. Von schwach nach stark sortiert:


1 - Japanische Motorräder
Man mag darüber streiten, ob eine finanzielle Komponente mitschwingt. Dennoch habe ich bis auf wenige Ausnahmen (R1, H2, MTxx) eine Abneigung dagegen entwickelt. Langweilige Designs, hinkende Technik, "Joghurtbecher", Einheitsbrei aus Reihenzwei- und Vierzylinder... Ich respektiere das Preis/Leistungsverhältnis, ziehe den Hut vor der vielzitierten Zuverlässigkeit und bin prinzipiell beeindruckt von Motoren wie Yamahas CP2. Aber wenn ich mir das letzte Vierteljahrhundert ansehe, gibt es bis auf die R1 kein Motorrad aus Japan, das ich mir anlächeln würde. Japanische Motorräder sind in meinen Augen mittlerweile nicht mehr viel wert. Dabei besaß ich selbst mal eine GSX-R 750 und CBR 600 RR. Gerade letztere hatte mir vor 6 Jahren noch viel Freude bereitet. Erzählt mir aber heute jemand, dass er sich ein neues Motorrad gekauft hat und es entpuppt sich als Japaner, halte ich nur noch die gespielte Freude für ihn aufrecht. Meine bescheuerte Meinung muss seine Laune nicht verderben. Es ist absurd, ich kanns einfach nicht ablegen.

2 - Cruiser
Nope. Nope nope nope nope. Mein erstes Motorrad war auf dem Papier eine Kawasaki Vulkan S. Dass ich vom Kaufvertrag zurückgetreten bin und mir doch eine Street Triple 675 als erstes Moped auf den Hof gestellt habe, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Bis heute ist die Streety in jeder Generation DER Mittelklasse-Naked-Gott für mich. In den Folgejahren habe ich es öfter versucht, bin einige Harleys Probegefahren, darunter Customs, auch japanische Cruiser, Bonneville Bobber Black und Guzzi V9. Das hat zu folgendem Ergebnis geführt:
Cruiser sind für mich Missgeburten auf 2 Rädern. Was für eine ergonomische Scheiße und lustloses Traktorfahren ist das bitte? Wie kann man es nur als angenehm empfinden, die Füße nach vorne zu legen und Schräglage technisch zu verweigern? Zudem in vielen Fällen trotzdem nicht aufrecht, sondern vorgebeugt sitzend? Ein guter Freund von mir kam unter anderem von einer Tuono V4. Die hat ihm irgendwann psychisch so zugesetzt, dass er sie verkaufte und sich nach 10 Jahren der Zweiradkarriere die erste Cruiser zulegte. Nachdem ich dann meine erste Tuono hatte, wurde er kurz schwach, kaufte sich sehr spontan erneut eine Tuono, um sie nach einem Monat doch wieder zu verkaufen und sich von dem Geld eine Harley zu gönnen. Keine Marke verachte ich so sehr wie die überteuerten Krüppeltraktoren aus Milwaukee. Aber ja, ich gebe zu, umgebaut sehen die Kisten megageil aus, für mich ebenbürtig mit europäischen Superduperhyperbikes. Dabei bleibt es aber. Sobald ich merke, dass jemand Motorradfahrer ist und auf die Antwort, was er fährt, sowas kommt, ist das Interesse schlagartig weg und das Gesprächsthema wird langsam gewechselt. Vielleicht würde etwas im Format Diavel mich umstimmen, weiß ich nicht. Aber ich wage die vorlaute These, dass ich mir niemals eine verkackte Cruiser in den Hof stelle. Das man "im Alter" nicht automatisch auf eine Cruiser switcht, beweist das Forum.

3 - Poser
Jetzt reden wir nicht mehr von Abneigung oder Ablehnung. Ich hasse diese Plage. Bei mir im Raum Frankfurt gibt es ganze Gruppierungen, darunter auch eine ziemlich große, die dafür bekannt sind, den heißesten Scheiß a la M1000bla, Panigale, Fireblade-RRRRR etc. zu fahren und sie ausschließlich in der Stadt zu bewegen. Ausschließlich. Ich kenne so viele dieser Kandidaten und sehe sie immer rumstehen und posen, real wie auf Social Media. Gasstöße an den Ampeln, immer in Alltagskleidung, mit gezogener Kupplung am Drehzahlbegrenzer an Menschengruppen vorbei, hier im Cafe, dort in der Bar. Letztens stand ne M1000R mit eckigen Supercorsas vorm Friseur, bei feuchten 13°C und "Angststreifen" die attestieren, dass dieser Lutscher noch nie mehr als 30° Schräglage in seinem Leben gesehen hat. Das höchste der Gefühle sind Aussagen wie "Lass Autobahn ballern Bruder", "Hast du die GoPro aufgeladen??" und "Warte ich zieh mir ne Red Bull". Aber in ihrer Selbstwahrnehmung sind sie die krassesten Biker überhaupt. Ich schrieb diese ganzen Halbstarken regelmäßig an, wenn ich eine Tour mit paar Jungs fuhr und fragte, ob sie mitkommen wollen. Anfangs tatsächlich noch, um ihnen die schönen Seiten des Motorradfahrens zu zeigen. Was für tolle Strecken direkt vor ihrer Haustür liegen. Ihnen Linienwahl und Blickführung näherzubringen. Aber nachdem ein Jahr lang nie einer mitkam, tat ich es im zweiten Jahr nur noch, um mir die Bestätigung abzuholen, was für Pisser sie sind. Wie eine Genugtuung für meine Möchtegern-Erhabenheit. Noch größer als das, noch größer als meine Verachtung, ist mein Mitleid gegenüber den tollen Maschinen, die den siebten Superdupersportreifen aufgezogen kriegen, weil sie es ja wegen der Leistung brauchen...

Apropos Mitleid: Ein alter Klassenkamerad besitzt ein tolles Cafe direkt an unserem Marktplatz, wirklich schön. Seine Wohnung mit Tiefgarage ist 200 Meter entfernt. Manchmal im Sommer, wenn die Sitzplätze vor der Tür richtig voll waren, verschwand er kurz, um seine Ducati 848 anzuschmeißen und von der Tiefgarage über die Straße und quer über den Marktplatz vor sein Cafe zu rollen, um die Kiste vor den ganzen Leuten abzustellen. Natürlich ohne Helm, man soll ihn ja erkennen. Bis es nach Feierabend wieder 200 Meter in die Tiefgarage zurückging. Jedes Mal. 2 Jahre lang. Und die 848 war wirklich wunderschön. Komplett mattschwarz foliert und jede einzelne Schraube gegen eine rote aus Titan ersetzt. Ein Kunstwerk auf 2 Rädern. Irgendwann sah er von sich aus ein, dass es zu schade für die Maschine ist und er verkaufte sie. Sie hat in seinem Besitz keine 1.000 Kilometer gemacht. Das ist der eine Poser in meinem Umfeld, der sich rehabilitiert hat.


Worauf will ich hinaus?
Jetzt hab ich mich ausgekotzt und das Geschriebene durchgelesen. Beim lesen sage ich mir einerseits selbst "JA MAN", aber verstehe andererseits nicht, warum ich so einen Scheiß empfinde. Wo ist das Leben und leben lassen hin? Wo der angebliche gleiche Wert? Wieso stell ich mich über sie? Ich bin froh, mich zu "outen" und schäme mich selbst über meine Worte.

Geht es euch auch so? Empfindet ihr manchmal Ähnliches bei anderen? Paradebeispiel GS-Fahrer? Oder seid ihr doch gelassen genug? Was stimmt nicht mit mir amina koyim. Ist das der Anfang der langen Reise zum grimmigen Rentner?
Wow da hasch so ein " Manifest " naus ghaut :unsure:....klar isch Winter 🤷‍♂️:X3:😞...mach Dir nit soviel Sorger des wird Scho🏁(y)🏍️;)
 
@Hinleger exakt bro! Du sprichst mir aus der Seele. Wir hatten ja mal ein Gespräch bezüglich Taunus, Eifel und Stuttgart. Ich warte 2026 auf die Nachricht 🙃

@Monty1 der Abschnitt mit "wenn sie Publikum spüren" trifft es auf den Punkt 😄 ich mein ein kleiner Poser steckt auch in mir, aber dafür dreh ich keine Runden und gehe Leuten nicht gezielt auf den Sack, sondern rolle an Cafes, Kinderwägen, Tieren etc. mit gezogener Kupplung vorbei. Die V4 ist schließlich auch alles andere als leise.

@twister13 sehr spannender und interessanter Beitrag. Hast du Philosophie studiert?


Es ist gar nicht tragisch. Ich frage mich nur, wie sich etwas in mir entwickelt hat, das gegen meine eigenen Grundprinzipien verstößt :unsure:
Und ich hatte Bock zu schreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist im Grunde gar nicht so tragisch, aber ich frage mich selbst, wie sich so etwas in mir entwickelt hat, das gegen meine eigenen Grundprinzipien verstößt :unsure:
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Des isch scho mol gut 👍 das des für Dich nit so tragisch isch 😉 warum Du gegen Deine Prinzipien verstößt 🤷🏻‍♂️na da musch scho selber dahinter kommen oder in Therapie aber Selbsterkenntnis isch scho mol der erste Weg zu Besserung viel Glück 🫡😉
 
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