Ob man es nun Woke nennt oder anders… ich habe den Eindruck, dass viele nicht mehr zu einem rationalen Umgang mit Unterschieden / Andersartigkeit in der Lage sind. Da gibt es gefühlte Überbietungswettbewerbe der Toleranz- und Antidiskriminierungsprofis, die zu immer wilderen Ergebnissen führen. Mein persönliches Schwachsinnshighlight war als vor Jahren die Fridays For Future Orga Ronja Maltzahn und ihrer MultiKulti-Band den gebuchten Auftritt bei einer Demo kurzfristig wieder stornierte, weil sie als weiße Frau wegen kultureller Aneignung keine Dreadlocks tragen dürfe… die müsse sie schon abschneiden, um auftreten zu dürfen… um eine theoretische Diskriminierung einer unbekannten Anzahl möglicherweise Betroffener zu vermeiden, verurteilt man mal eben eine Einzelperson wegen ihres Aussehens und verbannt als Kollektivstrafe auch gleich die ganze Band… das ist sowas von gaga, dämlich, schizo… aber das ist echt passiert… ich kann mich für keine der beteiligten Parteien erwärmen aber das ist so plakativ falsch, dass es als prima Beispiel für das eigentliche Problem dient.
Allein die diffuse Möglichkeit einer eventuellen Diskriminierung reicht heutzutage aus, um die Antidiskriminierungsbeauftragten und „-berufenen“ zu blindem Aktionismus zu verleiten… da werden dann auch schonmal im vorauseilenden Gehorsam Hygiene-Abfallbehälter in den Kabinen der Herrentoiletten im örtlichen Jobcenter nachgerüstet…
Ich kann meist gut damit leben, das jemand anders ist und damit gegebenenfalls aus „der Masse“ heraussticht. Aber mich stört, dass „die Masse“ sich zunehmend an den wenigen Ausnahmen orientieren und entsprechend rücksichtsvoll sein soll. Zum einen kann es einfach nicht jedem recht machen, zum anderen kommen da echt wilde Sachen bei raus.
Beispiel: Ich war mit meiner Frau in Heidelberg auf einem Kettcar-Konzert in der Halle02. Dort gibt es jetzt nicht mehr je eine Toilette für Männlein und Weiblein, sondern je eine für FINTA* und eine für ALL GENDER. Wer da genauso schlau ist wie ich beim ersten mal kann es sich
hier erklären lassen. Kurz gesagt: ein Klo für alle und ein Klo für alle außer Männer. Wenn das mal nicht ein gigantischer Fortschritt in Sachen Gleichbehandlung und Diskreminierungsfreiheit ist. Ich war es ja schon gewohnt, dass einige Damen z. B. bei Konzerten mit entsprechend großem Andrang auch gern mal auf die Herrentoilette ausweichen (wobei das im umgedrehten Fall wohl auf weniger Verständnis gestoßen wäre). Die Herrentoilette vor lauter Toleranz aber einfach mal abzuschaffen, macht mich stutzig.