Ventilspielkontrolle und Einstellung

Hallo
Ich habe bei meiner Tuono das letzte mal komplett ohne Dichtmasse versucht.
Bei den hinteren Zylindern war alles und ist noch immer dicht.
Bei den vorderen drückte es leicht heraus bei dem vorderen Halbmond.
Seither verwende ich immer bei allen Halbmonden Dichtmasse und würde dir auch empfehlen noch 5cm in beide Richtungen etwas Dichtmasse auf die Dichtfläche zu verwenden.
Das Hauptproblem ist das der ganze Deckel nur mit den 3 Schrauben befestigt wird und die Anpressung auf die Dichtfläche nicht sehr gleichmässig ist.
Grüsse Mario
 
Sonst braucht es aber nirgendwo mehr Dichtmasse, ausser beim Lichtmaschinendeckel :)
 
Wenn wir gerade davon sprechen, ich habe meine Zylinder 1 und 3 fertig eingestellt was das Ventilspiel betrifft und alle Federn gewechselt.
Nun ist soweit alles wieder eingebaut und befestigt.
Die nächsten Tage gehe ich vorne zu werke an Zylinder 2 und 4
Auf dem Bild ist noch einmal gut zu sehen wie die Einlassnocken verfärbt sind und die Auslass hingegen noch sehr gut aussehen.
Vergleich oben links ( Einlass )
unten rechts ( Auslass )
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Aber auch dann benötigst du ein kleines bisschen, um das Kabel welches zum Regler führt.
Dann wünsche ich weiter gutes gelingen :)
Gruss
 
So, Ventilspiel ist korrigiert und ich bin beim Zusammenbau. Nur zum Verständnis:
Ich habe hier im Forum gelesen, dass die Dichtung für die Ventildeckel an den Halbmonden zusätzlich mit Paste versehen wir.
Im WHB ist das anders beschreiben. So wie es im WHB zu sehen ist, ist es für mich sogar doppelt an den gleichen Stellen.
An den Halbmonden reicht?

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Und bei meiner waren sogar die Zündkerzendichtungen im Deckel mit Paste eingeklebt ... das ist unnötig oder? Die werden ja passend in die Nut im Deckel gesteckt oder?

Thx und LG
Für mein Verständnis ist es ist nicht doppelt.
Einmal zwischen Deckel und Dichtung und das andere mal zwischen Dichtung und Motorgehäuse.

Ich habe eher bedenken, arbeiten bei 10 °C durchzuführen. Meisten wird das Ergebnis bei normalen Temperaturen besser, da die Finger nicht klamm und die Teile nicht so spröde sind. Three bond oder Silikondichtmittel ist bei wärme auch viel besser zu verarbeiten. Für die Wärmeausdehnung der Bauteile ist die Temperatur irrelevant. Da ist deine eigene Messungenauigkeit viel größer.
 
Das mit der Dichtmasse habe ich glatt überlesen. Hält zum Glück trotzdem seit über 12k km dicht.
 
Soooo, kurzes feedback meinerseits zum Ventilspiel einstellen.
Mein Spiel war ja wie zuvor erwähnt mehrfach aus der Toleranz, somit musste ich vordere und hintere Zylinderbank einstellen.
Ich hatte großen Respekt vor der Aufgabe, wollte es aber dennoch allein probieren. 😁
Steuerzeiten waren auch leicht "verrutscht" und wurden korrigiert.
Der Halter für das Nockenwellenrad wurde mir von einem netten Forums-Kollegen geliehen... dieser packte auch gleich ein Set shims dazu, welche ich gut durchtauschen konnte. (Den Namen nenne ich jetzt ungefragt nicht. Sonst schreiben ihn nachher alle an und fragen danach :cool:)
Aber noch mal ein riesen Dankeschön dafür. (y)

Zum Ventilspiel prüfen kann man nicht viel sagen, das sollte jeder eigtl. hinbekommen. Hatte mir zwei Sets Fühlerlehren in 0.02er Abständen besorgt.
Dieser waren aber unterschiedlich und ergänzten sich, sodass ich in 0,01er Schritten messen konnte.

Die ganze Demontage, Einstellung und Montage lief eigtl. ohne Probleme. An der hinteren Zylinderbank hat der Halter für das Nockenwellenrad einfach nicht gepasst. Wollte auch nicht groß daran rumbiegen, da er ja nur geliehen war. Hab dann den Steuerkettenspanner entspannt und mit locker Kette das Rad einfach fixiert. Vorher natürlich alles markiert. Das funktionierte auch gut, zumindest an der hinteren Zylinderbank. Das Entriegeln des Spanners danach war leicht tricky, funktionierte aber auch gut.

Vorne hat der Halter komischer Weise super gepasst. Es war zwar alles leicht eng, hat aber auch dort gut geklappt.

Ich habe Ventil für Ventil getauscht, alles schön notiert und erst einmal mit den alten Dichtungen und Drehmoment angebaut. Nochmal gemessen ... 1x nach korrigiert und danach dann alles mit neuen Dichtungen, Ringen und Scheiben angebaut.

Der weitere Zusammenbau mit Ventildeckel, Airbox, Tank usw. versteht sich von selbst.

Motordichtpaste an den Ventildeckeln habe an die Halbmonde und von da aus noch ca. 5 cm in beide Richtungen gemacht.

Ja OK, beim montieren des neuen Kupplungsdeckel habe ich höchst wahrscheinlich einen kleinen Fehler gemacht. (siehe extra Thread)
Aber das Anbauen und korrekte Positionieren des Kupplungshebels war eigtl. ganz leicht. (Hatte mir drei Führungsstangen gebastelt, diese eingeschraubt und so den Deckel sauber positioniert)

Das Thema Kälte habe ich auch gut lösen können. Hatte gelegentlich einen Gas-Heizstrahler an, um eine Grundwärme zu bekommen. Direkt über der Tuono stand dann ein Heizstrahler, der eigtl. zum Wickeln für Babys gedacht ist. Aber was für kleine Babys gut ist, sollte auch einer Aprilia gut tun.
So hatte ich immer eine angenehme Temperatur auf dem Motorblock und auch beim Arbeiten. 😁

Insgesamt hat es Spaß gemacht und war eine Erfahrung. Man ist natürlich auch immer Stolz, wenn man das als "Laie" hinbekommen hat und bekommt so auch immer mehr Verständnis für die Technik und Abläufe.

Eine kleine Proberunde um den Garagenkomplex war zwar kalt, aber gut. Ob alles insgesamt i.O. ist, wird sich bei der ersten richtigen Ausfahrt zeigen.

Und auch vielen Dank für die zahlreichen Tipps, Anleitungen und Unterstützungen hier im Forum. 🙏

LG

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Das Thema Zünd OT 1.Zyl hat mich auch einige Zeit beschäftigt. Da ich es mir auch nicht anhand des englischen service manual erklären konnte, habe ich mir mal das Muttersprachler manual auf italienisch angeschaut und die fragliche Passage von google übersetzen lassen.
Dann heißt es hier: Bringen Sie den Kolben des 1. Zyl in den Kreuzungs-OT. Das wäre dann nicht der Zünd OT sondern der OT mit Ventilüberschneidung. Also Nocken nach unten.
Wäre das richtig, dann würden die 150° und 450° passen.
Was meint ihr dazu?
 

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Meine Antwort bezog sich auf die immer wieder diskutierte Frage wie hier z.B
Ich hoffe
Servus,

auch ich habe mein Ventilspiel nun endlich eingestellt und sie läuft wieder. Hatte vorher das Problem, dass sie öfter mal aus ging, wenn ich sie, durch Kupplung ziehen aus höheren Drehzahlen, ins Standgas hab fallen lassen.
Vielen Dank an @BLR und @ej#25 . Die Informationen die ihr hier und/oder in YT veröffentlicht habt, gaben letztendlich den Ausschlag dafür, dass ichs doch selbst versucht habe. Und vielleicht dass meine Werkstatt erst nen Termin 3 Monate in der Zukunft gehabt hätte.

Ich hoffe ich kann noch einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass sich der ein oder andere evtl. ein wenig Arbeit und Geld sparen kann.
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1 = Passstift 5mm: den habe ich etwas erhitzt (glühend) und ihn dann einfach 90° gebogen. @Vince hat das in #26 beschrieben. Funktioniert wirklich super.
2 = Passstift 5mm: der gleiche Passstift nur nicht gebogen für die hintere Bank. Mit dem habe ich gestartet zu testen, ob er passt. Musste bei beiden bissl was abschleifen, da ich die Passung nicht wusste und die Stifte, die ich rumliegen hatte, scheinbar die falschen waren.
3 = Passstift 6mm: ebenfalls etwas geschliffen zum Arretieren des gefederten Zahnkranz der Auslass-Nockenwellen. Kein muss, aber erleichtert das Wiedereinbauen finde ich. Vermutlich wäre hier ein 5,8er kurzer Bohrer o.ä. sogar die bessere Wahl, da der 6er Stift sich schon etwas bitten lies, bis er rein wollte. Wurde hier aber auch schon erwähnt glaube ich.
4 = das bekannte Werkzeug von Aprilia zur Fixierung der Nockenwellenräder. Auch ich musste meins nachbearbeiten, da der Durchmesser von dem kleinen Teil, der in die Nockenwelle rutschen soll, zu groß war. Ich glaub das waren gute 2/10mm zu viel. Außerdem hatte ich Rückstände vom Lasern dran, welche Vermutlich den Kopf beschädigt hätten oder zumindest verkratzt. Also die Unterseite auch noch glattgeschliffen. Dafür passten die Bohrungen für die Schrauben dann. Hier gabs ja auch schon Probleme bei anderen.
5 = das vermutlich interessanteste an meinem Beitrag: Das ist mein Arretierbolzen für die Kurbelwelle. Es handelt sich um eine 120er M6 Schraube mit langem Schaft. @Lemmy_VFR hat eine ähnliche in #112 erwähnt. Diese hätte allerdings bei mir definitiv nicht gepasst. Hab auch das Kokusan Schwungrad. In einem englischen Forum habe ich gelesen, dass das Loch zur Arretierung ab ~Bj2014 etwas versetzt wurde? Danach passt Lemmys Schraube nehme ich an. Bei mir leider nicht. Ich wollte eigentlich noch ne "schöne" Schraube drehen fürs Foto, jedoch hat diese so gut funktioniert, dass sie es jetzt doch in den Beitrag geschafft hat.
Wie habe ich die Schraube gemacht: Ausgemessen wie weit das Schwungrad vom Arretierloch entfernt ist = maximale Gewindelänge = 19,5mm bei mir. Mutter bis zum ermittelten Wert und mit 2. gekontert. Schraube mit dem Gewinde sachte in den Akkuschrauber eingespannt. Kopf der Schraube auf den leicht geöffneten Schraubstock aufliegen lassen. Fächerscheibe auf die Flex. Beides drehen lassen und die Schraube abschleifen. Immer mal wieder testen obs schon reinpasst. Ich hab sie auf 4,2mm schleifen müssen. Zum Schluss hat die Schraube noch eine kleine Fase an der Spitze bekommen.
Ja mir ist bewusst, dass das definitiv weder die eleganteste, noch eine sichere Methode, die Schraube dünner zu kriegen, aber da hier die wenigsten eine Drehbank zur Verfügung haben werden, wollte ich wenigstens nicht verschweigen wie ich es gemacht habe. Immerhin musste ich dadurch das Schwungrad nicht demontieren und somit weniger teures Werkzeug kaufen.

Einen kleinen gedanklichen Stolperstein hatte ich, den ich nur durch intensives studieren von Johanns Video zum Steuerzeiten einstellen lösen konnte:
Ich hatte beide Nockenwellen aus- und wieder eingebaut. Nacheinander und währenddessen jeweils den Arretierdorn der KW nicht entfernt. Ich war mir sicher, dass alles so drin ist wie es vorher war. Wenn ich jetzt aber meinen OT gesucht hab, laut Werkstatthandbuch 1. Kolben oben und dessen Ventile beide geschlossen, dann die 150° weitergedreht hab für die vordere Bank, so war die Nockenwelle um 180 falsch rum. 300° weiter wars das Selbe bei der hinteren NW. Das hat mich sehr verunsichert. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich weder gelernter Mechaniker bin noch Erfahrung mit einem V4 Motor habe. Daraufhin habe ich Johanns Video mehrere Male angeschaut und gehofft irgendwo zu erkennen was ich falsch mache. Jedoch konnte ich nichts finden bzw. war in den Videos nicht zu sehen wo mein Fehler liegen könnte.
Meine Lösung: Ich hab den Zustand hergestellt, den Johann in seinem Video hat = beide Nockenwellenräder lose geschraubt und die Nockenwellen so, dass sie ungefähr auf Absteckposition sind. Dann auf OT (für mich reichte die Markierung auf der Zahnscheibe der KW, da ich eh "nur" abstecken wollte); 150° weiter, vorne abgesteckt und eine Schraube am Rad festgemacht; 300° weiter, hinten abgesteckt und eine Schraube fest. Dann jeweils die 2. Schraube rein. Jetzt hab ich meine Positionen der Nockenwellen mit denen aus Johanns Video verglichen um sicher zu sein, dass das so passt. Alles identisch. Meinem Gewissen gings an der Stelle deutlich besser als vorher. Das Ergebnis, wenn ich jetzt alles nochmal kontrolliere, ist jedoch das Selbe wie vorher. OT + 150° = NW 180° falsch rum.
Kann mir das jemand vielleicht kurz erklären? Ich fühle mich als ob ich schwer aufm Schlauch stehen würde und es ganz einfach ist
😄

Final noch eine Frage: wenn man den vorderen SLS Schlauch samt Klammer eh schon ab hat, wäre es dann nicht eine gute Idee die Klammer durch eine Schraubschelle (vorzugsweise VA) zu ersetzen? Ich glaube die wäre deutlich einfacher zu lösen beim nächsten mal. Ich hatte eine Zange bei mir gefunden, für die ich eh nicht wirklich eine Verwendung hatte, welche von der Biegung her aber genau richtig war um die Klammer zu lösen.
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Viele Grüße aus der Nähe vom Chiemsee
Bubi
 
Das Thema Zünd OT 1.Zyl hat mich auch einige Zeit beschäftigt. Da ich es mir auch nicht anhand des englischen service manual erklären konnte, habe ich mir mal das Muttersprachler manual auf italienisch angeschaut und die fragliche Passage von google übersetzen lassen.
Dann heißt es hier: Bringen Sie den Kolben des 1. Zyl in den Kreuzungs-OT. Das wäre dann nicht der Zünd OT sondern der OT mit Ventilüberschneidung. Also Nocken nach unten.
Wäre das richtig, dann würden die 150° und 450° passen.
Was meint ihr dazu?
Korrekt. Es ist wichtig Zylinder 1 auf OT in Überschneidung zu stellen und von da aus 150° bzw. 450° weiter drehen, sonst passen die Absteckpositionen nicht.

Gruß Mathias
 
Motoplex
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