Geschichten von Selbstfahrerinnen und Sozias

Ich hatte die Sozia dabei am Ederseetreffen.
War nicht so einfach gewesen mit der Organisation. Ich kam aus dem Nürnberger Raum und sie war ja meine Fernbeziehung in Düsseldorf. Für die Überbrückung der langen Distanzen hatte ich mir eine ältere 11er Gixxe zugelegt. War der Komfort an sich schon eine Herausforderung, so war Gepäcktransport - zumindest zu zweit - ein Ding der Unmöglichkeit.
Also bat ich einen Bekannten, der von Belgien anreiste, sie mitzubringen und dann am Sonntag unser Gepäck/Zelt mitzunehmen und wir treffen uns dann in D-Dorf.
Hinzu klappte das ja auch ganz gut.
Am Rückweg habe ich dann irgendwie die Distanzen und den damit verbundenen Zeitaufwand unterschätzt. Dabei war das richtig lustig im Sauerland. Irgendwann schaute ich mal auf die Uhr, dann auf die Karte, wieder auf die Uhr und stellte fest, dass das jetzt richtig knapp werden würde. An sein Handy ging der Bekannte nicht ran. Verdammt!
Ich weiß heute nicht mehr, warum ich bei Wermelskirchen auf die A1 stieß. Navi war ja anno 2006 noch nicht so en vogue. Aber ab hier ließ sich Zeit aufholen. Ich bat die Holde sich ordentlich fest zu halten und an diesem Sonntag war da auch nicht so viel Verkehr.
Die alte Ölige war ja entkorkt und ging in Spitzen laut Tacho 295. Dass das in echt nur knapp über 250 waren spielte keine Rolle. Es war auch so schnell. Und das konnte ich ja jetzt nutzen.
Leverkusen war schnell erreicht und die A57 war quasi leer. Bei über 200 hat die auch so was wie Kurven. Kurz... ich schenkte der dicken Bertha nichts, ließ es aber bei Tacho 250 gut sein, ging vor diesen "Kurven" auch leicht vom Gas und bildete mir da schon ein, einen leichten Druck an den Schenkeln zu spüren. Aber ich hatte einen Termin!
Ich kann mich noch erinnern, dass die Autobahn in D-Dorf an einer Ampel endete. Ich hielt an, setzte beide Füße auf den Boden, richtete mich auf, drehte mich nach hinten und vermeldete dabei stolz, dass wir nur knapp unter einer halben Stunde gebraucht hätten.
Dann sah ich ihre weit geweiteten Augen. Ihre Finger, die mühsam den Kinnriemen des Helms nach zogen. Ein Ringen um Luft. Scheinbar waren die aerodynamischen Qualitäten des 120€ Sharks nicht allzu groß gewesen.
Dabei entfleuchte ihr ein heiseres "A....loch!"

Wir kamen jedenfalls rechtzeitig an und das Sofa war auch bequemer als die Iso Matte der vergangenen beiden Nächte.

Irgendwie hatte ich doch Schuldgefühle... :(
 
Ich hatte die Sozia dabei am Ederseetreffen.
War nicht so einfach gewesen mit der Organisation. Ich kam aus dem Nürnberger Raum und sie war ja meine Fernbeziehung in Düsseldorf. Für die Überbrückung der langen Distanzen hatte ich mir eine ältere 11er Gixxe zugelegt. War der Komfort an sich schon eine Herausforderung, so war Gepäcktransport - zumindest zu zweit - ein Ding der Unmöglichkeit.
Also bat ich einen Bekannten, der von Belgien anreiste, sie mitzubringen und dann am Sonntag unser Gepäck/Zelt mitzunehmen und wir treffen uns dann in D-Dorf.
Hinzu klappte das ja auch ganz gut.
Am Rückweg habe ich dann irgendwie die Distanzen und den damit verbundenen Zeitaufwand unterschätzt. Dabei war das richtig lustig im Sauerland. Irgendwann schaute ich mal auf die Uhr, dann auf die Karte, wieder auf die Uhr und stellte fest, dass das jetzt richtig knapp werden würde. An sein Handy ging der Bekannte nicht ran. Verdammt!
Ich weiß heute nicht mehr, warum ich bei Wermelskirchen auf die A1 stieß. Navi war ja anno 2006 noch nicht so en vogue. Aber ab hier ließ sich Zeit aufholen. Ich bat die Holde sich ordentlich fest zu halten und an diesem Sonntag war da auch nicht so viel Verkehr.
Die alte Ölige war ja entkorkt und ging in Spitzen laut Tacho 295. Dass das in echt nur knapp über 250 waren spielte keine Rolle. Es war auch so schnell. Und das konnte ich ja jetzt nutzen.
Leverkusen war schnell erreicht und die A57 war quasi leer. Bei über 200 hat die auch so was wie Kurven. Kurz... ich schenkte der dicken Bertha nichts, ließ es aber bei Tacho 250 gut sein, ging vor diesen "Kurven" auch leicht vom Gas und bildete mir da schon ein, einen leichten Druck an den Schenkeln zu spüren. Aber ich hatte einen Termin!
Ich kann mich noch erinnern, dass die Autobahn in D-Dorf an einer Ampel endete. Ich hielt an, setzte beide Füße auf den Boden, richtete mich auf, drehte mich nach hinten und vermeldete dabei stolz, dass wir nur knapp unter einer halben Stunde gebraucht hätten.
Dann sah ich ihre weit geweiteten Augen. Ihre Finger, die mühsam den Kinnriemen des Helms nach zogen. Ein Ringen um Luft. Scheinbar waren die aerodynamischen Qualitäten des 120€ Sharks nicht allzu groß gewesen.
Dabei entfleuchte ihr ein heiseres "A....loch!"

Wir kamen jedenfalls rechtzeitig an und das Sofa war auch bequemer als die Iso Matte der vergangenen beiden Nächte.

Irgendwie hatte ich doch Schuldgefühle... :(
Da hat es mal im racing 4fun forum vor geschätzten 20 Jahren ein Forenmitglied gegeben der hieß glaub Bundy... Das war nicht zufällig dein Bruder?.... Der hat auch immer Berichte von seinen Rennstreckenevents geschrieben... Da bist schier verreckt vor lachen 😉👍
 
Bundy, unser Schetterlingsgeschichtenerzähler. Ich glaube, der hat auch ein Buch darüber geschrieben
 
Da hat es mal im racing 4fun forum vor geschätzten 20 Jahren ein Forenmitglied gegeben der hieß glaub Bundy... Das war nicht zufällig dein Bruder?.... Der hat auch immer Berichte von seinen Rennstreckenevents geschrieben... Da bist schier verreckt vor lachen 😉👍
Nein, ich bin der einzige Motorradfahrende in meiner Familie. Und ich war das auch nicht im R4F Forum.
Aber es freut mich, wenn ich zur Erheiterung beitragen kann :)
 
Das letzte mal war ich mit Bundy 2012 oder 2011 unterwegs. Auf Facebook ist er noch mit seinem Realnamen. sorry, Näheres kannst du gerne per PN mitgeteilt bekommen ;)
 
Neid. Ich glaube es war blanker Neid, der sie zu dieser Aktion trieb.
Jeden Morgen auf den vorangegangenen Touren musste sie vor uns aufstehen, mühsam ihre Sachen in die Gepäckrolle stopfen und dann mit Spanngurten selbige aufwendig am Heck der VTR verzurren.
Und dann kamen die Herren mit ihrem Köfferchen, schwangen es elegant auf die Grundplatte, drückten noch einmal nach und das Topcase saß mit einem schmatzenden Klick.
Das musste sie unbedingt auch haben. Und es musste ein Geheimnis bleiben. Warum auch immer.
Ihr war völlig klar, dass damit die VTR ein Einsitzer sein musste. Soviel Physik war von der Realschule noch hängen geblieben, dass eine Anbringung auf einem Träger hinter dem Soziussitz in Verbindung mit dem bereits montierten SB-Lenker spannende Fahrsituationen heraufbeschwören würde.
Die Platte einfach auf die labrige Sitzbank schrauben wollte sie nicht, denn es sollte ja demontierbar sein und VicToR dann nicht verschandelt werden.
Aber es gab im Zubehör einen Träger. Der hatte seinen Ausleger zwar hinten raus, aber wenn man einen Schweißer auftreiben würde...
Gesagt, getan. Der Träger wurde erworben und ein freundlicher Schlosser flexte den Ausleger ab und schweißte ihn quasi verkehrtrum wieder dran. Das Ganze wurde dann noch schön gemacht und lackiert.
Das erste Problem war wohl, dass man dann die Sitzbank abnehmen musste um den Träger am gewichtsparenden Aluheck von VicToR zu montieren. Das Montieren ging wohl einfach und schnell. Jetzt aber wieder die Sitzbank unter den Träger zu bekommen, stellte eine ganz andere Hürde dar.
Einen aufgerissenen Sitzbankbezug später hat es dann geklappt. Dann noch die Trägerplatte auf den Träger und hoch ins Schlafzimmer, das neu erworbene Schmuckstück zu packen.
Schließlich sollte es morgen ja schon in den 2-wöchigen Urlaub nach Süd-Italien gehen und bald würden die Jungs mit ihrem Gespann auftauchen, damit VicToR verladen werden konnte.
Die Jungs würden aber Augen machen!
Ich weiß nicht, ob wir an dem Morgen ihre Leistung hinreichend gewürdigt haben.
Spät Abends kamen wir bei Ancona an und am nächsten Morgen sollte es los gehen. Die Jungs wuchteten wieder elegant ihr Köfferchen auf den Träger und voller Stolz tat sie ihnen gleich. Aber da bewegte sich was...
Die Jungs sahen, dass dieser Koffer locker 3cm Spiel am Ende hatte und sich lustig auf und ab bewegen ließ. In Anbetracht der zu erwartenden Straßenverhältnisse keine gute Idee. In diesem Zustand gaben sie der Konstruktion max. 100km und bestanden darauf, nicht hinter ihr fahren zu wollen.
Es bestand also Handlungsbedarf. Man suchte noch schnell Werkzeug zusammen und vorsichtig wurde die Sitzbank wieder aus der Konstruktion heraus operiert.
Die Schrauben des Trägers konnten mit der Hand gedreht werden. Auf die Frage, warum sie die nicht festgezogen hätte kam die Antwort: "Du hast gesagt, nach fest kommt ab!"
Was will man auch darauf erwidern?
Also wurde fummelig mit dem Inbus Schlüssel versucht, die Schrauben auf ein vernünftiges Drehmoment zu bekommen. Ob der beengten Platzverhältnisse und der Tatsache, dass es sich um derer vier handelte, ein aufwendiges Verfahren, zumal man mit der kurzen Seite kaum Kraft aufwenden konnte. Man "verlängerte" mit einem Ringschlüssel und kämpfte sich mm um mm vor. Und fluchte. Weil mit einer Ratsche wäre das viel einfacher gegangen.
Dann kam das 15kg Beauty-Case wieder an seinen Bestimmungsort und siehe da...
es wackelte nur noch 2cm. Die Schlacht war verloren!
Ihre Mopedklamotten hatte sie in einer separaten Tasche mitgebracht und wurde verdonnert, den Inhalt ihres Beauty-Case in selbige umzuladen. Wir hatten noch Ersatzgurte und begannen schon, den Träger zu demontieren.
Sie wollte für eine Überraschung sorgen und das ist ihr gelungen. Wenn auch nicht so, wie es geplant. Die Enttäuschung stand ihr ins Gesicht geschrieben.
Es wurde trotzdem noch ein schöner Urlaub, auch wenn Träger und Beauty-Case die nächsten 2 Wochen im Kofferraum des Zugfahrzeugs verbringen mussten.

Zu Hause verkaufte sie die Konstruktion dann an einen anderen VTR Fahrer. So einen Mut möchte ich auch mal haben. Glücklicherweise ging dann dieses Paket aber verloren und die Post war so zuvorkommend, einen höheren Betrag zu ersetzen, als sie durch den Verkauf erzielt hatte.
So wurde dann doch noch alles gut. Auch wenn der Neid auf fremde Koffer blieb.
 
Neid. Ich glaube es war blanker Neid, der sie zu dieser Aktion trieb.
Jeden Morgen auf den vorangegangenen Touren musste sie vor uns aufstehen, mühsam ihre Sachen in die Gepäckrolle stopfen und dann mit Spanngurten selbige aufwendig am Heck der VTR verzurren.
Und dann kamen die Herren mit ihrem Köfferchen, schwangen es elegant auf die Grundplatte, drückten noch einmal nach und das Topcase saß mit einem schmatzenden Klick.
Das musste sie unbedingt auch haben. Und es musste ein Geheimnis bleiben. Warum auch immer.
Ihr war völlig klar, dass damit die VTR ein Einsitzer sein musste. Soviel Physik war von der Realschule noch hängen geblieben, dass eine Anbringung auf einem Träger hinter dem Soziussitz in Verbindung mit dem bereits montierten SB-Lenker spannende Fahrsituationen heraufbeschwören würde.
Die Platte einfach auf die labrige Sitzbank schrauben wollte sie nicht, denn es sollte ja demontierbar sein und VicToR dann nicht verschandelt werden.
Aber es gab im Zubehör einen Träger. Der hatte seinen Ausleger zwar hinten raus, aber wenn man einen Schweißer auftreiben würde...
Gesagt, getan. Der Träger wurde erworben und ein freundlicher Schlosser flexte den Ausleger ab und schweißte ihn quasi verkehrtrum wieder dran. Das Ganze wurde dann noch schön gemacht und lackiert.
Das erste Problem war wohl, dass man dann die Sitzbank abnehmen musste um den Träger am gewichtsparenden Aluheck von VicToR zu montieren. Das Montieren ging wohl einfach und schnell. Jetzt aber wieder die Sitzbank unter den Träger zu bekommen, stellte eine ganz andere Hürde dar.
Einen aufgerissenen Sitzbankbezug später hat es dann geklappt. Dann noch die Trägerplatte auf den Träger und hoch ins Schlafzimmer, das neu erworbene Schmuckstück zu packen.
Schließlich sollte es morgen ja schon in den 2-wöchigen Urlaub nach Süd-Italien gehen und bald würden die Jungs mit ihrem Gespann auftauchen, damit VicToR verladen werden konnte.
Die Jungs würden aber Augen machen!
Ich weiß nicht, ob wir an dem Morgen ihre Leistung hinreichend gewürdigt haben.
Spät Abends kamen wir bei Ancona an und am nächsten Morgen sollte es los gehen. Die Jungs wuchteten wieder elegant ihr Köfferchen auf den Träger und voller Stolz tat sie ihnen gleich. Aber da bewegte sich was...
Die Jungs sahen, dass dieser Koffer locker 3cm Spiel am Ende hatte und sich lustig auf und ab bewegen ließ. In Anbetracht der zu erwartenden Straßenverhältnisse keine gute Idee. In diesem Zustand gaben sie der Konstruktion max. 100km und bestanden darauf, nicht hinter ihr fahren zu wollen.
Es bestand also Handlungsbedarf. Man suchte noch schnell Werkzeug zusammen und vorsichtig wurde die Sitzbank wieder aus der Konstruktion heraus operiert.
Die Schrauben des Trägers konnten mit der Hand gedreht werden. Auf die Frage, warum sie die nicht festgezogen hätte kam die Antwort: "Du hast gesagt, nach fest kommt ab!"
Was will man auch darauf erwidern?
Also wurde fummelig mit dem Inbus Schlüssel versucht, die Schrauben auf ein vernünftiges Drehmoment zu bekommen. Ob der beengten Platzverhältnisse und der Tatsache, dass es sich um derer vier handelte, ein aufwendiges Verfahren, zumal man mit der kurzen Seite kaum Kraft aufwenden konnte. Man "verlängerte" mit einem Ringschlüssel und kämpfte sich mm um mm vor. Und fluchte. Weil mit einer Ratsche wäre das viel einfacher gegangen.
Dann kam das 15kg Beauty-Case wieder an seinen Bestimmungsort und siehe da...
es wackelte nur noch 2cm. Die Schlacht war verloren!
Ihre Mopedklamotten hatte sie in einer separaten Tasche mitgebracht und wurde verdonnert, den Inhalt ihres Beauty-Case in selbige umzuladen. Wir hatten noch Ersatzgurte und begannen schon, den Träger zu demontieren.
Sie wollte für eine Überraschung sorgen und das ist ihr gelungen. Wenn auch nicht so, wie es geplant. Die Enttäuschung stand ihr ins Gesicht geschrieben.
Es wurde trotzdem noch ein schöner Urlaub, auch wenn Träger und Beauty-Case die nächsten 2 Wochen im Kofferraum des Zugfahrzeugs verbringen mussten.

Zu Hause verkaufte sie die Konstruktion dann an einen anderen VTR Fahrer. So einen Mut möchte ich auch mal haben. Glücklicherweise ging dann dieses Paket aber verloren und die Post war so zuvorkommend, einen höheren Betrag zu ersetzen, als sie durch den Verkauf erzielt hatte.
So wurde dann doch noch alles gut. Auch wenn der Neid auf fremde Koffer blieb.
Geile Story, und endlich geht es hier weiter 🤣
 
Skifahren war ihre Passion. Die Eltern hatten eine Ferienwohnung in den bayerischen Alpen und im Winter verbrachte sie dort mit ihren 3 Töchtern quasi jede freie Minute. Wedeln, diese Freiheit auf 2 Brettern, dazu noch in abenteuerlichen Schräglagen über die Pisten brettern.. ja, genau das war ihre Welt!

Wenn da nicht der Sommer gewesen wäre. Und irgendwie war der immer zu lang. Der Winter setzte zu spät ein und hörte zu früh auf. Was tun mit der ganzen sinnlosen Zeit ohne Skifahren?
Motorradfahren mit Schräglagen könnte da der Ausgleich für den Sommer sein, dachte sie. Die jüngste Tochter war gerade eingeschult worden und so machte sie sich an den Führerschein im zarten Alter von 39+. Selbst ist die Frau dachte sie und kaufte sich eine gebrauchte CBR600 in eigenwilliger Farbgebung nach bestandener Führerschein Prüfung.
So richtig warm damit wurde sie allerdings nicht. Das Ding fuhr nicht genau dahin wo sie wollte. Beim nächsten TÜV Termin war dann auch klar warum. Der Prüfer verweigerte die Plakette, da Vorder- und Hinterrad einen deutlichen Versatz hatten. Klarer Fall von Rahmenschaden.

Damit war das Thema aber noch nicht abgeschlossen. Man wurde beim örtlichen Honda Händler vorstellig und ließ sich beraten. Zielstrebig steuerte der Verkäufer auf ein vermeintliches Frauenfahrzeug zu. Vermutlich eine CBF600.
Da vernahm er die Frage: "Was ist denn das da hinten?", was er mit einem kurzen: "Das ist nichts für Sie!" kommentierte.
Ich weiß nicht, auf welchem Verkäuferseminar er diesen Spruch gelernt hatte, aber er funktionierte. Die CBF600 war plötzlich völlig uninteressant und die Frage nach einer Probefahrt mit der schwarzen VTR kommentierte er mit einem: "Wenn Sie unbedingt meinen..."
Auf der Probefahrt musste sie sich eingestehen, dass der Verkäufer Recht hatte. Aber das musste er ja nicht wissen! Tatsächlich kam sie mit diesem Sportler so gar nicht zurecht. Die Sitzposition weit über den Tank gestreckt, dazu das starke Drehmoment, der lange Radstand..
Ohne zu wissen was es tatsächlich war wusste sie, dass dieses Fahrzeug nichts für sie war.
Deshalb wurde es gekauft. Nicht zuletzt, um es dem Verkäufer zu zeigen. Weibliche Logik.

Es dauerte nicht lang und die VTR wurde mit einem Superbike Lenker ausgestattet. Auch dahinter verbarg sich eine abenteuerliche Bastelgeschichte (selbst ist die Frau und so...), die dann aber letztlich von einer erfolgreichen TÜV Abnahme gekrönt wurde.
Inzwischen fanden die beiden immer mehr Gefallen an einander. Gerade der V2 hatte es ihr inzwischen angetan. "Das kribbelt so schön zwischen den Beinen.." ist ein Spruch, den wohl eher die Mädels verstehen. Wohl mit deshalb bekam das Mopped einen männlichen Namen: VicToR.
Auch sonst verwöhnte VicToR sie mit seinem Antrieb. Der starken Motorbremse geschuldet war sie der Ansicht, dass die vordere Bremse ohnehin nur unnötiger Ballast ist. Falls mal das Bremslicht aufflackerte, hatte mit Sicherheit der rechte Fuß seine Finger im Spiel.

Man kommt nicht umhin zu sagen, dass sie ihre eigene Wahrnehmung hatte.
Als sie mal mit einer Freundin auf Tour eine Pause einlegte, kam ein anderer Moppedfahrer und erzählte den beiden alsbald, dass er sein Mopped bald verkaufen wolle und fragte sie, ob sie denn Interesse an seiner Auspuffanlage hätte.
Sie ließ ihn aber so was von abblitzen, dass er kurz darauf das Weite suchte. Zu ihrer Freundin meinte sie, dass das aber schon eine ziemlich blöde Anmache gewesen sei. Diese erwiderte mit leichtem Unverständnis, dass er doch das gleiche Mopped gehabt hätte und demnach das schon gepasst hätte. "Gar nicht wahr! Die war ja blau!"



Wie dem ein oder anderen Mitleser vielleicht aufgefallen sein mag, spielt verdächtig oft eine VTR eine Rolle in diesen Geschichten. Und es mag vielleicht der Verdacht aufkommen, dass ich mir diese lediglich ausgedacht habe. Aber ich schwöre, sie sind in ihrem Kern wahr. Was wären unsere Touren ärmer und langweiliger ohne diese Dame gewesen. Vielleicht fällt mir ja noch die eine oder andere Geschichte wieder ein....
 
Skifahren war ihre Passion. Die Eltern hatten eine Ferienwohnung in den bayerischen Alpen und im Winter verbrachte sie dort mit ihren 3 Töchtern quasi jede freie Minute. Wedeln, diese Freiheit auf 2 Brettern, dazu noch in abenteuerlichen Schräglagen über die Pisten brettern.. ja, genau das war ihre Welt!

Wenn da nicht der Sommer gewesen wäre. Und irgendwie war der immer zu lang. Der Winter setzte zu spät ein und hörte zu früh auf. Was tun mit der ganzen sinnlosen Zeit ohne Skifahren?
Motorradfahren mit Schräglagen könnte da der Ausgleich für den Sommer sein, dachte sie. Die jüngste Tochter war gerade eingeschult worden und so machte sie sich an den Führerschein im zarten Alter von 39+. Selbst ist die Frau dachte sie und kaufte sich eine gebrauchte CBR600 in eigenwilliger Farbgebung nach bestandener Führerschein Prüfung.
So richtig warm damit wurde sie allerdings nicht. Das Ding fuhr nicht genau dahin wo sie wollte. Beim nächsten TÜV Termin war dann auch klar warum. Der Prüfer verweigerte die Plakette, da Vorder- und Hinterrad einen deutlichen Versatz hatten. Klarer Fall von Rahmenschaden.

Damit war das Thema aber noch nicht abgeschlossen. Man wurde beim örtlichen Honda Händler vorstellig und ließ sich beraten. Zielstrebig steuerte der Verkäufer auf ein vermeintliches Frauenfahrzeug zu. Vermutlich eine CBF600.
Da vernahm er die Frage: "Was ist denn das da hinten?", was er mit einem kurzen: "Das ist nichts für Sie!" kommentierte.
Ich weiß nicht, auf welchem Verkäuferseminar er diesen Spruch gelernt hatte, aber er funktionierte. Die CBF600 war plötzlich völlig uninteressant und die Frage nach einer Probefahrt mit der schwarzen VTR kommentierte er mit einem: "Wenn Sie unbedingt meinen..."
Auf der Probefahrt musste sie sich eingestehen, dass der Verkäufer Recht hatte. Aber das musste er ja nicht wissen! Tatsächlich kam sie mit diesem Sportler so gar nicht zurecht. Die Sitzposition weit über den Tank gestreckt, dazu das starke Drehmoment, der lange Radstand..
Ohne zu wissen was es tatsächlich war wusste sie, dass dieses Fahrzeug nichts für sie war.
Deshalb wurde es gekauft. Nicht zuletzt, um es dem Verkäufer zu zeigen. Weibliche Logik.

Es dauerte nicht lang und die VTR wurde mit einem Superbike Lenker ausgestattet. Auch dahinter verbarg sich eine abenteuerliche Bastelgeschichte (selbst ist die Frau und so...), die dann aber letztlich von einer erfolgreichen TÜV Abnahme gekrönt wurde.
Inzwischen fanden die beiden immer mehr Gefallen an einander. Gerade der V2 hatte es ihr inzwischen angetan. "Das kribbelt so schön zwischen den Beinen.." ist ein Spruch, den wohl eher die Mädels verstehen. Wohl mit deshalb bekam das Mopped einen männlichen Namen: VicToR.
Auch sonst verwöhnte VicToR sie mit seinem Antrieb. Der starken Motorbremse geschuldet war sie der Ansicht, dass die vordere Bremse ohnehin nur unnötiger Ballast ist. Falls mal das Bremslicht aufflackerte, hatte mit Sicherheit der rechte Fuß seine Finger im Spiel.

Man kommt nicht umhin zu sagen, dass sie ihre eigene Wahrnehmung hatte.
Als sie mal mit einer Freundin auf Tour eine Pause einlegte, kam ein anderer Moppedfahrer und erzählte den beiden alsbald, dass er sein Mopped bald verkaufen wolle und fragte sie, ob sie denn Interesse an seiner Auspuffanlage hätte.
Sie ließ ihn aber so was von abblitzen, dass er kurz darauf das Weite suchte. Zu ihrer Freundin meinte sie, dass das aber schon eine ziemlich blöde Anmache gewesen sei. Diese erwiderte mit leichtem Unverständnis, dass er doch das gleiche Mopped gehabt hätte und demnach das schon gepasst hätte. "Gar nicht wahr! Die war ja blau!"



Wie dem ein oder anderen Mitleser vielleicht aufgefallen sein mag, spielt verdächtig oft eine VTR eine Rolle in diesen Geschichten. Und es mag vielleicht der Verdacht aufkommen, dass ich mir diese lediglich ausgedacht habe. Aber ich schwöre, sie sind in ihrem Kern wahr. Was wären unsere Touren ärmer und langweiliger ohne diese Dame gewesen. Vielleicht fällt mir ja noch die eine oder andere Geschichte wieder ein....
Wieder einmal sehr amüsant geschrieben - sehr schön 👍😄
 
Wenn geht es denn mal mit Ralph und Schnegge weiter 🤔 wir warten...oder erst wenn's Bilder der neuen Tuono gibt 🤔😂
 
Ok, ihr wolltet es nicht anders ;)
Geschichte 4

Wir hatten es schon, in grauer Vorzeit, so um Ende 2010 rum merkte das Schnegge mal irgendwann an, ich muss mal auf die Rennstrecke mit dir, du bist ja irgendwie ständig da und entwickelst dich weiter…..

Daraus resultierte dann mein Plan: Meine 10er war es ja gewohnt, Plastik ab und gegen GFK, Fussrasten, Schoner und zweiten Felgensatz tauschen. Fertig, mit Bier ca. 2h.

Da wurde es bei der Suzuki 600 k2 was schwieriger, aber der Plan.. Licht abtapen, unnützen Schnodder ab und fertig, also noch nen kleines Bier, 15 Minuten.

Was draus wurde:

Kurzer Rückblick aus Schnegges Sicht: wir erinnern uns, „Gute“ Freunde meinten nach 2 Wochen Führerschein und ganze 20h Lebenserfahrung auf dem Moped, dass sie auf die Rennstrecke muss. Ab nach Croix en Ternois ….. Instruktor gebucht, und auf den Kurs. Ging auch etwas gut, aber am 2. Tag gegen Mittag waren die 8 Jahre alten Original Strassenreifen der Meinung, dass man öfter den Luftdruck prüfen sollte (Originalzitat: Autoreifen guckst du auch nur einmal im Jahr nach) und die Haftung ging schlagartig verloren mit den üblichen Folgen für das Moped und natürlich auch für Körper und Psyche.

Die Folgen für die Straße hatten wir ja schon in einer Geschichte vorher.

Das Ergebnis für mich: Zitat: ich brauch ne Rennverkleidung, Rahmenschoner, Schwingenschoner usw. also Essig wars mit dem Plan und nur 1,5 Bier.

Also Kumpel angerufen: sach mal, du hattest doch mal erzählt, du hast da noch was…. Preis aus verhandelt und hingefahren, wohlgemerkt für eine Rennverkleidung. Zurück sind wir dann mit einem kompletten Powercommander Kit, Öhlins Dämpfer mit abgestimmter Feder und natürlich einen Haufen Plastik.

Nächsten Kumpel angerufen: duuuu, du hast doch sowas wie einen Prüfstand, kannst du evtl. dem Mädel mal helfen :D. Also da noch hin zum Abstimmen und es kam vor Ort, wie es kommen muss wenn man zuviel Freunde hat: Du „Schnegge“ ich hab da noch ein paar Sachen von deinem Moped aus der IDM, hat mal dem Harald Kitsch am Moped Spass gemacht, kannst du günstig haben. Schnegge nicht zu bremsen, klar, nehme ich. Kannst du direkt anbauen.

Ende vom Lied: GSX R 600 K2 mit komplettem Öhlinsfahrwerk, also Dämpfer und Öhlinscatridge, Powercommander auf Harmonie abgestimmt, Schaltautomaten und was weiß ich nicht mehr, was die beiden Kumpels da gemacht haben, fuhr sich aber klasse.

1612720311500.png

Nächsten Kumpels vorgewarnt, ich komm mit der „Schnegge“ und bitte drum kümmern. Solidarität unter Kumpels ist ja selbstverständlich und Schnegge hat sich für fast alle Veranstaltungen mal vorsorglich angemeldet. Na wenn, dann richtig.

Anfang 2011 ab nach Oschersleben. Lange Rede kurzer Sinn, es geht los mit 3 Instruktoren Turns. Gut war, man kannte sich ja schon und ab gings zur Mädelstruppe zur Marketa. Plan war dann nachmittags nach der ersten freien Fahrt wieder einen Einzelinstruktor zu nehmen. Auf jeden Fall hatte ich den üblichen ruhigen Vormittag.

Den ersten freien Turn habe ich mich dann breitschlagen lassen, Instruktorenjäckchen angezogen und bin dann in der langsamen Gruppe vorgefahren. Wie üblich, wurde es mit jedem Turn immer besser, aber irgendwann ging es einfach nicht weiter, konstant 1:55 auf der Uhr, nix schneller, egal was ich vorgeturnt und danach gesabbelt habe, immer gefälliges Kopfnicken. Und… wieder 1:55 auf der Uhr.
Was mir so auffiel, so eine 600er ist ja eine extreme Luftpumpe. Gegengerade bin ich mit der 1000er knapp Halbgas, Eingang Start Ziel maximal ¾ Gas, also immer das Gefühl es ist Valium im Spiel. So ging das dann zwei Tage, raus, geile Linie, Kurvenspeed, Haltung, Blickführung alles i. O. aber die Zeiten einfach nicht gesteigert.

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Beim Einladen kam es dann. Ich: sag mal, ganz ehrlich, die alte ehrwürdige 600er ist doch eine echte Luftpumpe, nächstes Mal fährst du meine ZX6R, da haben wir alles für und dann schauen wir mal weiter.

Die Antwort: Du, die ist gar nicht so langsam, aber warum soll ich auf der Geraden Vollgas geben, man muss doch eh wieder bremsen und die Kurven machen doch viiiiiel mehr Spaß. Dafür bin ich doch hier, Kurven lernen.👸👸

Ok, ich war wieder raus 🤬🤬
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Die Antwort: Du, die ist gar nicht so langsam, aber warum soll ich auf der Geraden Vollgas geben, man muss doch eh wieder bremsen und die Kurven machen doch viiiiiel mehr Spaß. Dafür bin ich doch hier, Kurven lernen.👸👸
Ich dachte zuerst, dass das schon eine Macho Geschichte ist... und dann das 🤣 🤣 🤣
 
Dafür dass er mit Schnegge nicht mehr fahren wollte,dann auf die Rennstrecke... irgendwie fehlt mir da was 🤷🏼‍♂️😅 aber trotz schöne Geschichte 👍
 
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