Panamericana

retoG

hat wirklich was drauf...
Hallo Leute

Im Winter 2022 - 2023 hat es hier in diesem feinen Forum einen Thread über unsere Reiseziele 2023 gegeben. Damals habe ich dort geschrieben, dass wir (meine Partnerin und ich) vor der Reise unseres Lebens stehen. Ich wurde aufgefordert auch Bilder zur Reise zu liefern. Da ich den Thread von damals nicht mehr finde habe ich mich entschieden euch in einem neuen zu unterhalten:

PANAMERICANA

Im Vorfeld zur Reise haben wir hier in der Schweiz so einiges "abgehängt"
So habe ich meinen Wohnsitz aufgegeben und meine Partnerin ihr Haus verkauft. Dieser Schritt hat auch damit zu tun, dass wir uns für unsere Zukunft flexibel und unabhängig aufstellen wollten. Unsere Arbeitgeber mussten zur Kenntnis nehmen, dass wir für 12 Monate weg sind, waren aber sehr entgegenkommend und haben uns für die Zeit nach der Reise die Arbeitsplätze zugesichert. Dies hat einige Vorteile im bezug auf Versicherung, Rente und lässt einem generell ruhiger an die Sache rangehen. Also sehr viel zu tun und zu bedenken vor dem Reiseantritt.

Wir haben uns fast keine Ziele gesetzt:

- Strecke von Alaska bis ziemlich weit runter in Südamerika.........wie weit wissen wir noch nicht
- ungefähr zu Weihnachten 23 den Darian Gap überwinden und nach Südamerika wechseln
- wenn möglich den Gletscher Perito Moreno sehen
- im August 24 wieder zu arbeiten beginnen
......... Alles andere nahmen wir zu gegebener Zeit und vor Ort in Angriff...........Also Los!!!!

Am 15.Juli 2023 haben wir unsere beiden Yamaha Tenere 700 flugfähig gemacht und am Flughafen Stuttgart abgegeben. Diese werden wir hoffentlich in Anchorage wieder sehen.

In den Tagen danach haben wir uns von Freunden und Familien verabschiedet. Alle restlichen Schlüssel vom bisherigen Leben abgegeben.
Am 20. Juli 2024 ging es auf den Flughafen Zürich. Wir hatten tatsächlich nur noch die Schlüssel für unsere Ténérés und ein kleiner Rollkoffer dabei. Sonst nichts!
Für uns ging es zuerst für eine Woche nach New York. Eine phantastische Stadt. Wir waren beide noch nie dort.

Nach dieser ersten Woche, natürlich ohne Motorräder, ging es weiter nach Anchorage Alaska. Dort haben wir unsere Motorräder zuerst temporär eingeführt und danach in Empfang genommen und fahrfertig gemach. Yeaahhh, die Dinger laufen
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Von nun an hiess es fahren, fahren, fahren, staunen und die Welt entdecken. Nach ein paar Wochen Alaska ging es ganz im Norden rüber nach Kanada. Unser "kurzfristiges" Ziel hies Dempster Highway (zweimal 800 km Schotterstrasse) und der Arktische Ozean. Tatsächlich zeigte sich auf dem Dempster zum ersten Mal die Defekthexe. Plattfuss hinten am Bike meiner Partnerin. Somit konnte sich unser mitgeführtes Werkzeug ein erstes Mal unter Beweis stellen. Ich hatte gaaaaaaanz früher mal Mechaniker gelernt und schraube heute noch gerne. Also alles kein Problem. Trotzdem würde ich jedem anraten sein Bike gut zu kennen um einfache Reparaturen selbst durchführen zu können.
Das befahren des Dempster Highway dauerte ca acht Tage.
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Camping am Dempster Highway

Vom arktischen Ozean (Tuktoyaktuk) ging es nun ganz allgemein und allmählich in Richtung Süden

Yukon, British Columbia , Jasper, Banff, usw.
In dieser Region dann die ersten Begegnungen mit wirklich wildem Getiere. Vor allem Bären, Bisons und Moose
Dieser wirklich grosse Grizzly hat dich schon im Auge wenn du noch nichts von ihm weisst 😉
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Distanz ca 30 bis 40 Meter. Wenn der sich mal in Bewegung setzt..........ist es wahrscheinlich schon zu spät.

Am Stadtrand von Vancouver wurden wir von einer Bärin mit zwei Jungen beim Frühstück auf dem Gartensitzplatz überrascht. Distanz 2.5 Meter.
Wohl für alle überraschend, auch gefährlich, geflutet mit Adrenalin...........aber einfach unbezahlbar!

Eine Woche Vancouver Island.........unglaublich schön

Am 5. September 23 haben wir die kanadisch-amerikanishe Grenze überquert.
Das nächste Abenteuer hiess Idaho-BDR (Backcountry Discovery Routes........ gerne mal auf YouTube anschauen) Also eine Strecke durch den Bundesstaat Idaho. 1250 Meilen offroad in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. 9 Tage Abenteuer pur!!!! Ab und zu kleine Orte, ab und zu andere Motorradfahrer..........Wir werden diese Tage nie im Leben vergessen.
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Ich weiss nicht wieviele Bilder oder Videos man hier in einen Post hochladen kann. Und eine Pause muss auch mal sein ;-)
Deshalb: Vortsetzung folgt!
Bis demnächst.

Reto
 
PANAMERICANA Part 2

Ich habe euch von einigen Begegnungen oder Sichtungen mit Tieren berichtet. Und wenn ich mich erinnere, muss ich sagen, dass genau dies zu den absoluten Highlights unserer Reise gehört. Was haben wir nicht alles für spannende Tiere gesehen.

Bären, Bisons, Moose, Krokodile und Alligatoren, Schlangen, Ameisenbär, Kolibri, Condore, Lamas, Seesterne, Vicunas, Faultiere, Ziegen, Schweine, Spinnen, Wale, Schmetterlinge, Papageien, verschiedene Affen, Echsen und Leguane, Blattschneider- und Goldarschameisen und viele mehr.
Stellvertretend nochmals diese Bären
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Hier gibt es im Moment kein durchkommen
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Zu den USA möchte ich mich kurz halten. Wie im ersten Teil berichtet, sind wir in Idaho eingereist sind durch Utah gefahren. Haben Station gemacht in Las Vegas sind mehr oder weniger durchs Death Valley gefahren die Nationalparks Yosemite, Bryce Canyon und Yellowstone bereist und haben unserer Lieblingsstadt San Francisco eine Woche geschenkt. Über den Highway Nr 1 südwärts bis San Diego haben wir Los Angeles gequert und schnellstmöglich hinter uns gelassen.

Der Sommer im Bryce kann ganz schön kalt sein
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Ich bin mir sicher dass ihr die Bilder von allen diesen Orten kennt, vielleicht schon selbst dort wart. Deshalb verzichte ich auf genaueren Beschrieb.
Einen von uns intensiv gekosteten Ort in den Staaten darf allerdings nicht unbeleuchtet bleiben: Moab im Bundesstaat Utah.
Moab ist ein Traumziel für alle Offroadfreaks. Der Ort ist gleichzeitig das Tor zu den Nationalparks Arches und Canyonlands.
Und genau diesen Canyonlands haben wir so richtig ausgekostet. Oder war es umgekehrt???? 😉

Die Herausforderung nennt sich White Rim Trail und ist ein 100 Meilen Trail durch Canyon, Höhen, Tiefen, Flüsse, Wüste, Hitze, Felsen, Steine und Sand. Die Blicke auf dem White Rim Trail sind absolut atemberaubend.
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Alle die den White Rim Trail noch weiter interessiert kann sich dies mal genauer anschauen:


Wir haben hier unseren Offroad-Endgegner gefunden. Es war der Sand.......huregopfertaminomal
Der Sand war es dann auch welcher uns mehrere mals gezwungen hat unsere Bikes wieder aufzustellen und ohne Jammern weiterzumachen.
Mit allen Pausen usw. benötigten wir 8 Stunden und waren total fertig......phuhhh
Wir sind an oder über unsere Grenzen gegangen....es tat auch weh.......aber dieser Tag war unbezahlbar!!

Am Ende unseres Trips in den USA, haben wir in San Diego eine Woche verbracht und haben die Bikes komplett durchgewartet.

Teil 3 folgt bald.
Mfg
 
Sehr geile Reise! Bin gespannt auf Teil 3.
Will nicht lang dazwischen quatschen, hab aber Mal ne Frage die mich brennend interessiert:
Wo tankt man da?
Ich tue mich hart zu glauben, dass zum Beispiel auf dem Idaho-BDR bei 1250 Meilen Offroad pur irgendwo im nirgendwo ne Shell Tanke steht :unsure:
 
PANAMERICANA Part 3

Bevor wir nach Mexiko kommen noch ein paar Worte zu den USA.

@Lemmy_VF4, die USA sind auch in abgelegenen Regionen besiedelt. Und somit gibt es auch überall Autos und Benzin. Also (in den USA) kein Problem.
Man kann von der US amerikanischen Politik halten was man will, aber das Land als solches mit seinen Menschen und seiner Natur ist schon toll. Wo sonst auf dem Globus findet man auf so kleiner Fläche so viel atemberaubende, verschiedene Natur? Auch die Menschen sind extrem zugänglich und interessiert. Bei jedem Halt sind wir durch die Leute angesprochen worden.

Ab San Diego ist man innert einer Stunde am mexikanischen Zoll. Und ab jetzt werden die Zollübergänge zum Teil richtig happig.
- Aufhebung des temporären Import für die Bikes im Land welches du vermässt
- Ausreise von uns als Personen........bis hier hin ist alles noch recht einfach.
- Dann die Einreise von uns
- Und das oft schwierige, der wiederum temporäre Import der Bikes.

Diese Prozedur folgt nun bei jedem Grenzübertritt und dauert im optimalfall 90 Minuten. Im schlechtesten Fall 9 Stunden.
Papierkrieg, sowie Motivation und Laune der Grenzer sind hier die Keywords ;-)

Den Zoll hinter uns gelassen sind wir in Mexico die Baja California gefahren. Dünn besiedelt aber atemberaubend schön. Ab und zu folgt auf der Strasse ein Checkpoint. Miltärs mit Maschinengewehren, Furchteinflössend aber immer nett und zu unserer Sicherheit.

Die Baja California ist vor allem Wüste und Meer. Hier ein paar Bilder:

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Hier kann das betanken der Motorräder auch mal anders daherkommen. Aber schaut selbst:
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Im Süden der Baja sowie auf dem Festland hat gerade ein Hurrikan gewüttet und uns zu ein paar Tagen Erholung am Strand gezwungen.
Die Erholung war toll und hat uns gut getan. Die Bilder welche wir dann später im Süden angetroffen haben umso weniger. Auf dem Festland in Acapulco gab es leider Todesopfer zu beklagen .
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Am südlichen Zipfel der Baja California nimmt man dann die Fähre um aufs Festland zu gelangen.

Weiter mit Mexiko im nächsten Teil.
 
PANAMERICANA Part Mexiko

Nun sind wir also mit der Fähre von der Baja California aufs mexikanische Festland gewechselt. Mexiko ist mit 1.9 Mio,Quadratkilometern ca 5 mal so gross wie Deutschland. Also nicht zu unterschätzen. Von der Hafenstadt Mazatlan ging es erst mal südwärts der Küste entlang. Wunderbare Strände wie an der Südsee. Die grossen Meeresschildkröten legen hier ihre Eier ab. Man kann sie dabei beobachten.
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Mexiko bedeutet Bohnen. Und Bohnen gibt es den ganzen Tag. Vom Frühstück bis zum Abendessen. Aber Mexiko heisst auch Quacamole. Und davon kann man fast nicht genug bekommen. Leider gibt es sie in dieser Qualität nur in Mexico.

Von der Westküste aus haben wir uns durchs Landesinnere bis zu Halbinsel Yucatan gekämpft. Das Innland liegt auf 1500 bis 2500 Meter über Meer. Guadelajara, die Fahrt durch Mexiko City.....irre....Veracruz, die Fahrt auf der Strasse 180, Krokodile links, Jaguare rechts, nach Campeche. Alles sehr eindrücklich. Die Halbinsel Yucatan ist bekannt als Badeparadies mit tollen Stränden und vorgelagerten Inseln, für die Ruinen der Mayas und für ihre Cenoten.
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Riesige Anlagen der Mayakultur

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Schwimmen in den zahlreichen Cenoten.....unglaublich schön.

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Die kleine Insel Holbox........bei uns leider von einem Sturm beeinträchtigt und mit vielen Braunalgen. Hier gehen aktuell Paradiese kaputt

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Kirchenfeste in Mexiko, hier Dias de los Muertes.........das sind noch echte Feste

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Mexiko hat viele wunderschöne, spezielle Hotels

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Das beeindruckende Felsenbad Gruttas de la Tolantongo

Ganz am östlichen Zipfel von Yucatan liegt die Insel Cozumel. Recht touristisch aber keine Partyinsel. Viele Amis. Hier haben wir den Cousin meiner Partnerin getroffen. Er lebt 50 zu 50 in der Schweiz und auf Cozumel. Von ihm haben wir uns die Insel zeigen lassen.
Insgesamt waren wir einen Monat in Mexiko was leider viel zu kurz ist. Wir würden das Land jedem empfehlen, auch für einen,dreiwöchigen Urlaub oder so.

Die Genze zu Belize und somit zu Zentralamerika ist nicht mehr weit. Dies im nächsten Teil
 
PANAMERICANA.....Central America

Belize wir kommen.......und sind schon wieder weg.
Die Länder Zentralamerikas sind eher klein. Belize ist eventuell sogar das kleinste Land hier.
Die Bevölkerung von Belize setzt sich stark aus Flüchtlingen und kriminellen Leuten zusammen. Interessanterweise gibt das eine total lockere Mischung. Man fühlt sich wie auf Jamaika

Da die Länder, wie geschrieben eher klein sind, gibt es viele Grenzen zu überwinden. Der Grad aus Hilfe beim Zoll für vernünftiges Geld und massloser Abzocke ist schmal. Also aufgepasst.

In Guatemala sind es die Mayastätte Tikal und das Städtchen Antigua de Guatemala welches man unbedingt sehen sollte.
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Vulkane überall

Guatemala hat aber auch eine ganz "böse" Seite
30% der zwischen 10 und 19jährigen jungen Frauen sind verheiratet. Und fast 30'000 Teenagerinnen zwischen 10 und 17 Jahren sind bereits Mutter.
Die Abfallbewirtschaftung scheint inexistent. Tote Tiere liegen zu Hauf am Strassenrand.

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Einreise nach El Salvador

In El Salvador haben wir den Kontakt zur Bevölkerung nicht gefunden.
Oberflächlich, Frauenfeindlich, keinen Sinn für Gäste...........und tschüss

Wir haben bemerkt dass wir schon länger nicht mehr gecampt haben. Es gibt hier keine Infrastruktur zum campen und die Sicherheit lässt es eigentlich auch nicht zu. Also die komplette Campingausrüstung in ein Paket gesteckt und ab damit in die Schweiz.

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Eine Fährfahrt die ist lustig.

Nicaragua war für mich und meine "vorurteilsbehaftete" Welt eigentlich ein Schurkenstaat. Und ich habe mich gerne bekehren lassen. Sehr freundlich, schon fast sauber.

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Hotelanlage in Nicaragua

Das schönste Ziel in Zentralamerika ist für uns Costa Rica.
Dazu nächstes mal mehr.
 

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PANAMERICANA......Costa Rica und Panama......... und das Darian Gap

Costa Rica war für uns ein absolutes Highlight.
Dieses Land strotzt nur so mit seinen Urwädern, Stränden, Vulkanen und Tieren. Auch haben wir in Costa Rica auch wieder coole Offroad Strecken gefahren. Costa Rica hat im Jahr 1949 die Armee abgeschafft. Dies als Nachbar von nicht grundsätzlich friedfertigen Ländern....... wir haben es sooo gefeiert......Costa Rica ist PURA VIDA!

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Sind wir hier wirklich in Costa Rica, oder ist das die Schweiz? 😉
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Blick in den Schlund......... aktiver Vulkan

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Shakira und Mike Tyson.....beim Liebesspiel. Die beiden heissen wirklich so

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Wunderbare Strände

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Trip durch den Jungle........selbstverständlich geführt

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Tankstelle im Jungle Costa Rica's

Dieses Land ist einzigartig........jeder der gerne exotische Tiere mag und mal in den Jungle will, sollte sich das mal geben.

Panama ist auf dieser Reise sehr wichtig. Dies aus mehreren Gründen.

Erstens..........der Darian Gap
Zwischen Central America und Südamerika gibt es keine Strasse. Dies ist kein Witz, sondern Tatsache.
Zwischen Panama und Columbia gibt es nur Jungle. Man nennt ihn den Darian Gap. Jungle, Gebirge, Flüsse, keine Strasse, Drogenbanden, Moskitos und vieles mehr. Dies haben wir natürlich gewusst.

Es gibt wahrscheinlich drei Möglichkeiten den Gap zu überwinden.
Frachtcontainer für die Motorräder, Flugzeug für uns........ langsame Variante
Segelschiff für Mensch und Maschine............. davon wurde uns abgeraten. Schlechte Boote, besoffene Kapitäne, viel Streit an Board. Dauer ca eine Woche.
Mensch und Maschine per Flugzeug von Panama City nach Bogota........ mit einer Company die dafür spezialisiert ist. Dies ist schnell und gleich teuer wie mit dem Schiff..........das war unsere Wahl.

Für all jene die es interessiert......... hier ein spannender Bericht........... ohne uns


Zweitens......Beschaffung von Motorradreifen
Motorräder wie die T7 oder andere Reiseenduros kann man in den meisten Staaten von Zentral- und Südamerika nicht kaufen. Auch gibt es keine Motorräder mit diesen Reifengrössen. Somit gibt es auch keine Reifen in den entsprechenden Grössen am Markt.
Die Lösung ist, dass man schon Wochen im voraus Reifen bestellt und zu einem Motorradhändler ......z.B. in Panama City liefern lässt. Dies haben wir ca 8 Wochen im voraus gemacht. Die Reifen kamen auf den allerletzten Drücker in Panama City an.......phuhhh

Drittes.........der Panama Kanal..........schon ziemlich eindrücklich
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Und dann..........dann war da noch.....WEIHNACHTEN

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Die Skyline von Panama City

Übrigens: 30 Minuten bevor wir unsere Bikes für den Flug nach Bogota abgeben mussten, hat sich bei meiner Yamaha der Klebstoff vom Gasgriff verabschiedet. Mitten in der Stadt!!!!!
Also kurz eine Kordel an der Drosselklappe befestigt und durch ziehen an dieser Kordel Gas gegeben........gehört auch zum Adventure 😉

Zu Kolumbien melde ich mich nächstes Mal.
 

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PANAMERICANA.......Columbia

Wie schon geschrieben geht es ab Panama City per Flugzeug nach Kolumbien, genauer nach Bogota.
Bogota liegt mitten in Kolumbien. Wie haben uns dazu entschieden nicht in den Norden an die karibische Küste zu fahren.
Wir hatten ein paar Tage in der Stadt da unsere Motorräder planmässig erst später ankommen.
Bogota zählt 7.2 mio Einwohner, also schon fast städtische Ausmasse 😉

Bogota Montserrate ist der Aussichtsberg. Hier die Aussicht
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An Orten wie Montserrate gibt es natürlich immer eine oder mehrere Kirchen. Religion und Glauben ist in diesen Ländern extrem wichtig. So kann es schon mal sein dass die "armen Sünder" auf den Knien daher kommen.
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Cheers, auf Südamerika ...... und auch zu futtern gibt es ganz verrückte Dinge
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Sind Städte wie Bogota gefährlich?
Wir hatten während unserer gesamten Reise nie wirklich ein Problem. Die grösste Gefahr ist ganz bestimmt das Motorradfahren und allfällige Abzocke im Internet. Aber klar, ein paar Grundlegende Regeln sollte man schon einhalten. 1. nicht bei Dunkelheit in den Städten rumtreiben sowie sowie Vavelas nur in wirklich ortskundiger Begleitung. Hält man sich da dran und fährt man angepasst, ist schon viel vom Risiko minimiert.

Hier ein paar Bilder aus der Stadt Bogota
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Yeaahhh, unsere Bikes sind da
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Im Westen von Bogota liegt das sogenannte Kaffeedreieck. Diese Kaffeekultur wollten wir erleben und reisten nach Salento, ein kleines Bergdorf.
Dort wurden wir von der Kulinarik überrascht. Ganz Südamerika, von Kolumbien bis tief nach Patagonien isst Forellen. Forellen in verschiedenster Ausführung. Sei es mit Pilzen, mit Curry oder wahrscheinlich auch süsssauer........auf Wunsch..........Forellen haben uns sehr geschmeckt und waren eine willkommene Abwechslung zum Chicken.
Doch zurück zum Kaffee.
Kolumbien ist weltweit betrachtet die Nummer vier im Kaffeeanbau. Wir haben uns die verschiedenen Schritte auf einer Kaffefarm zeigen lassen
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Leider wissen die Kolumbianer nichts damit anzufangen und exportieren ihren Kaffee in die ganze Welt. Vor allem Europa

Direkt bei Salento liegt das Corcovaro Valley. Hier wachsen die grössten Palmen weltweit. Das Tal haben wir mit wenig Pferdestärken erkundigt.
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Die Palme wird bis 50 Meter hoch, war mal vom aussterben bedroht und ist mittlerweile das Wahrzeichen Kolumbiens.

Im Süden Kolumbiens gibt es den Camino de las Muertes (Strasse des Todes) diese sind wir, und andere auch, natürlich gefahren
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Unterwegs trifft man immer wieder auf sehr interessierte Leute
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Und schöne Orte
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Und schon bald steht man an der Grenze zum nächsten Land
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Doch dazu nächstes mal mehr
 

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Danke für die super Bilder und den klasse Bericht , mein größten Respekt vor solchen mega Reisen mit dem Moped 👌
 
PANAMERICANA......Ecuador

Ab Pasto in Kolumbien bis zur ecuadorianischen Grenze sind es nicht ganz 100 Kilometer.
An der Grenze dann eigentlich immer dasselbe Spiel:
Ausreisestempel für uns..... kein Problem
Stornierung des temporären Importes für die Motorräder..... kein Problem
Dann rüber zur Ecuadorianischen Zollstation.
Einreise für Nicole und Reto.... kein Problem
Und dann? und dann und dann????????
Anstehen am Schalter für den temporären Import der Motorräder nach Ecuador.
Die Lady am Schalter zuckt nur mit den Schultern, sagt dass noch circa 60 Motorräder vor uns abgehandelt werden und dass sie momentan alleine ist. Aber es sei eine zweite Person aufgeboten. Also überlassen wir ihr, wie alle andern auch, den Fahrzeugausweis. Diese kommen ganz unten in den Stapel 🥺🥺🥺🥺 Nun heisst es warten, warten. Alleine kann die Dame ca zwei Motorräder pro Stunde abarbeiten. Mann rechne....... Bei 60 Motorräder 😜😜😏😏😏
Im weiteren Verlauf kümmern sich dann bis zu vier Personen an zwei Computer 😂😂 um die Abhandlung. Für uns dauert das komplette Prozedere 8 Stunden und als wir die Zollstation verlassen ist es bereits dunkel.
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Zollstation nach Ecuador


Quito ist die höchstgelegene Hauptstadt der Welt. 2850 Meter über Meer und 2.7 Millionen Einwohner. Die Stadt ist eingebettet in ein Tal und somit lediglich ca. 4 Kilometer breit aber ca. 50 Kilometer lang. Wir haben Teile der Stadt besucht und uns von der historischen Altstadt beeindrucken lassen.

Ecuador hat seinen Namen tatsächlich weil der Äquator quer durchs Land verläuft. Ca. 20 Kilometer nördlich von Quito gibt es eine grosse Stätte mit entsprechendem Monument. Gerne wird dieser Punkt, vor allem natürlich von Ecuadorianern, als Mitad del Mundo, also als Mittelpunkt der Erde bezeichnet. Rein geometrisch, sowie geografisch betrachtet stimmt dies allerdings nicht. Die damaligen Berechnungen des Franzosen Charles Marie de la Condamine lagen um ca. 240 Meter daneben. Dies hat man tatsächlich erst mit modernster Satellitentechnologie vor ein paar Jahren herausgefunden. Das Monument steht also falsch. Allerdings wird dies mittlerweile auch durch die Ecuadorianer anerkannt und es gibt am korrekten Ort eine entsprechende Signalisation.
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Wusstest du dass :
Exakt auf dem Äquator ein Ei auf dem stumpfen Ende stehen kann? Wenige Zentimeter daneben fällt es um.
...... dass das Badewannewasser exakt auf dem Äquator ohne Wirbel im Ausfluss verschwindet? Wenige Zentimeter daneben allerdings immer mit einem Wirbel..... auf der Nordhalbkugel im Gegenuhrzeigersinn..... auf der Südhalbkugel im...... klar das wusstest du😘😘😘😘

Nahe beim Äquator bei Quito steht der Vulkan Chimborazo. Er ist 6263 Meter über Meer hoch.
Da unsere Erde aber keine schöne Kugel ist, sondern die Form eines Rugbyballs hat, ergibt sich folgendes Phänom: Der Gipfel des Chimborazo ist der am nächsten der Sonne zugewandte Punkt der Erde. Ebenso ist die Distanz vom Erdmittelpunkt zum Gipfel des Chimborazo die grösste die es auf Erden gibt. All dies hätten wir wohl eher dem Mount Everest mit seinen 8848 Meter über Meer zugetraut............ tja, Sachen gibts 🤷‍♂️🤷‍♂️🤷‍♂️
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In Equador gibt es allerdings noch eine zweite Stätte, die dann allerdings exakt, auf dem Äquator steht. Diese Stätte ist viel weniger touristisch aber nicht weniger spannend. Die orange Säule steht inmitten einer Sonnenuhr. Durch diese Säule scheint an lediglich einem kurzen Momenten am Tag (jeweils Mittags um 12.00 Uhr) wenn die Sonne exakt senkrecht steht, hinein. Somit sei dies weltweit die einzige Stätte welche exakt auf dem Äquator stehe.
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Die Allee der Vulkane ist eine Reihe von Vulkanen in den Anden von Equador. Ihr Name geht auf Alexander von Humboldt zurück. Auf dieser Allee befinden sich auf einer Strecke von ungefähr 300 Kilometer 22 der insgesamt 73 Vulkane von Ecuador. Die berühmtesten sind der Chimborazo (mit 6263 MüM der höchste) und der Cotopaxi (mit 5897 MüM einer der weltweit höchsten immer noch aktiven Vulkane)
Der Cotopaxi ist auch wegen seiner perfekten Form bekannt.
Wir haben eine Motorradtour um den Chimborazo gemacht. Dabei haben wir eine Höhe von 4223 Meter erreicht. Dies ist auch auf dem Motorrad durch teils markante Leistungseinbussen spürbar.
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Unsere Reise führte uns auch auf den Quilotoa.
Quilotoa ist der Name einer Caldera und des darin befindlichen Kratersees, zugleich der westlichste Vulkan in den ecuadorianischen Anden. Heute liegt der höchste Punkt auf 3914 m Höhe, Durchmesser der Caldera beträgt 3 km. Der letzte Ausbruch fand möglicherweise im Jahr 1280 statt. Zu dieser Zeit ereignete sich ein gewaltiger Ausbruch (Stufe 6 auf der Skala des Vulkanexplosivitätsindex), dessen Lahar und pyroklastischer Strom den Pazifik erreichten. Seitdem liegt in der Caldera ein bis zu 250 m tiefer Kratersee mit durch Mineralien entstandener grüner Färbung. Am Boden des Sees befinden sich Fumarolen, an der Ostseite des Vulkans gibt es heiße Quellen.
Am Rande dieses Kratersee haben wir eine Nacht verbracht. Diese Höhe ist für ungeübte nicht ganz ohne. Es ist kalt und der Sauerstoffanteil in der Luft ist reduziert. Das kann für unruhige Nächte sorgen 😜😜😜
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Ebenso waren wir in Banos, einem touristischen Bergdorf welches 1999 letztmals vom Vulkan Ausbruch bedroht war. Die komplette Bevölkerung wurde evakuiert. Als sich der Berg damals wieder beruhigte konnte die Bevölkerung nur durch einen Aufstand gegen die Regierung wieder in ihr Dorf zurückkehren. Der Vulkan Ausbruch forderte keine Verletzten. Der Volksaufstand hingegen ein Todedopfer😏🙄😢

Mittlerweile sind wir nach Cuenca gefahren. Die Stadt zählt 330000 Einwohner und liegt auf ca 2500 Meter über Meer. Cuenca ist echt schön.......
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Am letzten Tag in Cuenca es einen Anschlag auf eine Fernsehstation gegeben. Das ganze verbunden mit Gefängnisrevolten und dem Ausbruch eines Gefängnisinsassen welcher für 34 Jahre verurteilt wurde. Die Regierung nimmt dies alles nicht auf die leichte Schulter und hat den Ausnahmezustand ausgerufen. Das Sicherheitsaufgebot in den Städten ist massiv aufgestockt worden und es herrscht ein Ausgehverbot ab 23.00 im ganzen Land. Vielleicht habt ihr in den Medien davon gehört oder gesehen. Auf den Strassen, wenn wir unterwegs sind ist von allem nichts zu spüren. Hier in Cuenca ist viel Sicherheitspersonal unterwegs.

Kurz bevor wir Ecuador in Richtung Peru verlassen lernen wir Robbin und seine Familie (Mutter und kleine Schwester)kennen. Sie betreiben ein kleines Restaurant direkt an der Strasse im Nirgendwo. Sehr sehr ärmlich.......aber eine wunderbare Unterhaltung
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Zwischenzeitlich ist seine Freundin Mara Topic Miss Universe Ecuador geworden. (kein Witz )Screenshot_20240801-121549_Samsung Internet.webp
 

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PANAMERICANA ........... im Süden Ecuadors und im Norden Perus


Wie letztes mal geschrieben gibt es in Ecuador einige Aufstände und den unmittelbar damit verbundenen Ausnahmezustand durch die Regierung. Dies forciert unsere Reise in Richtung Süden ein wenig, obwohl Ecuador unglaublich schön ist. Man hat hier gelesen, dass sowohl Ecuador und auch Peru das Militär an den Grenzen positioniert hat. Sind wir mal gespannt.

Von Cuenca geht es zuerst über eindrückliche Berglandschaften nach Loja.

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Hier ist die Männerwelt noch in Ordnung ;-) frei übersetzt: Land der illustrieren Männer


Loja liegt auf knapp über 2000 Meter und beherbergt 204'000 Einwohner. Der Ort gilt als Musik- und Kulturhauptstadt Ecuadors. Ganz ehrlich gesagt hat uns die Stadt überhaupt nicht "abgeholt" Es war schon schwierig ein nettes Lokal zum Abendessen zu finden. Tags darauf machten wir einen Ausflug nach San Pedro de Willcabamba. Willcabamba ist wohl eine ausgewählte Station für Backpacker oder sogar Aussteiger. Durchaus schön anzusehen. Im Ortsteil San Pedro haben sich eher die Reichen niedergelassen. Schöne Villen, allsammt mit Pool und andern Annehmlichkeiten. Für einmal haben wir diesen Ausflug mit Taxi und öffentlichem Linienbuss gemacht. Von Loja nach Vilcabamba, 40 Kilometer mit dem Taxi für umgerechnet 20 Franken. Die Rückfahrt mit dem Buss für 1.20 Franken pro Person.
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Tags darauf geht es weiter. Die Distanz von Loja bis zur Grenze sind ca 185 Kilometer Fahrt. Als rauf auf die Motorräder und los! Die Dörfer unterwegs werden immer kleiner und sehr viel einfacher.
Wir wissen nicht welches Chaos uns an der Grenze erwartet 🙄🙄🙄
Im Grenzdorf nochmals Benzin aufgetankt und zur Grenzstation gefahren............ Hmmmm....... Von aussen alles ruhig. Motorräder geparkt und rein ins Zollgebäude..... Ähhhhh... sind wir falsch????
4 Beamte von der Immigration und vom Zoll. Sonst niemand. Niemand der ein- oder ausreisen will. Kein Sicherheitspersonal..... kein nichts. Irgendwann läuft eine Familie, Vater, Mutter, zwei Kinder, aus Deutschland in die Halle. Sie wollen nach Ecuador einreisen. Durch den Ausnahmezustand ist es bei der Einreise nach Ecuador mittlerweile Pflicht einen Strafregisterauszug vorzulegen. Die Familie hatte diesen natürlich nicht. Somit durften sie zwar ein- aber dann innert neun Tagen durch- resp wieder ausreisen. Also nur eine kurze Zeit im Land verbringen.
Wir waren mit unseren Grenzformalitäten innerhalb 45 Minuten durch. So kurz wie noch nie 😎
Willkommen in Peru!!

Peru kann man geografisch in drei Bereiche einteilen.
Die Küstenregion ist durch Wüste, Sand und den Pazifik geprägt. An der Küste verläuft die offizielle Panamericana und somit die schnellste Strasse.
Im östlichen Peru ist Jungle und Tropen.... und nur mit 4 x 4 oder ganz leichten Motorräder zu bereisen. Insbesondere in der Regenzeit nur schwer zu bereisen.
Zentral ziehen sich von Norden nach Süden die Anden mit Gipfeln weit über die 6000 Meter über Meer durch das gesamte Land.
Unser Plan ist es ein paar Tage Strecke zu machen........ an der Küste entlang..... und dann rein in die Anden.

Nach drei Fahrtagen sind wir in Trujillo eingefahren. Die drei Tage waren mit sehr häufigem Kopfschütteln verbunden. Vor allem der Umgang mit Abfall gibt zu denken. Alles liegt direkt an der Strasse. Vor und nach jedem Dorf riesige Abfallhaufen. Bauschutt, Bauaushub, Haushaltabfall....... überall. Wir ersparen euch die Bilder dazu. Der Wind vom Meer her kommend tut seiniges hinzu und bläst alles noch ins Landesinnere. Überall brennt es und der Gestank ist ab und an zum kotzen. Die Leute wohnen in ihrem eigenen Mist und Abfall. Der Norden, an der Küste von Peru zeigt die grauslige Fratze des Landes. "Peru Norte Costa = Zero Points"

Das Städtchen Trujillo hat es nicht einfach. Einerseits Abfall und Bandenkriminalität und andererseits die beeindruckende Ruinenstätte Chan Chan.
Diese gewaltige Ruine (rein was ihre Abmessungen betrifft) stammt aus dem präkolumbischen Chimu Reich. Also noch vor den Inkas. Die Stätte war durch die Militärgewalt der Inkas nicht einzunehmen. Allerdings haben die Inkas dann den wasserspenden Fluss Rio Moche kurzerhand umgeleitet und die komplette Stadt austrocknen lassen. Jahrhunderte später, als die Spanier unter anderem Peru eingenommen haben war Chan Chann nur noch eine Ruine. Sieht dazu einige Bilder.
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Wir haben den zweiten Tag in Trujillo genutzt um unsere Motorräder wieder mal zu warten. Luftfilter reinigen, Ölfilter und Motorenöl wechseln. Vorderreifen (die wir schon seit Kolumbien mit uns herumführen) wechseln und einen intensiven Kettenservice.
Noch einen Tag entlang der hässlichen Küste nach Chimbote. Und dann gehts endlich in die Anden rein.

Die Schweiz von Peru, so nennt man Huaraz. Gelegen auf 3050 Meter mit 117'000 Einwohnern umgeben von imposanten Bergen von welchen viele über 6000 Meter hoch sind. Die Stadt war von Chimbote aus nur über einen Pass auf 4236 Meter über Meer zu erreichen. Hierbei wurde es kalt und nass. In Huaraz hingegen ist das Wetter gut und sogar sonnig.
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Morgen geht es wieder weiter. Da die peruanischen Strassen ab und zu einfach gesperrt sind, müssen wir einen Umweg an die "geliebte" Küste machen 😜

Wenn man in den Anden unterwegs ist, sowieso wie jetzt in der Regenzeit (gilt nur für die Anden) muss man damit rechnen dass einige Verbindungen nicht fahrbar sind. Mindestens wird davon abgeraten oder Sperrungen sind auf Maps ersichtlich. Das ist nicht zu unterschätzen. Will man doch eher nicht nach X Stunden Fahrt, vielleicht sogar bei Regen und Nebel auf über 4000 Höhenmeter vor einer weggespülten Strasse stehen und wenden müssen. So sind wir wieder Richtung Küste gefahren. Der Pazifik begrüsst uns mit Wind und Wellen.
Wir haben vom Abfallproblem der peruanischen Nordküste berichtet. Wenn man Richtung Süden fährt wird es allmählich etwas besser.
Auf dem Weg Richtung Huacachina treffen wir spannende Transporte an. Die Reifen welche da transportiert werden (siehe Fotos) haben einen Durchmesser von knapp über 4 Meter 🤔🤔🤔
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In der Wüstenoase Huacachina angekommen beziehen wir unser Hotelzimmer und stillen Durst und Hunger. Der kleine See wird durch einen Fluss aus den Anden gespiesen. Durch die touristische Nutzung wird mittlerweile auch die Zufuhr von Trinkwasser per Wasserleitung aus der nahe gelegenen Stadt Ica nötig. Die Oase ist von ca 100 Metern hohen Sanddünen umgeben........ein Schritt hoch, zwei Schritte zurück ☺️☺️ Für den zweiten Tag haben wir uns eine abendliche Buggyfahrt mit Sandboarding in den Sonnenuntergang gebucht............ Absolut spektakulär 😁😁😁😁😎😎😎😎
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Nach zwei Tagen der Entspannung in der Oase geht es weiter in Richtung Süden nach Nazca.
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Bevor man die Stadt erreicht kann man die Nazca Linien besuchen. Respektive einen kleinen Teil davon einsehen. Insgesamt gibt es über 1500 solche zum Teil riesigen Scharrbilder. Die Bilder stammen aus der Paracas- und der Inka-Kultur und zeigen bis zu 20 Kilometer lange, schnurgerade Linien oder Figuren. Z. B. Menschen, Affen, Vögel, oder Wale. Die Entstehungszeit geht auf ca 800 v. Christus bis 600 n. Christus zurück.
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Die Umgebung von Nazca hat wahrlich noch mehr zu bieten. So besuchten wir den Friedhof von Chauchilla.
Die Verstorbenen wurden damals (vom ca 2. bis 7. Jahrhundert) in Grabkammern, eingegraben im Sand und mit einem Holzdach versehen, bestattet. Diese Umgebung hat dazu beigetragen, dass die Körper nur sehr langsam verwesen. Sitzend, in Baumwolle und Harz getränk wurden sie mumifiziert.
Erschreckenderweise wurden die meisten Gräber durch Grabräuber geschändet.
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Zu guter Letzt haben wir in Nazca noch die Aquadukte besichtigt. Hier kann man sehen wie sich die damalige Bevölkerung (ca 800 v. Christus bis 650 n. Christus) am Grundwasser bedient hat. Das Wasser wurde zum trinken aber auch für die Landwirtschaft genutzt. Die 40 Zugänge sind bis zu 10 Meter tief.
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Übrigens : in der Nähe von Nazca gibt es die vielleicht höchste Sanddüne der Welt. Die soll 2080 hoch sein! 🤔🤔
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Peru ist ca 3.5 mal so gross wie Deutschland. Der Bergbau ist hier an der Küste allgegenwärtig. Für Bunt- und Edelmetalle wie Kupfer, Blei, Zinn und Zink sowie Molybdän, Gold und Silber gehört Peru je zu den wichtigsten fünf Länder weltweit.
 

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PANAMERICANA ...... immernoch Peru

Während wir in den ersten Tagen als wir Peru im Norden bereisten vom allgegenwärtigen Abfall fast ein wenig schockiert waren, hat sich das Land in Richtung Süden stark verändert. Hier trifft man Städte und Orte die sich diesem Problem völlig bewusst sind und dadurch wirklich tiptop sauber sind. Das macht Freude und darum haben wir mit Peru unseren kompletten Frieden geschlossen........ Vielen Dank Peru!
Der südliche Teil dieses Landes ist eine 100% Empfehlung wert.

Nach Nazca sind wir in die Stadt Arequipa gefahren. Dies in zwei Etappen. Vor allem der zweite Reisetag war ein absolutes Spektakel! Noch selten in unseren 53, respektive 57 Jährchen sind wir eine derart spektakuläre Küstenstrasse gefahren. Der Duft des Meeres, die Gischt teilweise fast bis auf die Fahrbahn, auf Berge hoch, in Täler runter.......... Kurve um Kurve...... wie gesagt..... Spektakel pur 🏍️🏍️🏍️
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Arequipa selbst liegt dann schon wieder in den Bergen. Die Strasse führt sachte aber stetig hoch und man durchfährt ein Hochplateau nach dem anderen. Die Stadt liegt auf 2335 Meter über Meer und eignet sich perfekt zum anklimatisieren für Höhen die später noch auf uns zukommen werden. Sie beherbergt knapp über eine Million Einwohner und ist perfekt zwischen drei Vulkanen eingebettet. Im Stadtkern findet man die Plaza de Armas mit den historischen, barocken aus der Kolonialzeit stammenden Gebäuden, unter anderem die klassizistische Basilica Catedral. Eines der Highlights in der Stadt ist das Kloster Santa Catalina. Dieses wurde in den 1580er Jahren errichtet und geweiht und erstreckt sich über 20'000 Quadratmeter. Die damals bis zu 150 Nonnen lebten Berichten nach nicht immer sehr "Regeltreu" 😂, sodass Papst Pius IX eine strenge Dominikanerinnen Schwester nach Arequipa entsandte um Einhalt zu gebieten.
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Unsere Reise führte uns weiter in wahrlich schwindelerregend Höhen. Das Ziel heisst Colca Canyon und die Strecke führt über den Patapampa zum wahrscheinlich höchsten Punkt unserer Reise, dem Mirador de los Andes. Auf den Bildern seht ihr die Umgebung an diesem Punkt mit abertausenden "Steinmandli" und den umliegendenden Bergen und Vulkanen welche bis 6200 Meter hoch reichen. Der Mirador de los Andes selbst ist mit 4910 Meter ab Meereshöhe beschrieben.
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Den geringen Sauerstoffgehalt merken hier oben aber Mensch🤷‍♂️🤷‍♂️ und Maschine 🏍️🏍️ Das kauen von Coca Blättern oder das trinken von Cocatee hilft....... zumindest dem Menschen 🤣🤣🤣🤣🤣
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Die Talfahrt nach Chivay, resp. Yanque zeigte phantastische Blicke und war durchaus herausfordernd.
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Yanque ist das Tor zum Colca Canyon. Bei Ankunft in unserer Lodge haben wir uns für den frühen Morgen des folgenden Tages einen privaten Transport in den Canyon resp. zum Mirador Cruz del Condor organisiert. Früh soll es sein weil wir gerne vor den andern Touristen da sein wollen. Und ebenfalls früh soll es sein weil früh am Morgen um........ keine Ahnung wann 😂😂😂... die riesigen Condore mit drei Meter Spannweite zum Flug ansetzen. An diesem Morgen lassen sich die Piepmatze allerdings ein wenig Zeit, zeigen sich dann aber doch noch. Der Colca Canyon hat gewaltige Abmessungen, so dass auch ein drei Meter Condor nicht sooooooo wahnsinnig gross erscheint. Seht unsere Bilder. Übrigens ist der Canyon mit einer maximalen Tiefe von bis zu 3300 Meter die zweittiefste Schlucht der Welt.
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Unsere Reise führt uns nochmals zurück über den Mirador de los Andes mit seinen 4884 M.ü.M. um dann links in Richtung Puno abzubiegen. Während fast drei Stunden befährt man ein Hochplateau auf 4500 M.ü.M............ einfach gewaltig!

Eigentlich wollten wir an dieser Stelle nach............fahren. Aber da die Einheimischen dort in den Streik getreten sind haben wir unsere Plan geändert und sind nun erstmals nach Puno, das Tor zum Titicacasee. Der Titicacasee liegt auf der Grenze zwischen Peru und Bolivien in den Anden. Er ist einer der größten Seen in Südamerika und das höchstgelegene schiffbare Gewässer der Welt. Der Titicacasee gilt als Geburtsort der Inkakultur; an seinen Ufern befinden sich zahlreiche Ruinen. Seine Oberfläche ist extrem ruhig und stark reflektierend. Um den See herum liegt die Reserva Nacional del Titicaca, die seltenen Wassertieren wie den Riesenfröschen Schutz bietet. Übrigens wird der Name des Sees oftmals falsch ausgesprochen. Richtig ist Titikaka mit zwei stark ausgesprochen K. Falsch ist eben wie es der geschriebene Name vermuten lassen würde mit zwei C.
Aaaaalso ab sofort : TITIKAKA!
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Puno ist eine tolle Stadt direkt am See. Wir sind wieder auf 3800 M. ü.M. und die Stadt zählt ca 130'000 Einwohner....... stark wachsend. In diesen Tagen findet das "Festividad de la Viren de la Candelaria" in Puno statt. Ein Kirchenfest wie wir es noch nie gesehen haben. Strengster Katholizismus mit x-tausend Gläubigen...... Das Fest dauert 12 Tage.
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Die Uros leben auf geschützten, schwimmenden Inseln auf dem Titicacasee. Der schwimmende Inselboden besteht aus einer ca 1.5 Meter torfähnlichen Basis plus aus ca 1.5 Meter Schilf welcher immer wieder, alle zwei Wochen, erneuert werden muss. Konkret verfault der unterste Teil im Wasser und deshalb wird oben drauf regelmässig das Schilf erneuert. Zum laufen ist der Inselboden ganz weich. Es gibt kleinere Inseln mit nur ca 25 Einwohnern und es gibt auch grössere Inseln. Insgesamt zählt das Volk der Uros noch ca 1000 Personen. Alle zum einfachen Leben benötigte Infrastruktur gibt es auf den Inseln. (Schule usw) Man lebt vom Fischfang und vom Tourismus. Die Leute zeigten uns ihr Leben....... echt interessant.
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PANAMERICANA........Peru, die dritte

Letzes mal haben wir aus dem Städtchen Puno am Titicacasee geschrieben. Puno besteht aus vielen engste Gässchen, steilen Auf- und Abfahrten, Einbahnsträsschen und Ampelanlagen. Das Fest Candelaria ist während 12 Tagen am laufen und die ganze Stadt steht Kopf. Beim verlassen der Stadt am Morgen herrscht ein riesiges Chaos. Gefühlte 100 Strassensperrungen und Umleitungen. Nur, wie finden wir hier raus? Das Navigationssystem ist hier leider keine Hilfe. Also mal die Verkehrsdienstler und die Polizisten fragen : Wo gehts denn Richtung Julianka?? Die eine nickt, der andere zeigt rechts und der andere links. Beim vierten Polizisten angehalten. Er diskutiert gerade mit einem einheimischen Pärchen. Gehts da nach Julianka? Er weiss es nicht und das Pärchen winkt ab. Nach einem gemeinsamen Lacher setzt sich der Polizist auf sein Motorrad und eskortiert uns mit Blau- und Rotlicht sowie Sirene durch die Stadt. Das ist uns so auch noch nie passiert. Weitere zwanzig Minuten später klatschen wir uns ab und er schickt uns mit einem Winken in Richtung Julianka.
Wir reisen während zwei Tagen wieder Richtung Norden und wollen erst mal nach Cusco.
Cusco war das Zentrum der Inkakulur. Der Inkakönig hatte in Cusco seinen Sitz. Die Stadt wurde dann von den Spaniern eingenommen und kolonialisiert. Schon allein diese Mischung macht aus Cusco einen unglaublich spannenden Ort mit viel Geschichte, Kultur, Kirche, Architektur, Kunst und Inkastätten. Cusco liegt übrigens auf 3416 M.ü.M und hat 112'000 Einwohner.
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Vom Zentrum der Inkas kann es wohl nicht mehr weit zur berühmtesten aller Inkastätten, Machu Picchu sein. Während eines weiteren Reisetages geht es durch das Sacret Valley, also dem heiligen Tal nach Ollantaytambo. Bis in diesen Ort führt eine öffentliche Strasse. Danach gibt es für Autos oder Motorräder kein echtes weiterkommen mehr.
Ollantaytambo liegt auf lediglich 2850 Meter über Meer und hat ca 3000 Einwohner. Der kleine Ort hat einen tollen, wenn auch touristischen Charme. Hier bleiben wir drei Tage.
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Wenn man nun Machu Picchu besuchen will geht man in Ollantaytambo früh morgens (für uns war noch vor vier Uhr in der Nacht Tagwache) auf den Zug. Peru Train oder Inka Rail. Nach 1.5 Stunden Fahrt durch die Nacht kommt man in Aguas Caliente oder auch Machu Picchu Pueblo an. Und glaubt es uns, man ist nicht alleine 😁😁. Jeder Guide ruft die Namen seiner Gäste....... schonmal ein echtes Chaos. Aber easy...... man findet sich. Dann geht es mit dem Bus ca acht Kilometer steil und abenteuerlich den Berg hoch. Das Eingangstor zur populärsten Inka Stätte ist erreicht. Nun kann man sich ca 3 bis 4 Stunden hier aufhalten. Übrigens, noch vor wenigen Tagen wurde hier gestreikt und Machu Picchu war geschlossen. Man wollte das Ticketing an eine grosse US Firma auslagern. Die Einheimischen aus Machu Picchu Pueblo haben sich erfolgreich dagegen gewehrt.
Machu Picchu ist eine von den Inka gegründete Stadt hoch in den peruanischen Anden über dem Tal des Río Urubamba. Sie wurde im 15. Jahrhundert erbaut und später verlassen. Die Anlage ist für ihre raffinierten Trockenmauern berühmt, zu denen riesige Steinblöcke ohne Mörtel aufgeschichtet wurden. Charakteristisch für die faszinierenden Gebäude ist ihre beziehungsreiche astronomische Ausrichtung und der sich von ihnen aus bietende Panoramablick. Ihre genaue Nutzung bleibt ein Geheimnis. Wie ihr seht war das Wetter eher durchzogen. In den Anden herrscht Regenzeit.
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Tags darauf haben wir ausgehend von Ollantaytambo noch zwei spannende Orte besucht :
Die Salineras von Maras.
Die Salzbecken von Peru. Wenn die Becken gereinigt sind, läuft das salzige Wasser hinein. Den Wassereinlauf kann mit Steinen blockiert und wieder geöffnet werden. In der Trockenzeit von Mai bis September verdunstet das Wasser durch die hohe Sonneneinstrahlung und es bleibt eine weiße Salzkruste zurück, die von den Salzbauern abgetragen wird. Starker Regen, der in der Trockenzeit nicht üblich ist, kann die Salzernte der Bauern vernichten. Mit Zeremonien und Opfergaben holen sich die Indios den Segen der Muttererde, Pachamama.
Der Salzabbau ist ein Knochenjob. Selbst ältere Señoras lassen sich beobachten, wie sie kiloschwere Säcke auf ihrem Rücken buckeln. Auch Kinder packen tüchtig mit an. Sie werden schon als Salzbauern geboren und arbeiten dann ihr ganzes Leben auf den Salzfeldern. Die Salineras de Maras werden von einer Kooperative aus zwei Gemeinden betrieben. Alle beteiligten Familien erhalten denselben bescheidenen Lohn für ihre harte Arbeit. Den Gewinn erwirtschaften derweil andere. Das Salz der Anden ist beliebt geworden. Gourmets aus aller Welt schätzen den Geschmack. Sie kombinieren das feine Tafelsalz mit aromatischen Heilkräutern der Anden.
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Der zweite spannende Ort nennt sich Moray.
Die von den atemberaubenden Anden umgebenen Ruinen von Moray sind ein archäologischer Komplex im Heiligen Tal, der Forscher und Reisende seit Jahrzehnten in seinen Bann zieht.
Die Stätte ist vor allem für ihre drei Gruppen von kreisförmigen Terrassen bekannt. Sie haben einen Durchmesser von bis zu183 Meter. Der Abstieg von der höchsten zur niedrigsten Terrasse beträgt 149 m und macht die Moray-Ruinen zu einer der faszinierendsten von Menschenhand geschaffenen Stätten.
Viele Archäologen und Anthropologen glauben, dass die Ruinen von Moray einst für landwirtschaftliche Experimente genutzt wurden. Dafür spricht u. a. das ausgedehnte Bewässerungssystem (gespeist durch Wasser aus einem hoch in den Bergen gelegenen Reservoir), das in den Terrassen angelegt wurde. Eine weitere faszinierende Beobachtung ist der Temperaturunterschied. Von der höchsten bis zur niedrigsten Terrasse beträgt der Temperaturunterschied 5°C, und die Sonne trifft jede Terrasse in einem anderen Winkel und mit anderer Intensität.
Das Mikroklima in Moray ermöglichte es den Inkas wahrscheinlich, landwirtschaftliche Forschung zu betreiben und die besten Bedingungen für das Gedeihen der Pflanzen zu ermitteln. Mehr noch, all dies deutet darauf hin, dass die Inkas ihr Wissen über die Umwelt nutzten, um aus ihren natürlichen Ressourcen Kapital zu schlagen.
Was haben die Inkas angebaut?
Zwar gibt es keine schriftlichen Belege, doch aufgrund der landwirtschaftlichen Praktiken in der Andenregion ist es wahrscheinlich, dass die Inkas Feldfrüchte wie Kartoffeln und Quinoa sowie Pflanzen aus dem Amazonasgebiet anbauten, die an mildere Temperaturen angepasst waren.
Mais war wahrscheinlich eine weitere wichtige Kulturpflanze, die in Moray angebaut wurde, da sie bei verschiedenen religiösen Zeremonien im Inka-Reich eine wichtige Rolle spielte.
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Nach soviel Inka Geschichte sind wir wieder in südliche Richtung aufgebrochen und aktuell wieder am Titicacasee.
Nicole hat hier im Hotel einen doch eher speziellen Parkplatz, direkt neben der Lobby gefunden 😂😂
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In den letzten Tagen hatten ich zum ersten Mal auf der Reise mit einen eher nervösen Magen und Verdauung zu kämpfen. Aber es geht schon wieder besser. Die Einheimischen lächeln nur darüber und meinen das sei normal.
 

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Danke für deine tollen Erläuterungen. Macht richtig Spaß, das mit den dazu passenden Fotos zu lesen.
 
In den letzten Tagen hatten ich zum ersten Mal auf der Reise mit einen eher nervösen Magen und Verdauung zu kämpfen.
Nervöse Verdauung. Da hast Du aber Glück gehabt.

Ich habe im peruanischen Hochland mal einen Coca-Tee getrunken. Danach erhaschte ich einen Blick in die „Küche“ in denen die Tassen „gespült“ - was ein grossen Wort - wurden.

Das Spülwasser dort hätte ich nicht mal zum Toilette spülen verwendet.

Prompt hab ich drei Tage lang alles, durch alle Körperöffnungen, in veritablen Strahlen von mir gegeben.

Ich krieg heute noch Brechreiz wenn ich nur dran denke! 🙈😱🤮😱
 
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Ich habe sogar in Europa immer ein paar von den Tabletten zur Wasserreinigung dabei. -- Zum Wasserfilter. Der lässt sich wirklich klein falten und hat einen Aktivkohlefilter (meiner ist von Katadyn BeFree oder so. Die Tabletten auch von Katadyn). Damit könnte man *theoretisch* Wasser aus ner Straßenüpfütze trinken.
Für Fahrten durch die Wüste, oder in abgelegenen Gegenden Offroad ein Muss. Da es sich klein falten lässt, passt das Zeug auch immer in einen Rucksack an die Seite.
 
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