Meine Sicht der Dinge:
Ein Federbein ist immer eine Pendelstütze, die - wie der Name sagt - pendeln muss. Dafür muss das Bein beidseitig drehbar sein, was in den meisten Fällen durch ein Kugelgelenk erfolgt. Kugel deshalb, weil hierdurch Toleranzen ausgeglichen werden, z.B. wenn die Federvektoren von Schwingen- und Rahmenlagerung des Federbeins sich nicht zu 100% treffen. Ein so gelagertes Federbein nimmt ausschließlich Zug- und Druck auf, und durch Zug und Druck wird eine Kolbenstange niemals abreißen.
Üblicherweise gehört beidseitig der Kugel ein Gegenstück, salopp gesprochen eine Unterlegscheibe, über die die Kugel mit Rahmen bzw. Schwinge (oder Umlenkung) geklemmt wird. Die Kugel muss geschmiert sein, und die Unterlegscheiben sollten eine Abdichtung haben, die das Fett an der Kugel und den Dreck draußen hält. So eine Abdichtung kann ich auf den Fotos nicht erkennen. Was ich aber sehe: Das abgerissene Oberteil des Federbeins ist in der Einbaulage im Rahmen geblieben. Wäre die Kugel freigängig, würde das Teil nach unten klappen. Somit möchte ich vermuten, dass die obere Lagerung nicht mehr so funktionier, wie sie soll. Dass die Kugel fest gegangen ist, und das Federbein somit oben nicht mehr pendeln kann. Dann entsteht bei jeder Federbewegung ein Biegemoment auf das Federbein, das die Feder selbst kaum aufnehmen kann, bleibt also nur die Kolbenstange. Hartverchromt und damit an der Oberfläche spröde, entsteht an der schwächsten Stelle - wo die Kolbenstange in das steife Oberteil geschraubt wird - ein Dauerschwingbruch, der exakt so aus sieht wie auf den Fotos.
Wessen Schuld das ist, möchte ich nicht beurteilen. Dass über Monate von Aprilia keine Reaktion kommt, ist einfach schlecht.
Was aber bei mir zu Motorradpflege einfach dazu gehört ist, dass ich Lagerstellen, und zwar alle, regelmäßig prüfe und schmiere. Dazu gehören z.B. auch die Lager des Schaltgestänges oder die Umlenkung der V4, auch hier sind immer wieder Lager trocken gelaufen. Auch ein Schwingenlager kann trocken laufen. Das Ganze wird noch deutlich beschleunigt, wenn das Moped mit dem Hochdruckreiniger gewaschen wird, und hier schließt sich der Kreis zu den 660ern. Das Federbein liegt komplett im Beschuss des Hinterrads, wird somit dreckig und man kommt mit Schwamm und Bürste nicht so gut dran, dafür um so besser mit dem - am besten auch noch heißen - Hochdruckstrahl.
Das soll keine Schuldzuweisung sein, sondern eine Erklärung, was hier meiner Meinung nach passiert ist.