Ich hatte es bereits im "Was hast du heute mit deiner Möhre gemacht" Thread berichtet, ich hab den Sensor des Schaltautomaten getauscht!
Zum Einsatz kommt nun ein Hall Sensor von Cordona, welcher ebenfalls auf Zug wie auch auf Druck reagiert. Also wie der originale Sensor, man kann aber an einer kleinen Steuereinheit umschalten, ob hoch oder runter geschaltet werden soll. Die Freischaltung der Schaltumkehr ist damit nicht mehr erforderlich, wobei die Extrema dies bereits ab Werk freigeschaltet hat! Dies gilt auch, wenn man das Racemapping aufspielen hat lassen!
Vorneweg, ein Wechsel des Sensors macht nur geringen Sinn, sofern das Originalteil nicht gerade defekt ist! Kostenfaktor waren knapp über 400.- Euro!
Ich tat es dennoch, weil ich da einfach Lust darauf hatte, und meine Erfahrungen in der Vergangenheit mit dem Cordona hervorragend gewesen sind. Es fühlt sich im Vergleich zu mechanischen Sensoren einfach nochmal besser an und reagiert auch schneller, was aber für den normalen Fahrer komplett zu vernachlässigen ist!
Kommen wir nun zum Thema Einbau.
Der Tausch ist verhältnismäßig unkompliziert und kann entspannt binnen einer Stunde etwa durchgeführt werden. Auch Werkzeug benötigt man nicht wirklich viel! Generell gilt bei Aprilia, Innensechskant, Tore und Kreuz- wie Schlitzschrauben können überall zum Einsatz kommen, entsprechend muss man breit aufgestellt sein.
Das Motorrad sollte auf einem Montageständer aufgebockt sein, ein Zentralständer verhindert den Zugang zum Schalthebel. Auch auf dem Seitenständer ist keine gut Option, da der Tank zumindest gelöst werden muss!
Auf der linken Seite muss die dunkle Seitenverkleidung demontiert werden, dass ist zwei Mal 4er Innensechskant und dann nach hinten heraus ziehen. Soziusabdeckung und Sitz, wie auch Batterieabdeckung runter (ebenfalls 4er Innensechskant) müssen demontiert werden. Dann gilt es den Tank herunter zu nehmen, also die Abdeckung am Zündschloss abnehmen (3er Innensechskant 2x), diese ist ebenfalls mit Klett gesichert, einfach etwas kräftigernach oben ziehen.
Daraufhin die Schrauben des Tanks lösen, dies sind drei 8er Sechskant Schrauben, auf der linken Seite sind die Schläuche für die Belüftung und den Überlauf. Diese sollte man abziehen. Es empfiehlt sich, den Tank herunter zu nehmen und vorsichtig zu lagern, dazu benötigt man Lappen, welche den Kraftstoff auffangen, der beim Öffnen der Schnellverschlüsse der Kraftstoffleitungen austritt. Legt man den Tank ab, unbedingt auf die Pumpe achten, dort steht unten der Anschluss ab.
Alternativ mit Handtuch oder Decke unterlegen und anders platzieren auf dem Motorrad. Aber aufpassen, dass man diesen nicht beschädigt oder er herunter fallen kann! Dann müssen die Kraftstoffleitungen nicht abgezogen werden, im Idealfall ist man zu Zweit.
Dann das Kabel vom Sensor am Schaltgestänge verfolgen, dieses verläuft links unter dem Tank in die Heckverkleidung und schlängelt sich zwischen IMU und Batterie auf die rechte Seite, wo der Anschluss am Kabelbaum ist. Der kleine weiße Stecker ist deutlich zu sehen, er wird von einem Kabelbinder gehalten. Die Verbindung herausziehen, dann mit kleinem Schlitzschraubendreher den originalen Stecker lösen. auf der linken Seite ein Relais aus der Halterung nach oben ziehen, dann kann man das Kabel bereits vorsichtig ziehen und so nach und nach heraus ziehen.
Daraufhin dann den Sensor selbst demontieren an der Schaltanlage. Mit zehner Gabelschlüssel die Schrauben (Links- und Rechtsgewinde) öffnen, mit vierer Innensechskant und zehner Gabelschlüssel die Verschraubung des Sensors am Nehmer demontieren und dann entsprechend demontieren.
Beim Einbau verhält es sich dann umgekehrt, aber ist genauso unkompliziert. Allerdings habe ich erst das Kabel und die Steuereinheit des Sensors verlegt, und dann den Sensor montiert und fest verschraubt.
Zum Fahren bin noch nicht gekommen, werde dann einen entsprechenden Bericht noch verfassen. Aber wie bereits erwähnt, wird sich dieser Schritt nur für die Allerwenigsten Fahrer irgendwie lohnen!
