Komische Unterstellung und komplett an der Realität vorbei. Oder gehöre ich mit kinderlosen Mitte 30 schon zu den Altherren? Was ich geschildert habe ist Fakt und selbst in den Medien bekommt man mit, dass immer mehr Eltern Fronten gegen die digitale Zumüllung ihrer Kinder aufbauen. Den Schwachsinn mit den Tablets machen auch nicht alle Schulen mit, zumal die nachteilige Wirkung auf den Lernerfolg schon längst erwiesen ist.
Durchgetaktet Tagesabläufe der Kinder: Ja, aber liegt das Thema nicht auch komplett in den Händen der Eltern? Wer zwingt die denn, ihre Kinder bei jedem Verein im Umkreis von 10km anzumelden?
Ich könnte dir auch unterstellen, dass du den Erfolg anderer Eltern herabsetzen möchtest, weil du für dich keinen bequemen Ausweg gefunden hast.
Ich sehe die genannte Tante übrigens am Sonntag, wenn du Fragen hast, kann ich die ja gerne mal weiterleiten.
Puh, vielleicht nimmst du meine Aussagen zu persönlich.
Mir ist lediglich aufgefallen, dass sich die Aussagen so anhören wie von Personen, die selbst nicht viel Kontakt zur täglichen Realität mit Kindern/Teens und dem Schulalltag haben.
Ich wollte dich wirklich nicht persönlich angreifen und habe es meiner Meinung nach so auch nicht formuliert, halte du es bitte genau so.
Zur Sache:
Aus meiner Erfahrung ist "kein Handy" oder "Nokia xy" (also keine Internet) für einen 15-jährigen weder in der Breite realistisch, noch allumfassend sinnvoll. Nicht alle Nutzungsszenarien sind schlecht. Zumal es einen Unterschied macht, ob es sich um ein Kind oder einen Teenie handelt. Und wie geschrieben, gibt es durch die Digitalisierung auch Zwänge für Zugriffsmöglichkeiten - auch für die Schule (nicht während des Unterrichts, aber danach oder bei Homeschooling).
Wie macht man effektiv Recherche ohne Internet? Wenn ich Mathe nicht kapiert habe, den alten Bronstein auskramen? Die alte 98er MS Encarta CD laden fürs Geschichtsreferat oder die Geschichtsbücher aus dem Keller holen?
Wenn du heutzutage einen 15-jährigen zum obligatorischen Betriebspraktikum schickst und der nicht weiß wie man einen PC bedient oder das Internet effektiv nutzt, dann ist das schon die absolute Ausnahme und aus meiner Sicht nicht erstrebenswert.
Des Weiteren würde ich heutzutage mein Kind (10) weder mit Freundinnen in den Wald, noch während der Schulzeit mit Freundinnen in die Stadt lassen, ohne Kommunikationsmöglichkeit. Dafür sind die Zeiten einfach zu krank. (Auch wenn das gleich wieder Sprüche auslöst "wir konnten damals auch ohne Handy im Wald und in der Stadt überleben...")
Im Gegensatz zu deiner Tante, wähle ich eine Mischung aus alt und neu. Das ist ausdrücklich keine Kritik am Weg deiner Tante, aber für mich wäre es definitiv keine Option, weil es aus meiner Sicht wichtige Möglichkeiten ausschließt.
Ich bin zum Glück noch nicht so weit, dass ich mir konkret Gedanken um Social Media machen muß. Ich schätze mal, dass ich noch zwei-drei Jahre Zeit habe. Danach wird es spannend. Und nein, bequem werde ich es mir nicht machen...
Und das führt uns wieder zum
eigentlichen Thema - ist ein Social Media Verbot für unter 14 jährige sinnvoll - wie von der CDU gefordert.
Aus meiner Sicht ja, aber ich traue die Umsetzung den Verantwortlichen nicht zu. Und was soll es bringen Social Media zu verbieten, wenn über Youtube weiterhin sehr nützliche und gleichzeitig katastrophale Dinge zugänglich sind.