- Motorrad
- Tuono Factory
- Modelljahr
- 2020
Also bei mir definitiv nicht. Es war wohl 2009, als sich ein Kumpel von mir im Eggental im Ducatiweitwurf übte. Er war zuvor sehr stolz auf seine Dainesse Textilhose gewesen. Jedenfalls hatte diese nicht besonders viel dem rauhen Dolomitenasphalt entgegenzusetzen. Formulieren wir es so: Sein Slip versuchte noch, das schlimmste abzuwenden. Mit mäßigem Erfolg. 8 Wochen Stehpult waren die Konsequenz.Der Entschluss zum Dry Januar hat sich nur aus einer Laune heraus entwickelt
Diese Geschichte ließ bei uns in der Clique jedenfalls das Interesse an Lederwaren sprunghaft steigen.
So auch bei mir und ich ging mit der festen Absicht viel Geld auszugeben in unser örtliches Lederwarenfachgeschäft.
Die Verkäuferin war ihrerseits nicht mit gewaltiger Körpergröße gesegnet, präsentierte mir einen Papageienanzug aus vielen kleinen Einzelteilen zusammengenäht und nötigte mich zur Anprobe. Da mir dieses Teil aber gar nicht zusagte, erkundigte ich mich nach Alternativen. Sie verneinte dies mit den Worten:
"Das ist leider das einzige, was ich in Kurzgröße da habe."
"In Kurz... was?", fragte ich. "Naja, das ist halt die Größe für Leute, die für ihr Gewicht zu klein sind." Sie erzählte was von Größe... genau mein Humor!
Sie bestand dann noch darauf, mir den zurückzulegen, weil der ja nur heute im Angebot sei.
Drei Tage später kam ich dann noch mal, um mitzuteilen, dass sie das Teil wieder in die Ausstellung hängen können.
Eine andere Verkäuferin nahm die Information entgegen, und da sie vom Körperbau her auch nicht bevorzugt von der Natur behandelt wurde, hoffte ich auf ein wenig mehr Verständnis. Ich fragte: "Aber ihr habt doch was von Arlen Ness?" und bekam ein "Na, wenn du unbedingt meinst...." als Antwort.
In der Kabine zwängte ich mich in diesen feuerroten Anzug und ich vermute, mein Gesicht passte sich dieser Hülle an. Ich hatte auch das Gefühl, diese Kombi hätte integrierte Heizstrahler. Stolz, es geschafft zu haben, mit der leichten Befürchtung, zum Ausziehen die Feuerwehr rufen zu müssen, trat ich aus der Kabine. Die Verkäuferin musterte mich von oben bis unten und meinte dann trocken: "Die sind ja auch für Leute mit normaler Figur gemacht." Ausgerechnet sie, deren Rückansicht starke Assoziationen mit dem vormaligen Auslieferungstier von Brauereien hervorrief!
Ich schälte mich irgendwie aus dem Anzug, kaufte nichts und es sollten 3 Jahre vergehen, bis ich wieder einen Fuß in diesen Laden setzte.
Allerdings gab es die nächsten Wochen nur noch Salate, Zucker- und Alkoholabstinenz. So verschwanden 13 kg und es wurde woanders eine Kombi gekauft.
Seitdem ist es eine Art Hobby von mir geworden, jedes Jahr ab dem 1.1. mich wieder in die Kombi zu hungern. Da ich es letztes Jahr aufgrund der weltpolitischen Lage habe ausfallen lassen (nüchtern ist das ja fast nicht zu ertragen!), habe ich dieses Jahr einen etwas größeren Auftrag. Mit 3 kg ist es nicht getan.
Und noch bin ich zu geizig, das Problem mit einer Fahrt nach Winterbach zu lösen.
